Kusel
Motorsägenkurs: Teilnehmer erlernen fachgerechtes Fällen von Bäumen
Im Kuseler Wald „Winterhelle“ kreischen am Freitagnachmittag die Motorsägen. Der Waldbauverein Kusel veranstaltet einen Motorsägenlehrgang. Der staatlich geprüfte Forsttechniker Guido Sprenger aus Bad Bergzabern bringt vier Männern bei, wie sie fachgerecht einen Baum fällen.
Zunächst steht bei dem zweitägigen Kurs die Theorie im Vordergrund: In der Winterhellen-Hütte ist ein kleiner Unterrichtsraum mit Beamer und Laptop eingerichtet. Forsttechniker Sprenger informiert die vier Teilnehmer zunächst darüber, was beim fachgerechten Fällen eines Baumes alles zu beachten ist. Es wird deutlich: Sicherheit steht an oberster Stelle. Ihr neu erworbenes Wissen können die vier Männer im anschließenden Praxisteil unter Beweis stellen. Etwa 200 Bäume sind vom Forstamt markiert worden, die gefällt werden können. „So viele werden an den zwei Tagen aber nicht gefällt“, sagt Werner Kreischer, der den Lehrgang organisiert hat.
Kreischer ist Vorsitzender des 260 Mitglieder zählenden Waldbauvereins. „Wir führen jährlich zwischen zwei und vier Lehrgänge durch“, sagt er. Der frühere Ortsbürgermeister Grumbachs hat vor etwa 40 Jahren Waldbewirtschaftung als Hobby für sich entdeckt und in jener Zeit ein Waldstück aufgeforstet.
330.000 Waldbesitzer in Rheinland-Pfalz
„Die Kurse werden immer beliebter“, erzählt Forsttechniker Sprenger, der vom Kuseler Waldbauverein für den Kurs engagiert wurde. Das habe auch mit den hohen Energiepreisen zu tun. Holz als Brennstoff sei stärker gefragt, erklärt er.
Auch die Anzahl der Waldbesitzer dürfte eine Rolle spielen: „Allein in Rheinland-Pfalz gibt es 330.000 Waldbesitzer. Deren Wälder haben eine durchschnittliche Größe von gerade einmal 0,16 Hektar“, sagt Kreischer. Solche Motorsägelehrgänge würden von allen Berufsgruppen gebucht. Die Teilnehmer seien zwischen 18 und 75 Jahre alt.
Sechs Teilnehmer aus Kusel, Schellweiler, Hinzweiler und St. Wendel haben sich für den zweitägigen Kurs in der Winterhelle angemeldet. „Sechs ist die Höchst- und zugleich die Mindestanzahl der Teilnehmer“, berichtet Kreischer. Auf der Warteliste hätten weitere Interessenten gestanden. Zum Kurs gekommen sind jedoch lediglich vier. Ausgesucht werde als Lehrgangsort immer ein Waldstück, bei dem die Teilnehmer nicht so weit fahren müssen, erklärt Kreischer.
Kenntnisse nochmal auffrischen
Unter den Teilnehmern sind Gerhard Hommes aus Hinzweiler und sein Sohn Linus Salewski, die beide beruflich in der Forstwirtschaft tätig sind. Er habe einen solchen Lehrgang schon vor Jahren absolviert. „Ich will meine Kenntnisse nochmal auffrischen“, erzählt Hommes. Wenn es nach ihm gehe, müsse verpflichtend eingeführt werden, alle paar Jahre solche Lehrgänge zu absolvieren. Denn: „Es gibt immer wieder neue Erkenntnisse“, sagt er.
Waldbauvereinsvorsitzender Kreischer erklärt, dass ein Motorsägelehrgang nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Wer jedoch in einem Gemeindewald als sogenannter Selbstwerber eigenverantwortlich arbeiten wolle, müsse einen Motorsägenschein vorweisen. „Hat er den nicht, darf er keinen Baum fällen“, sagt Kreischer.
Am Ende des Kurses in der Winterhelle erhält jeder Teilnehmer den Motorsägenschein Modul A. Sie können damit nachweisen, dass sie befähigt sind, Bäume bis zu einem Durchmesser von 20 Zentimetern zu fällen. Mit einem Motorsägenschein Modul B können dickere Bäume gefällt werden. Dieser Lehrgang dauert drei Tage.