Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel Klimawandel erfordert neue Waldstruktur

Buchen vertragen Trockenheit und höhere Temperaturen im Zuge des Klimawandels nicht so gut. Daher soll der Buchenanteil im Laute
Buchen vertragen Trockenheit und höhere Temperaturen im Zuge des Klimawandels nicht so gut. Daher soll der Buchenanteil im Lauterecker Wald auf Dauer reduziert werden.

In einer Videokonferenz am Donnerstagabend hat sich der Stadtrat Lauterecken mit seinem Wald befasst. Dessen Baumartenstruktur soll im Hinblick auf den Klimawandel verbessert werden.

Revierleiter Dietmar Antoni stellte den Forstwirtschaftsplan 2021 vor und informierte, dass der Holzeinschlag weitgehend bereits bis zum Mai umgesetzt worden sei. Er rechnet mit Einnahmen von 18.083 Euro und Ausgaben von 17.600 Euro, was einen Überschuss von 483 Euro ergibt. Zudem erhielt die Stadt eine Prämie von 14.450 Euro vom Bund. Wie Antoni berichtete, ist das Geld für die Verbesserung der Waldstruktur gedacht. Beim Umbau des Waldes will Antoni den Anteil der Douglasie erhöhen, von Käfern befallene Fichten ernten und die Freiflächen neu bepflanzen.

Verjüngung anstreben

Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel erläuterte, dass es nach drei vergangenen, heißen Sommern das Ziel sei, den Wald zu stabilisieren und alte Bestände zu verjüngen. Es soll eine zweite Schicht Bäume geschaffen werden, falls die ältere Oberschicht ausfalle. Auf Nachfrage des Beigeordneten Peter Kriese (CDU), ob die Stadt von den gestiegenen Holzpreisen profitieren könne, erklärte Kleinhempel, dass die Holzkaufverträge mindestens ein halbes Jahr im Voraus verhandelt würden und sich die Preise nicht spontan angleichen.

Forstreferendarin Ina Wilken stellte das Forsteinrichtungswerk für die kommenden zehn Jahre vor. Sie erklärte, dass es in Zukunft wohl immer trockener werde und die Buche damit Schwierigkeiten habe. Die Eiche vertrage Trockenheit besser und sei auch weniger anfällig für Wind und Insekten. Ziel sei ein vielfältiger, klimaresistenter Wald, der möglichst kostendeckend und nachhaltig bewirtschaftet wird. Dazu soll der Bestand verjüngt und der recht hohe Eichenanteil erhalten werden. Diese sollen verjüngt werden, was es erfordere, einen Schutz vor Verbiss zu installieren, oder die Bejagung von Rehen zu intensivieren.

Aktuell 24 Baumarten

Dieter Drumm (FWG) fragte, ob ein höherer Eichenanteil nicht dem Eichenprozessionsspinner zuträglich sei. Kleinhempel erklärte, dass nicht hektarweise Eichen wachsen, sondern dazwischen immer wieder andere Baumarten stehen sollen. Eine bunte Mischung des Baumbestandes sei weniger anfällig als eine Monokultur. Aktuell sind im Lauterecker Wald 24 Baumarten zu finden. Zudem soll die Waldwegeführung beispielsweise um die Kalköfen verbessert werden.

Da Kappeln und Rothselberg ihren Wald verpachtet haben, mussten die Reviere Lauterecken und Wolfstein neu organisiert werden. Die Stadt hat entschieden, künftig unter staatlicher Revierleitung zu bleiben. Stadtbürgermeisterin Isabel Steinhauer-Theis sieht im Wald einen Mehrwert als Erholungsfläche. Dirk Reidenbach erkennt im Wald ein Allgemeingut, bei dem die schwarze Null auch in Ordnung sei und Matthias Müller sei selbst ein kleines Minus recht, da der Wald viele positive Aspekte habe. Kleinhempel nannte diese Einstellung „herausragend“ gegenüber anderen Gemeinden, die den Blick in erster Linie auf den finanziellen Aspekt legten.

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