Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel Neben Corona wird auch die Hitze zum Problem für das improvisierte Heimatfest

Wegen der Hitze blieben auch beim Frühschoppenkonzert reichlich Plätze frei auf dem Festplatz.
Wegen der Hitze blieben auch beim Frühschoppenkonzert reichlich Plätze frei auf dem Festplatz.

Unter dem Motto „Klein, aber fein“ hat die Stadt Lauterecken am Sonntag ihr Heimatfest veranstaltet. Obwohl naturgemäß wegen Corona merklich weniger Gäste als sonst in die Veldenzstadt schwärmten, sorgte die Vorbereitung für deutlich mehr Arbeit, sagten die Verantwortlichen.

Es ist Sonntagmorgen, 10 Uhr, am Schloss in Lauterecken. Es ist das 64. Heimatfest. Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel. Plätze im Schatten sind schnell vergriffen. Schon jetzt perlt bei vielen Besuchern der Schweiß. Das Heimatfest ist nicht nur wegen der enormen Hitze denkwürdig, sondern auch wegen den bislang einzigartigen Sicherheitsvorkehrungen.

Aufgrund des Coronavirus hat die Stadt einige Maßnahmen getroffen, um den Gästen beim Frühschoppen einigermaßen Sicherheit zu gewähren. Dazu gehören die mittlerweile allgegenwärtigen Desinfektionsmittel-Spender und eine mit Pfeilen gekennzeichnete Einbahnstraße mit Ein- und Ausgang zum Festplatz. Wer das Gelände betritt, muss außerdem seine Kontaktdaten hinterlassen. All das ist Vorschrift. Andernfalls könnte die Veranstaltung nicht stattfinden.

Das ungewöhnliche Heimatfest trägt das Motto: „Klein, aber fein“. Statt des üblichen verlängerten Wochenendes mit Umzug, langen Nächten und viel Musik gibt es dieses Jahr nur ein überschaubares Programm mit ökumenischem Gottesdienst, Frühschoppen und musikalischer Unterhaltung bis 14 Uhr. Obwohl die Maßnahmen es zuließen, bis zu 350 Gäste zu empfangen, sei schon nach 210 Besuchern Schluss, erklärt Heinrich Schreck, Beigeordneter der Stadt und Verantwortlicher für Festivitäten. „Wir haben nur etwa 210 Sitzplätze zur Verfügung. Zwar hätten wir auch Tische und Bänke auf der Straße aufstellen können. Dann aber hätten wir mehr und stärker absperren müssen. Mit so vielen Leuten rechne ich wegen der großen Hitze aber auch nicht.“

Seit drei Wochen Vorarbeit

Dass die Stadt deutlich weniger Besucher empfangen kann, findet Schreck zwar schade. Gleichzeitig blickt er aber sehr positiv auf die Veranstaltung. „Noch vor einer Weile haben wir nicht damit gerechnet, überhaupt etwas auf die Beine stellen zu können. Etwa seit drei Wochen arbeiten wir darauf hin. Aufgrund der Sicherheitsvorkehrungen mussten wir uns mehr als sonst ins Zeug legen. Wir sind deshalb sehr froh, dass es doch geklappt hat.“ Stadtbürgermeisterin Isabell Steinhauer-Theis ist derselben Meinung. „Man merkt, dass den Leuten in der Corona-Zeit etwas fehlt – vor allem die soziale Kommunikation. Deshalb tut vor allem so ein Gottesdienst im Freien besonders gut.“

Es herrscht ein reges Kommen und Gehen an diesem Vormittag. Besonders groß ist der Andrang zum ökumenischen Gottesdienst. 70, 80, vielleicht 90 Plätze sind um 10 Uhr schon vergriffen. Für manchen Besucher ist aber danach auch bereits Schluss: „Es ist einfach zu heiß“, stöhnen viele, darunter die Eheleute Rupertus und Ursula Woehl aus Lohnweiler. Wer noch Ausdauer hat und wem das Sitzfleisch nicht schon brutzelt, der trotzt mit einem kühlen Blonden und bei Musik von Günter Hartmann aus Odernheim den rasant steigenden Temperaturen.

Dass es dieses Jahr fast kein Heimatfest gegeben hätte, ist für viele Besucher undenkbar. „Es wäre sehr schade gewesen, wenn das Fest ins Wasser gefallen wäre. Das Heimatfest gehört zu Lauterecken“, sagt Stammgast Werner Graf aus Lauterecken.

Hände desinfizieren und dann in die Anwesenheitslisten eintragen: Normalität in Corona-Zeiten.
Hände desinfizieren und dann in die Anwesenheitslisten eintragen: Normalität in Corona-Zeiten.
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