Kreis Kusel
Kolumne zum Wochenende: Musikantenland-Preis – Ein bisschen von allem vielleicht?
Haben Sie schon vom Musikantenland-Preis gehört? Beziehungsweise vom Lichtenberg-Preis des Musikantenlandes, wie er laut Statut heißt und nun zum 14. Mal vergeben werden soll? Leider haben meine Stichproben ergeben, dass die meisten Menschen im Landkreis Kusel selbst und auch in angrenzenden Regionen diese Fragen wohl mit Nein beantworten werden.
Falls Sie jetzt im Internet recherchieren wollen, was ja eine gängige Methode in der heutigen Zeit ist, um sich zu informieren, muss ich Ihnen sagen: Lassen Sie es am besten gleich. Viel finden Sie dort nämlich nicht außer Verweisen auf beispielsweise den Westrichkalender von 2018. Falls Sie diesen zur Hand haben, können Sie in der Edition zum 200-jährigen Bestehen des Landkreises mehr zum 1984 eingeführten Preis nachlesen.
Anforderungsprofil: Ein bisschen von allem?
Da steht etwa, dass es zu Anfang vor allem um eine Komposition ging, die in der Tradition der Wandermusikanten zu halten sei. Dass sich mit den Jahren und den Preisträgern, vor allem mit den Zwillingen Roland (2005 bis 2008) und Bernhard (2008 bis 2011) Vanecek, jedoch die Ausrichtung gewandelt habe: Es gehe nun verstärkt darum, das musikalische Erbe der Wandermusikanten überregional bekannt zu machen.
Ganz einfach ist es jedenfalls nicht, das Anforderungsprofil zu durchschauen. Die Internetseite kulturpreise.de ordnet den Musikantenlandpreis in die Sparte Komposition ein. Bewerbung: nicht möglich. Vergabe durch den Burgrat. Preisgeld: 7500 Euro plus vier Wochen auf Burg Lichtenberg. „Ziel ist die Pflege und Weiterentwicklung der Westpfälzer Musikantentradition“, heißt es da. Das klingt vorwärtsgewandt, da soll jemand was tun.
Anders klingt das im Statut: „Zur Anerkennung besonderer Leistung auf dem Gebiete der Pflege und Weiterentwicklung.“ Da hat jemand was getan.
Weiter im Statut: Alle drei Jahre solle der Preis an einen Komponisten verliehen werden, der „volkstümliche Musik im Geiste der Westpfälzer Musikanten“ schreiben möge – spielbar für die Laienensembles in der Region.
Ganz schön viel. Ein bisschen von allem vielleicht?
Wer kümmert sich um die Dauerhaftigkeit?
Bleibt festzuhalten: Eine Definition dessen, was der Preis eigentlich wollen und sollen, tut Not. Es ist schön, wenn jeder Preisträger seiner Amtszeit einen eigenen Stempel aufdrückt. Es bringt aber nichts, wenn das derweil erreichte danach verpufft. Den Preisträgern könnte ein Gremium zur Seite gestellt werden, das auch dafür sorgt, dass auf Dauerhaftigkeit gesetzt wird – so der Burgrat das nicht leisten kann.
Vor allem wenn der Lichtenburg-Preis das Musikantenland (re-)präsentieren soll, dann muss es dafür heutzutage auch ein digitales Zuhause geben, wo sich Interessierte informieren können – und wo möglicherweise gar Hinweise zu den Kompositionen zu finden sind, falls das jetzt nicht zu viel verlangt ist von der Smart City ...