Lauterecken / Wolfstein RHEINPFALZ Plus Artikel Kommandowagen statt mobilem Blaulicht

Ein mobiles Blaulicht, das auf dem Dach haften bleibt.
Ein mobiles Blaulicht, das auf dem Dach haften bleibt.

45.000 Euro kostet der neue Kommandowagen für die Wehrleitung der Feuerwehr der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein. Noch dieses Jahr soll das Fahrzeug angeschafft werden, dabei hatte Bürgermeister Andreas Müller vergangene Woche noch gebremst: Es könnte doch stattdessen auch für 2000 Euro ein mobiles Blaulicht angeschafft werden, meinte er.

Und so hatte er in Mainz bei den Zuständigen für Brand- und Katastrophenschutz angefragt, ob ein solches Gerät wie aus dem Fernsehen nicht auch was für den Wehrleiter des Nordkreises sei. Ab aufs Autodach und los geht’s. Klingt erst mal einfach. Müller wollte nicht in den Kopf, wieso es ein neues Auto sein muss. Was würde der Rechnungshof und der Bund der Steuerzahler sagen, fragt er.

Auch Ratsmitglieder und Besucher des Verbandsgemeinderates am Montag in Medard sahen das ähnlich. „Unglaublich“ wurde da gemurmelt, als Müller das Thema ausführte. Das Fahrzeugbeschaffungskonzept der Feuerwehr sieht offiziell vor, ein Kommandofahrzeug für die Wehrleitung zu kaufen: Mit festem Blaulicht auf dem Dach, damit es schnell zur Einsatzstelle gehen kann. Die Anzahl der viel billigeren mobilen Blaulichter ist jedoch begrenzt, im Kreis dürfen sechs vergeben werden. Das ist nach Landesrichtlinie bezogen auf Einwohnerzahl und Fläche so festgelegt.

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Nur sechs für den Kreis

Auch Wehrleiter Markus Böhmer kam zu Wort. Er kritisierte die Verteilung der mobilen Blaulichter, von denen der Kreis nicht abweichen wolle. Zugeteilt sind sie dem Kreisfeuerwehrinspekteur (KFI), seinen Stellvertretern, zwei Notärzten sowie der organisatorischen Leitung des Rettungsdienstes. Er wolle dem KFI nicht auf die Füße treten, betonte Böhmer. Doch sei es schließlich so, dass der in der ersten Phase am Einsatzort gar nicht benötigt werde – und „könnte auf Deutsch gesagt mit dem Rad kommen“.

Seit 2016 bemühe man sich vergebens um die Blaulichtgenehmigung, erklärte Böhmer. Natürlich komme das mobile Gerät nur bei Bedarf aufs Dach. Dann ist für alle Straßenverkehrsteilnehmer ersichtlich: Der Fahrer hat es eilig, hat Wege- und Sonderrechte. Natürlich müsse der Wehrleiter nicht bei jedem Einsatz dabei sein, aber bei vielen, erklärt Müller, Bisher nutzte er seinen Privatwagen und werde vergütet.

Noch in diesem Jahr

Dies alles in Betracht ziehend, hat der Verbandsgemeinderat beschlossen, dass es jetzt ganz schnell gehen soll: Die Anschaffung des Kommandowagens soll noch in diesem Jahr erfolgen, um vom verminderten Mehrwertsteuersatz zu profitieren. 45.000 Euro wird das Fahrzeug kosten, es gibt einen Zuschuss von 12.000 Euro.

Müller betonte im Gespräch, dass es natürlich auch Vorteile gegenüber einem mobilen Blaulicht gebe: Immerhin sei so bei Einsätzen auch ein kleineres Fahrzeug vor Ort, mit dem beispielsweise schnelle Botengänge erledigt werden könnten.

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