Herschweiler-Pettersheim Kriegserinnerungen: Bei Fliegeralarm nachts durch den Wald

Bis heute erinnern Funde an die allgegenwärtige Gefahr im Zweiten Weltkrieg. Edda Ohliger erinnert sich, wie sie bei Fliegeralar
Bis heute erinnern Funde an die allgegenwärtige Gefahr im Zweiten Weltkrieg. Edda Ohliger erinnert sich, wie sie bei Fliegeralarm mit Mutter und Bruder durch den Wald zum Bunker eilen musste.

Dröhnte in der Nacht der Alarm, hieß es für Edda Ohliger als kleines Kind raus aus dem Bett. Die langen Fußmärsche in der Dunkelheit haben sich ihr eingeprägt.

„Meine Mutter hat mir nie geglaubt, dass ich mich daran erinnere“, erzählt Edda Ohliger, geboren in Waldmohr und heute 82 Jahre alt. Denn in ihrer Erinnerung war sie gerade einmal drei Jahre alt und lebte mit ihrer Familie zusammen in Bundental (Landkreis Südwestpfalz) nahe der französischen Grenze. „Mein Vater war dort Gendarm und sollte später Juden nach Dachau begleiten.“ Weil er sich dieser Aufgabe verweigerte, wurde er als Soldat an die Front geschickt. Ohligers kleiner Bruder wurde nur wenige Wochen geboren, nachdem der Vater am 30. März 1942 im Krieg gefallen war, ordnet die 82-Jährige zeitlich ein.

Auch danach war das Leben des jungen Mädchen von Krieg geprägt. Besonders prägend waren für es die Nächte, in denen der Fliegeralarm dröhnte. „Nachts musste ich immer meine Kleider an lassen, damit mich meine Mutter bei drohender Gefahr schnell schnappen konnte.“

Mit Kinderwagen durch den Wald

Zusammen mit ihren Kindern flüchtete die junge Mutter in die Dunkelheit des Waldes. Während ihr kleiner Sohn im Kinderwagen lag, folgte Ohliger ihrer Mutter zu Fuß durch die Nacht. „Es war immer ein weiter Weg, um an den Schutzbunker zu kommen“, ruft sie sich ins Gedächtnis, „dabei hatte ich immer solche Angst, im Dunkeln verloren zu gehen.“

Wenig später siedelte die Familie nach Herschweiler-Pettersheim zu den Großeltern um, weil in Bundenthal bereits die Franzosen anrückten.

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