Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel Nach Jahren des Wartens beginnt Sanierung der Lautertalstraße

Seit Montag ist die Baustelle eingerichtet. Durchgangsverkehr zum und vom Stadtzentrum ist nicht möglich. Die Umleitung erfolgt
Seit Montag ist die Baustelle eingerichtet. Durchgangsverkehr zum und vom Stadtzentrum ist nicht möglich. Die Umleitung erfolgt über die Bundesstraßen 270 und 420.

Jahrzehntelang ist die Lautertalstraße so ganz langsam vor sich hin kaputtgegangen. Nun endlich wird sie saniert. Zumindest einmal der erste Abschnitt. Am Donnerstag wurde das letzte Hindernis aus dem Weg geräumt. Alles geklärt ist damit aber noch lange nicht.

Seit Montag ist die Baustelle eingerichtet. 300 Meter der inoffiziellen Stoßdämpfer-Teststrecke werden in den nächsten gut drei Monaten endlich wieder in einen vernünftigen Zustand versetzt. Nach Jahren, fast Jahrzehnten der Diskussionen und des Nichtstuns. Keiner wollte an das Thema rangehen – und vor allem nicht an die Anwohner, die wesentliche Anteile am Ausbau bezahlen müssen.

Ein Hindernis war noch zu nehmen: Es bestand der Verdacht, dass Munition oder gar Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg irgendwo entlang der Strecke im Boden liegen könnten. Insgesamt 20 Punkte waren vorab als verdächtig markiert worden und bedurften einer genaueren Untersuchung.

Alte Rohre statt Bomben

Seit Donnerstagmorgen ist das Thema vom Tisch. Eine Spezialfirma hatte in der Früh die nämlichen Stellen geprüft. Ergebnis: keine Bomben, aber jede Menge Teile von alten Wasserrohren. Keine Gefahr also. Der Ausbau kann starten, der die Stadt rund 400.000 Euro kosten soll.

Aber: Wer die zu welchen Teilen bezahlt, das ist noch unklar. Denn der Ausbau fällt in eine juristische Übergangsphase. Das Land hat bereits beschlossen, dass Straßenausbau künftig über wiederkehrende Beiträge teilfinanziert werden soll. Das heißt: Das Geld wird aus einem Topf genommen, den alle Grundstückseigentümer eines Abrechnungsgebiets – das kann auch die gesamte Stadt sein – mit regelmäßigen jährlichen Zahlungen füllen.

Das aber ist nur dann möglich, wenn es eine Satzung über wiederkehrende Beiträge für den Straßenausbau gibt. Und das ist für Lauterecken noch nicht der Fall. Stand jetzt müssten also nur die Anwohner der Lautertalstraße für jeden Kostenanteil bezahlen, den die Stadt nicht ohnehin übernimmt – und zwar einmalige Beiträge. Die sind deutlich höher. Welche Variante zum Zuge komme, das müsse der Stadtrat demnächst noch regeln, sagte Stadtbürgermeisterin Isabel Steinhauer-Theis am Donnerstagmorgen.

Wo bleibt Pfalzconnect?

Probleme gibt’s aber auch organisatorischer Art, wie bei der Besprechung am Donnerstag zu erfahren war. Denn in Teilen sind die Bürgersteige ein wenig zu schmal, um neben Gas- oder Stromleitungen noch die Leerrohre für Glasfaser zu verlegen. Hier werden die entsprechenden Stellen vermutlich ausreichend verbreitert.

Und: Vertreter der Baufirma beklagten, dass erneut niemand von der Firma Pfalzconnect greifbar war, die für den Breitbandausbau in Lauterecken zuständig ist. Und mit denen müsse man ja ausmachen, wann und wie die Verlegung der Hausanschlüsse ablaufen solle. Denn die Alternative könne der Stadt und den Anwohnern ja nicht recht sein: dass nämlich die Gräben monatelang offen blieben, bis Pfalzconnect zu Potte komme.

Die Fortsetzung Richtung B 270, die in Regie des Kreises läuft, soll voraussichtlich im Herbst beginnen. Die Mittel sind schon bereitgestellt, der Auftrag ist vergeben.

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