Breitenbach
Klaus Weber bastelt eigenen Zauberwald mit Grünlings, Adlern und Phönixen
Seit diesem Jahr ist der Breitenbacher Klaus Weber im Vorruhestand. Deshalb hat er viel Zeit und hilft in der Gemeinde aus, hat dort einen kleinen Nebenjob, wie er erzählt. „Wir haben Holz gemacht und ein umgefallener Baum hatte so eine spannende Form: Da dachte ich, da kann man was draus machen“, berichtet Weber. Er sei Läufer und entdecke im Wald immer wieder Wurzeln, Äste und Holzstücke, deren Formen ihn an alle möglichen Wesen erinnern: „Manche sehen aus wie ein Adler oder ein Phönix, teilweise mit zwei Metern Spannweite.“
Das Holz holt er dann aus dem Wald, säubert es erst einmal gründlich und entfernt morsche und faule Stellen. Dann wird es bunt angestrichen, mit Augen versehen – und fertig ist das Fabelwesen. Die Naturfarbe dafür habe er vom Bauhof bekommen, „das hatten die übrig“. Manche Figuren nennt er „die Grünlings“: „Kennen Sie die Minions aus den Filmen? Das sind sozusagen deren Vorfahren. Wie die Minions, nur grün, mit großen Augen“, sagt der 61-Jährige. Die anderen Wesen haben noch keinen Namen. Der werde sich aber im Laufe der Zeit ergeben.
Jeden Tag angesprochen
Die fertigen Figuren bringt Weber dann wieder zurück in den Wald und schraubt sie mit großen Schrauben an alten Baumstümpfen fest. „Die sollen da ja schon bleiben und nicht mitgenommen werden.“ Der Wald ist inzwischen schon mit 15 seiner Wesen bevölkert, und es werden immer mehr. Das gehe schnell: „Als ich vor zwei Monaten damit angefangen habe, waren es ruck, zuck drei bis vier Stück.“
Bis zum Kindergarten wolle er seinen Zauberwald bauen, „ich mache so lang, wie ich kann und Lust habe“. Allzu groß solle er aber auch nicht werden, sagt Weber. Derzeit brauche er neues Material. Falls jemand zufällig schöne Wurzeln herumliegen habe, werde er die gerne annehmen, betont er.
Seine Motivation für die Verschönerungsaktion: „Die Leute freuen sich, ich werde jeden Tag im Dorf darauf angesprochen, und es macht mir einfach Freude, wenn da ein Dank zurückkommt“, sagt der Breitenbacher. Er sei zwar im Saarland geboren, erzählt er, wohne aber sein ganzes Leben schon hier. „Ich habe schon festgestellt, dass mehr Leute da in den Wald gehen und teilweise nachschauen, ob es was Neues gibt.“ Beschwerden habe es noch keine gegeben, auch Hunde hätten wohl bisher keine Angst vor den Figuren gehabt.
Für die Allgemeinheit
Freude am Arbeiten mit Holz hatte der gelernte Autoschlosser, der lange bei Bosch gearbeitet hat, schon immer. „Mein Vater hat auch schon immer viel mit Holz gearbeitet. Er hat so Blumengestecke und Wägelchen gebastelt und andere Figuren aus Holz gemacht. Da habe ich als Kind geholfen“, erzählt er. Schon vor seinem Ruhestand habe er Kunstwerke mit der Laubsäge geschaffen und damit das Haus dekoriert – kleine Nikoläuse aus Baumstämmen zum Beispiel. „Jetzt habe ich Zeit und kann etwas für die Allgemeinheit schaffen.“