Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel Klimaschutzmanager Frederik Staudt: Die Bürger mitnehmen

Direkt von der Uni: Frederik Staudt.
Direkt von der Uni: Frederik Staudt.

Mit Frederik Staudt hat nun auch die letzte Verbandsgemeinde im Kreis einen Klimaschutzmanager. Die komplexe Aufgabe des 27-Jährigen: Ideen entwickeln, um den Nordkreis fit für eine möglichst klimafreundliche Zukunft zu machen.

Als „Etwas für die Gesellschaft tun“ begreift Frederik Staudt den Job, den er Mitte Oktober angetreten hat. Die Bürger beim Thema Umweltschutz mitzunehmen, ist eines der Hauptanliegen des neuen Klimaschutzmanagers. Er weiß: „Der Klimagedanke ist noch nicht überall angekommen.“ Überzeugungsarbeit ist zu leisten. Auch deshalb sollen die Bürger eingebunden werden. Sie sollen eingeladen werden, bei Ideenworkshops mitzumachen und dabeizusein auf dem Weg zum Klimaschutzkonzept für die Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein.

Dieses zu erstellen, ist Hauptaufgabe des Klimaschutzmanagers, dessen Stelle und Aufgaben mit etwa 145.000 Euro für zwei Jahre zu 100 Prozent gefördert wird. Dazu wird Staudt mit einem externen Dienstleister zusammenarbeiten. Parallel dazu sollen erste Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden. „Es muss auch konkrete Ergebnisse geben. Die Leute sollen sehen, da passiert was“, sagt Bürgermeister Andreas Müller.

Ein Grenzgänger

Besonders die Solarenergie habe es ihm im Studium angetan, berichtet Staudt. Genauer: das Projekt Nemo, das Null-Emmissions-Mobilitätszentrum mit solarüberdachten Parkplätzen, Ladestationen und Car-Sharing am Umwelt-Campus Birkenfeld. Ein Modellprojekt für klimafreundliche Mobilität im ländlichen Raum.

Am Umwelt-Campus hat der Berufseinsteiger im Sommer den Bachelor in Wirtschaftsingenieurwesen und Umweltplanung gemacht. Einblicke in seine zukünftige Arbeit sammelte er bei einem Praktikum beim Klimamanagement der Verbandsgemeinde Birkenfeld. Aus Nohfelden im Saarland stammend und weiter dort lebend, bleibt Staudt nun Grenzgänger – noch mit Verbrenner. Er hoffe, sich bald ein E-Auto leisten zu könne. Um CO 2 zu sparen, lote er eine Mitfahrgelegenheit aus, berichtet der sportaffine Naturfreund.

In Lauterecken steht ihm dann das Elektrofahrzeug der Verbandsgemeinde für Dienstfahrten zur Verfügung. Langfristig solle der gesamte Fuhrpark umgestellt werden, dafür müsse aber auch die Ladekapazität erhöht werden, erklärt Müller: „Wenn die Elektrik im Haus neu gemacht wird.“ Und am liebsten mit Photovoltaikflächen auf Dächern und überdachten Parkplätzen. Vielleicht gar nicht so ferne Zukunftsmusik, findet der Bürgermeister.

Fantasie gefragt

Mobilität ist eine der Herausforderungen in der Region, in der Bus- und Bahnanbindungen schlecht sind, weiß Staudt. Klimafreundliche Alternativen sind gefragt, sei es die Reaktivierung der Glantalbahn oder Car-Sharing-Konzepte. Ein Potenzial der Region könnte der Wald vor der Haustür sein, erklärt er: Vom Borkenkäfer geschädigtes Holz könnte als Energiequelle für Nahwärmenetze genutzt werden.

Als Zukunftsaufgabe, die zusammen mit der Wirtschaftsförderung und dem Tourismus anzugehen ist, beschreibt Müller den Klimaschutz. Deshalb will er diese Bereiche mit fünf Mitarbeitern in einer Stabsstelle direkt beim Bürgermeister andocken. „Man muss Fantasie haben und bereit sein einzutauchen, zukunftsorientiert zu denken“, betont er. Um drei Jahre kann die Förderung des Klimaschutzmanagements verlängert werden, um an die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Konzept zu gehen.

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