Lauterecken
Kuladig – Veldenzstadt präsentiert ihre Kleinode künftig in überregionalem Internetportal
Seit 2017 gibt es in Rheinland-Pfalz kuladig. Kuladig ist ein Kunstwort aus den Begriffen Kultur, Landschaft und digital. Dahinter verbirgt sich ein digitales Informationssystem zum kulturellen Erbe in der Landschaft. Ab sofort beteiligt sich auch die Stadt Lauterecken an dem Projekt.
Die in der kuladig-Datenbank gesammelten Informationen über kulturelle Kleinode stehen jedermann kostenlos zur Verfügung. Nun ist also auch Lauterecken offiziell dabei. Es habe eine Mail von der Verwaltung an alle Gemeinden gegeben, dass man sich für eine Teilnahme an diesem Projekt bewerben könne, schildert Jan Fickert, bei der Stadt neben anderem für Archivpflege und kulturelle Angelegenheiten zuständig. Das sei kurz vor Anmeldeschluss gewesen. Man habe dann schnell reagiert. Zehn Gemeinden seien für das Projekt von der Struktur- und Genehmigungsdirektion in Neustadt ausgewählt worden. „Wir waren dabei“, sagt Fickert erfreut.
Wer also auf der Suche nach Kleinoden ist, kann durch kuladig auf das Veldenzstädtchen aufmerksam werden, das er womöglich nicht gezielt gesucht hätte. „Das kann nur positiv für die Stadt sein“, merkt Kulturexperte Fickert an. Für die Aufbereitung des Materials erhält das Projektteam wissenschaftliche Unterstützung durch Studenten der Universität Koblenz-Landau.
Suche nach Objekten
Zunächst einmal müssen aber Kleinode ausfindig gemacht werden, die in das System eingepflegt werden sollen. Mit der Bestückung des Portals könnten mehrere Ziele verfolgt werden, beschreibt Fickert. Da wäre zum einen der Bereich Bildung. Schulen hätten so die Möglichkeit, die wissenschaftlich aufgearbeiteten Informationen im Unterricht zu nutzen, nennt Fickert ein Beispiel. Auch der Bereich Tourismus könne davon profitieren. Abgerufen werden können die Informationen als Texte, Videos und Audios (Hörstücke).
Eine Projektgruppe, die einzelne Bausteine für das digitale Angebot sammelt, habe sich bereits gebildet. Zu ihr gehören neben Stadtbürgermeisterin Isabel Steinhauer-Theis auch der Beigeordnete und Vorsitzende des Heimat- und Kulturvereins Heinrich Schreck, ein Mitarbeiter der Verbandsgemeinde sowie mehrere Lauterecker Bürger.
Grundsätzlich gehe man ergebnisoffen an die Sache heran, sagt Fickert. Als Grundlage zur Erweiterung des Portals mit Lauterecker Sehenswürdigkeiten diene der Rundgang durch die Stadt mit Audioguide, der auf der Internetseite der Stadt verfügbar sei und in dem mehr als 20 Objekte beschrieben werden. Was davon in kuladig übernommen werde, sei noch offen. Das Projektteam lege die Prioritäten noch fest. Thematische Schwerpunkte, das stehe allerdings jetzt schon fest, seien der Innenstadtbereich und das Veldenzschloss, verrät Fickert. Informationen für die jeweiligen Texte werde er zur Verfügung stellen.
1000 Euro zusätzlich
Zur Verfügung steht laut Fickert auch ein Betrag von 1000 Euro, mit dem kleine Vorhaben finanziert werden können. Zu denken sei dabei etwa an die Erstellung von Luftbildern mittels einer Drohne oder auch an die Anfertigung einer multimedialen Darstellung des Veldenzschlosses wie es einmal ausgesehen haben könne, beschreibt Fickert diverse Möglichkeiten.
Das digitale und multimediale Projekt läuft bis in Jahr 2021 hinein. Bislang habe es ein allgemeines Treffen in Neustadt mit den teilnehmenden Kommunen gegeben, bei dem kuladig vorgestellt worden sei. „Wir stehen noch ganz am Anfang“, sagt Fickert. Ein geplanter Termin mit den Studenten im Mai in Lauterecken sei wegen der Corona-Krise in den Juni verlegt worden. Dann werden die Studenten das Städtchen bei einem Rundgang mit den Einheimischen begutachten und das Veldenzschloss unter die Lupe nehmen.