Kreis Kusel Mit Gefühl und Leidenschaft

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Die Futzy-Ranch der Naturfreunde in Reichweiler war in der Samstagnacht Bühne für schnelle Beats und stampfende Bässe. Mehr als ein Dutzend DJs legten von 16 Uhr am Samstagnachmittag bis Sonntagmorgen ihre Platten auf. Etwa 250 Gäste haben den Weg in den Wald bei Reichweiler gefunden. In der langen Liste an Künstlern stand auch der Name der Techno-Pionierin Marusha. Sie prägte mit ihren elektronischen Songs die Technoszene der 1990er Jahre und legte Sonntagfrüh ab zwei Uhr auf.

Im Wald an der Hütte der Naturfreunde bekamen die Gäste des Open Airs viel geboten. Die Liste der DJs war lang: Neben B@zeball, Tewz, M. Glotzbach, Jagger, Jantekk, Exhaust und anderen, war auch Techno-Ikone Marusha zu Gast. Die drückenden Bässe von der Bühne im Wald sind am Ortseingang Reichweilers schon zu hören. Sie leiten den Besucher von den Parkplätzen sicher den Berg hinauf zur Musik. Die Allee zur Bühne der Naturfreunde ist mit Scheinwerfen in Szene gesetzt. Exklusiver kann das Club-Ambiente wohl kaum sein. Bühne und Hütte der Futzy-Ranch passen ins Bild. Die Holzbauten schmiegen sich gut in den Wald. Gegen zwei Uhr in der Nacht sind viele Gäste des Tanzens noch nicht müde. Vereinzelt tanzen sie ausgelassen vor der Bühne. Auf dem weitläufigen Platz stehen Gruppen in Feierlaune. Man redet, trinkt und probiert den ein und anderen Tanzschritt aus. Auf einer Bank sitzt Mario Becker von den Naturfreunden Karrenberg. Zum ersten Mal haben die Naturfreunde eine Technoveranstaltung organisiert. Mario Becker zeigt sich zufrieden, und kann auch mit der Musik etwas anfangen, wie er sagt. Veranstalter Night-Clubing sei auf sie zugekommen, weil das Gelände der Naturfreunde eine tolle Atmosphäre biete. Aus der Hütte nebenan trommelt im Moment der Bass mit der Geschwindigkeit eines Stroboskops. Auf der Tanzfläche vor der Theke ist noch etwas Raum, vor dem DJ tanzt etwa ein Dutzend Fans wie in Trance zu den nagelnden Bässe. DJ-Wechsel auf der Hauptbühne: Unbemerkt hat sich eine zierliche, die Szene prägende Figur auf die Bühne gestohlen und sogleich die erste Platte auf den Teller geworfen. Die zierliche Person ist Marusha. Mit ihren Songs wie „Somewhere over the rainbow“, prägte sie als Pionierin die Technoszene in den 1990er Jahren. Als Musikproduzentin, Moderatorin und Schauspielern hat sie einen festen Platz in der Entertainmentbranche. Doch ihre Beats erinnern an diesem Abend weniger an die Elektro-Popsongs aus den 90ern. Ihre Musik ist minimaler geworden, die Basslinien bieten entspannte Flächen. Marusha ist im 25. Bühnenjahr und geht hochkonzentriert an den Turn-Tables zu Werke. Mit viel Fingerspitzengefühl legt sie das Vinyl auf die Teller – das Spiel am DJ-Pult wirkt virtuos. Gegen vier Uhr nachts wird sie die letzte Platte auflegen. Kimberly Reuther und Isabel Brill ruhen sich auf einer Bank kurz aus. Vor ihnen bewegt sich eine Gruppe zu Marushas Set. Die bekannte Künstlerin kennen Reuther und Brill vom Namen her – sie sind beide in den 90er Jahren geboren. Heute sind sie mit DJ Dirkkoma hier. Zum Feiern und Tanzen sei die Musik ideal. Dass die elektronischen Beats keine Altersgrenzen kennen, macht die Gruppe deutlich. Zwischen 17 und 41 Jahren alt sind die Gäste, die sich auf der Futzy-Ranch tummeln. Ein Stück weit entfernt bewegt sich Anke Klein mit ihrer Freundin auf der Bank – gegen 3 Uhr am Morgen darf auch schon mal im Sitzen getanzt werden. Eigentlich tendieren die beiden eher zur Rockmusik und hatten Vorurteile gegenüber der Technoszene, wie sie offen zugeben. Doch sie hätten auch schon ausgiebig getanzt und fänden die Musik gut – ihre Vorurteile haben sich nicht bestätigt. Die Atmosphäre sei entspannt, die Musik tanzbar und gut, erklärt Anke Klein aus Reichweiler. Auch zu vorgerückter Stunde ist Marusha noch hellwach. Die Leidenschaft für die Kunst an den Plattentellern und für ihre Experimentierfreude sieht man ihr deutlich an. Marusha, die Ikone der Technoszene, ist auch heute noch immer eine Größe in diesem Genre.

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