Kreis Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Kolumne „Nebenbei bemerkt...“ zu Festen und Abgeordneten

hoffnung2

Die Entscheidung zum Bauernmarkt raubt viel Hoffnung für die Festsaison, das Ergebnis der Wahlen gibt hingegen ein wenig für die Kreisfinanzen.

Nah am Wasser

Nun also ist die Entscheidung gefallen: Der Europäische Bauernmarkt findet auch in diesem Jahr wegen der Pandemie nicht statt. Zum zweiten Mal geht St. Julian als Veranstalter leer aus – dabei hatte sich die Gemeinde doch schon im vergangenen Jahr so sehr darauf gefreut, ihre vor der Zeit fertiggestellte, schmucke Ortsdurchfahrt Zehntausenden Besuchern zu präsentieren.

Die frühe Absage ist umso gravierender, weil der Ortsbürgermeister von St. Julian Philipp Gruber heißt. Und der ist, so ganz nebenbei, auch noch einer der Impfkoordinatoren bei der Kreisverwaltung. Er hat also mehr mit Corona zu tun als der Normalbürger. Dass er bei einer so frühzeitigen Absage – der Bauernmarkt findet traditionell Ende September statt – entscheidend beteiligt ist, spricht Bände für die anstehende Festsaison im Kreis Kusel. Sie wird vermutlich erneut weitgehend bis komplett ins Wasser fallen.

Aber zwei klitzekleine Hoffnungsschimmer gibt es noch für Großveranstaltungen wie Ohmbachseefest (Juli), Heimatfest Lauterecken (August) oder Kuseler Herbstmesse (September). Der erste: Vielleicht schaffen es die Verantwortlichen bei EU, Bund und Land tatsächlich noch, schnell und in ausreichendem Maße Impfstoff zu organisieren und diesen dann auch ruckzuck zu verimpfen. Wäre ein signifikanter Anteil der Bevölkerung durch die Impfung geschützt, gäbe es dazu noch ein, zwei Medikamente für die Akutbehandlung, könnte man vielleicht doch noch ganz zaghaft über Feste ab dem Spätsommer nachdenken.

Hoffnungsschimmer zwei: Der Bauernmarkt lebt in sehr starkem Maße vom ehrenamtlichen Engagement, bedarf zudem weitergehender Eingriffe, weil er eben nicht nur an einer einzigen Stelle über die Bühne geht, sondern ein ganzes Dorf umfasst. Das alles braucht deutlich mehr Vorlauf als professionelle Veranstaltungen auf einem sehr stark eingegrenzten Gelände.

Hinzu kommt, so traurig es ist: Die Profibeschicker sind einstweilen zum Nichtstun verdammt, erwarten sehnsüchtig die Möglichkeit, irgendwie wieder ihrem Gewerbe nachgehen zu können. Sie wären daher sehr schnell in der Lage, sich für eine Festivität startklar zu machen, wenn es grünes Licht gibt. Wir haben daher die Hoffnung auf die Herbstmesse 2021 noch nicht gänzlich aufgegeben.

Ein Novum für den Kreistag

Das große Thema diese Woche hieß: Wahlen. Darüber haben wir viel geschrieben, allerdings noch nicht alles. Denn das Ergebnis bedeutet für den Landkreis Kusel ein Novum. Gleich drei Abgeordnete hatte unsere kleine Gebietskörperschaft zwar schon seit dem Einzug von Andreas Hartenfels in den Landtag 2011. Was er aber noch nicht hatte: drei Landtagsabgeordnete, die zugleich im Kreistag sitzen.

Vielleicht schaffen es Oliver Kusch, Helge Schwab und Hartenfels ja mit möglichst vereinten Kräften, das laute Rufen des Kreistags nach einer besseren Finanzausstattung nun richtig authentisch in den Landtag zu bringen.

x