Schönenberg-Kübelberg RHEINPFALZ Plus Artikel Mehr als nur „Schlitze kloppen“: Was der beste Elektrotechnikmeister der Pfalz über seinen Job sagt

David Vogel will schon bald mit seinem eigenen Unternehmen durchstarten.
David Vogel will schon bald mit seinem eigenen Unternehmen durchstarten.

Wie viel Einsatz es braucht, um Jahrgangsbester im Elektrohandwerk zu werden: David Vogel weiß es genau. Jetzt will er mit seiner Firma durchstarten.

Stolz hält der 25-jährige David Vogel seine Urkunde in den Händen. Der frischgebackene Elektrotechnikmeister aus Schönenberg-Kübelberg ist der Jahrgangsbeste seines Metiers. Vor einigen Tagen wurde er zusammen mit den Besten aus anderen Berufen im Bereich der Handwerkskammer der Pfalz ausgezeichnet.

„Elektriker – das war schon als Kind mein Traumberuf“, erzählt David Vogel. Mit seinen Geschwistern hat er dem Vater beim Bau ihres Eigenheims geholfen – „auch beim Installieren von Steckdosen“. Das sei richtig gut gewesen. Doch mit dem Hauptschulabschluss „habe ich keine Lehrstelle gefunden. Gefragt war mindestens Mittlere Reife oder sogar Abitur“. Alternativ nahm Vogel eine Ausbildungsstelle zum Industriemechaniker bei Bosch in Homburg an. Mit 19 Jahren hatte er ausgelernt, mit 21 Jahren war er Industriemeister. Obwohl ihn seine Firma gern übernommen hätte, hatte er mit seinem Traumberuf noch nicht abgeschlossen. Und er suchte und fand eine Ausbildungsstelle zum Elektroniker, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik bei der Firma Wieland & Schultz in Kaiserslautern. Vogel konnte aufgrund seiner Vorbildung im zweiten Lehrjahr einsteigen. Den Abschluss schaffte er mit 1,0. Als Geselle arbeitete er dort weiter.

Weitere Auszeichnungen

Ab August 2024 besuchte der Schönenberg-Kübelberger die Meisterschule in Kaiserslautern. Im Herbst jenes Jahres heimste er weitere Auszeichnungen ein: Er wurde Landessieger im Elektrohandwerk und Bundessieger in seiner Fachrichtung bei der Deutschen Meisterschaft Handwerk. Vogel verschweigt nicht, dass die Aufgaben ihm „einiges abverlangt haben, was Inhalt und Zeitvorgabe angeht“.

Nicht weniger anstrengend sei die Meisterschule gewesen. Gerade die Prüfungsphase habe ihn „physisch und psychisch gefordert“, sagt der junge Ehemann und Vater. Obwohl er viel gelernt habe, „war ich mir nicht sicher, ob ich überhaupt bestanden habe“. Doch dann kam in einem großen Umschlag die „tolle Nachricht“.

Beruf mit hoher Verantwortung

Nun bewarb er sich bei der Firma KH-Elektro in Schönenberg-Kübelberg und erhielt eine Zusage. Im August 2025 nahm er die Arbeit auf. Obwohl es ihm gefallen habe, „habe ich im Laufe der Zeit gemerkt, dass ich mich selbstständig machen möchte“. Und so kündigte er zum Ende des Monats Februar, um seinen nächsten Plan zu verwirklichen: die Gründung von Vogel Elektroservice. Bei der Vogel Zaunbau GmbH in Bruchmühlbach-Miesau, die seine Brüder betreiben, werde David Vogel zunächst unterkommen. Halle, Lagerplatz und Büroraum stehen ihm zur Verfügung. Einen Businessplan hat er schon, ebenso genaue Vorstellungen von seinem Betrieb. Verschiedene Kontakte habe er bereits geknüpft. Als günstig wertet er, dass Geschwister in der Immobilienbranche tätig sind. Neben den üblichen Elektroarbeiten sind nach seinen Worten im Moment die Installation von Photovoltaikanlagen und Smart Homes die großen Themen.

Seinen Beruf beschreibt Vogel als „sehr abwechslungsreich“. Er beinhalte mehr als „nur Schlitze kloppen und Steckdosen einbauen“. Er nennt exemplarisch das Konzipieren von Schaltplänen oder Programmieraufgaben, die hohe Anforderungen stellten. Auch ständige Fortbildungen seien notwendig. Schließlich habe der Energietechniker eine hohe Verantwortung. Motivierten, interessierten Jugendlichen würde er eine Ausbildung auf jeden Fall empfehlen.

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