Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel Langsame Rückkehr zur Normalität: Die ersten Pro-Seniore-Bewohner sind da

Die ersten Bewohner wurden am Montagmorgen in die grundlegend sanierte Senioreneinrichtung zurückgebracht.
Die ersten Bewohner wurden am Montagmorgen in die grundlegend sanierte Senioreneinrichtung zurückgebracht.

Es ist gut zwei Jahre her, da brach im Dachstuhl der Pro-Seniore-Residenz ein Brand aus. Alle Bewohner wurden gerettet und in anderen Häusern der Unternehmensgruppe untergebracht. Gestern sind die ersten wieder zurückgekehrt und mussten wegen der Corona-Pandemie zuerst einmal in Quarantäne.

„Wir haben es hier mit einem von Grund auf sanierten Haus zu tun“, machte Pro-Seniore-Sprecher Peter Müller gestern auch noch einmal deutlich, als die ersten Bewohner wieder in ihre frühere Umgebung zurückkehrten. Die Rückführung wird Müller zufolge Schritt für Schritt erfolgen. Das ergebe sich zwangsläufig, weil sich alle Rückkehrer in diesen Corona-Zeiten zunächst für 14 Tage in Quarantäne begeben müssten. Im Haus sei dafür eine Pandemiestation eingerichtet worden. Nach diesen beiden Wochen folgten dann die nächsten Bewohner, solange, bis alle 80 wieder da seien.

Kein Corona-Fall

In keiner der acht Pro-Seniore-Einrichtungen, in denen die Lauterecker Heimbewohner nach dem Brand untergebracht waren, habe es einen Corona-Fall gegeben, schildert Müller. Die Quarantäne sei gesetzlich vorgeschrieben und „absolut gerechtfertigt“, betonte Müller: „Wir müssen vorsichtig anfangen und den Bereich sichern, damit kein Coronavirus hier reinkommt.“ Gerade diejenigen, die nicht wüssten, dass sie infiziert sind, könnten den größten Schaden anrichten; das müsse man unbedingt vermeiden, sagte Müller. Insofern gelten strenge Regeln auch bei künftigen Besuchen von Angehörigen. Ohne Anmeldung geht es nicht, Mundschutz ist Pflicht, ebenso die Verwendung von Desinfektionsmitteln aus den Spendern. Erfasst werden auch Adresse sowie die Uhrzeit zu Beginn und Ende des Besuchs.

Persönlicher Bezug bleibt

Die 23 Bewohner, die gestern eintrafen, waren alle in einem Pro-Seniore-Haus in Bad Kreuznach untergebracht. Mit ihnen kehren auch die Mitarbeiter zurück, damit der persönliche Bezug bestehen bleibt. Pro Seniore habe allen ohnehin die Rückkehr in ihr früheres Haus garantiert. „Die meisten tun’s auch“, sagte Müller.

Noch nicht in Betrieb ist die hauseigene Großküche. In den ersten Tagen werden die Rückkehrer noch nicht von dort versorgt. Das Küchenpersonal müsse sich erst wieder einfinden und an die neuen Gegebenheiten anpassen, solange werde das Essen angeliefert, informierte Peter Müller. Erfreut zeigten sich Stadtbürgermeisterin Isabel Steinhauer-Theis und Verbandsbürgermeister Andreas Müller, die zur Wiedereröffnung gratulierten.

Neuer Name

Seit gestern firmiert das Haus auch unter einem neuen Namen. „Seniorenwohnpark Lauterecken“ heißt die Einrichtung ab sofort. Mit der neuen Bezeichnung wolle Pro Seniore dem aktuellen Trend in Richtung Betreutem Wohnen nachkommen. „Wir richten damit den Blick in die Zukunft, weil das Betreute Wohnen zunehmend an Attraktivität und Bedeutung gewinnt“, erläuterte der Pro-Seniore-Sprecher. Im Seniorenwohnpark gibt es nach Auskunft von Hausleiterin Erika Zapp 41 Wohneinheiten, von denen etwa 20 ebenfalls sukzessive wieder bezogen würden. „Wir kehren also langsam wieder zurück zur Normalität“, sagte Peter Müller.

Sanierung von Grund auf

Mehr als zwei Jahre hat es gedauert, das nicht nur durch Feuer, sondern auch durch Wasser geschädigte Gebäude wieder herzurichten. Bei mehreren Unwettern waren erhebliche Wassermengen durch den zerstörten Dachstuhl bis zum Keller eingedrungen und hatten das Haus in seinem Kern beschädigt. Monatelang liefen Trocknungsgeräte auf allen Stockwerken, um die Feuchtigkeit aus Wänden und Böden zu ziehen. Daher ließ sich auch eine zunächst für Sommer 2019 ins Auge gefasste Wiedereröffnung nicht halten. Auch der Wunsch, zum Jahresende 2019 öffnen zu können, erwies sich als zu optimistisch.

Auch nach umfangreichen Untersuchungen konnte die Ursache des Feuers nicht geklärt werden. Acht Monate nach dem Brand stellte die Staatsanwaltschaft das Verfahren ein.

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