Lauterecken
Nachruf: Früherer Stadtbürgermeister Heinrich Steinhauer verstorben
Steinhauer war ein Original und als kommunalpolitisches Urgestein über Jahrzehnte eine konstante Größe, nicht nur in der Stadt, an deren Spitze er 20 Jahre stand und zuvor seit 1974 als Ratsmitglied tätig war, sondern auch im Verbandsgemeinderat und Kreistag sowie zahlreichen Ausschüssen. Sein Freund Gerhard Heil, Stadtbürgermeister in Meisenheim, berichtet: „Er war Juso der ersten Stunde, kam über die wilde Zeit zur Politik.“ Kurze Zeit später engagierte sich der Lauterecker bei den Freien Wählern und blieb ihnen zeitlebens verbunden. Trotz seines freundlichen Wesens konnte er im Sinne der Stadt Lauterecken auch mal beharrlich sein – und damit gelegentlich selbst politischen Freunden auf die Füße treten.
Doch lange böse sein, konnte dem Justizbeamten wohl kaum jemand. Die Sanierung des Veldenzschlosses war eine Hausnummer und Steinhauer sei zurecht stolz darauf gewesen, denn das Großprojekt hat Strahlkraft weit über Lauterecken hinaus und „seine Leistung war top“, bescheinigt Heil. Auch wenn er noch so engagiert war, waren nicht nur seine Reden immer angenehm kurz und prägnant, er nahm sich selbst auch nie zu wichtig, im Fokus war immer die Stadt, nicht seine Person. „Er hat nicht viel Wert auf Ehrungen gelegt, war nicht erpicht darauf“, sagt seine Frau Lore, die ihren Mann treffend als Ruhepol beschreibt, der ausgeglichen war und sich auch durch gute Nerven auszeichnete. „Er war standhaft, hat seine Meinung vertreten, ging seinen Weg kerzengerade.“ Dabei blieb er immer freundlich, war aufgeschlossen und zuverlässig.
Ein guter Verlierer
Nach 20 Jahren als Stadtbürgermeister hatte er noch nicht genug, zumindest eine Stadthalle wollte Steinhauer noch auf den Weg bringen. Er trat zur Wahl 2019 erneut an, scheiterte jedoch. Das habe ihn gefuchst, sagt sein Freund Heil, dennoch war Steinhauer ein guter Verlierer, wünschte seiner Nachfolgerin Isabel Steinhauer-Theis viel Erfolg zum Wohle der Stadt und vermachte ihr die Glocke, mit der er über Jahre hinweg Stadtratssitzungen eröffnete. Er blieb noch einige Monate Mitglied im Stadt- und VG-Rat, bis er im Februar 2020 seine Mandate niederlegte.
Doch nicht nur politisch war der Vollblut-Lauterecker sehr umtriebig. Er war begeisterter Tennisspieler. In jüngeren Jahren spielte er zudem in Lauterecken Fußball, später in Offenbach-Hundheim. Er unterstützte zahlreiche Vereine aktiv und passiv. In letzter Zeit habe er sehr viele Ausflüge in der näheren Umgebung unternommen und dabei viel Freude gehabt. Steinhauer hinterlässt seine Frau, eine Tochter und zwei erwachsene Enkel.