Kreis Kusel Leichtigkeit trotz Hochsommer

Trotz hochsommerlicher Temperaturen fanden am Sonntagnachmittag gut 50 Besucher den Weg in die Zehntscheune der Burg Lichtenberg. Belohnt wurden sie mit einem bunten Strauß weltbekannter Opernmelodien, musikalisch vorgestellt vom Bläserquintett „nimm 5“. Das konnte durch eine saubere, punktgenaue Intonation, gepaart mit einer professionellen Spielweise, sein Publikum begeistern.
Schon beim Konzertauftakt strahlten die fünf erstklassigen Musiker eine unbändige Spielfreude aus. Sie eröffneten den Nachmittag mit Gioachino Rossinis „Barbier von Sevilla“. Auch wenn das Publikum nicht in das von Hornist Joachim Hentschel angekündigte musikalische Delirium versetzt wurde, zeigte der brausende Applaus doch, dass Rossinis Opernklänge selbst nach 200 Jahren immer noch ein köstlicher Ohrenschmaus sind. Erst recht dann, wenn sie in einer von Joachim Linckelmann arrangierten Ouvertüre so schwungvoll mit einer ansteckenden temporeichen Dynamik umgesetzt wurden. Im intrigenreichen Verkleidungsspiel stellt letztlich der schlitzohrige Figaro die richtigen Weichen und alle finden zusammen: Der Graf Almaviva die Dame seines Herzens und der geldgierige Doktor Bartolo den schnöden Mammon der schönen Rosina. Anschließend erlebten die Besucher die aus der Feder von Charles Gounod stammende „Petite Symphonie“. Sein Spätwerk, das er kurz vor seinem Tod im Jahre 1893 geschrieben hat, wirkte auf den Zuhörer dennoch jugendlich, frisch und klar. Auch hier überzeugten die Protagonisten durch ihr großartiges Zusammenspiel. Besonders die Zusammenfassung im großen Finale mit den farbigen Harmoniewechseln, umgesetzt mit einer wunderbaren, erfrischenden Leichtigkeit, ließen für Minuten die hochsommerlichen Temperaturen im unteren Saal der Zehntscheune vergessen. Mit einem kleinen Ausschnitt aus Felix Mendelssohn-Bartholdys „Sommernachtstraum“, der mit dem berühmten Hochzeitsmarsch endete, läuteten Kathrin Krannich (Flöte), Anne Villiger (Oboe), Hans Peter Bohrer (Klarinette), Steven Rayburn (Fagott) und Joachim Hentschel (Horn) die Pause ein. Auch die zweite Konzerthälfte war geprägt von wunderschönen Melodien, die das Bläserquintett mit „Carmens Fantasie“ nach den Noten von Georg Bizet eröffnete. Gleich zu drei Wanderungen durch die Natur, „Three Nature Walks“, luden die Musiker ein, als sie mit Alexandra Molnar-Suhajdas Komposition durch bunte Herbstwälder, im sommerlichen Mondschein und über duftende Kirschenwegpfade spazierten. Bevor sich die sympathische Truppe mit „Olé Gupa“ verabschiedete, füllten sie die Zehntscheune mit Astor Piazzollas argentinischer Lebensfreude, die der König des Tangos und Erfinder des „Tango Nuevo“ mit seinem „Estaciones Portenas“ musikalisch zum Ausdruck gebracht hatte. Passend zum Wetter sagte das Bläserquintett mit „Summertime“ auf Wiedersehen.