Schönenberg-Kübelberg RHEINPFALZ Plus Artikel Kirche St. Valentin: Umbau kostet mehrere Millionen Euro

Die Kirche St. Valentin wird unter modernen Gesichtspunkten umfänglich umgebaut.
Die Kirche St. Valentin wird unter modernen Gesichtspunkten umfänglich umgebaut.

Die Kirche St. Valentin wird in drei bis vier Jahren kaum noch wiederzuerkennen sein. Wegen erheblicher Bauschäden wird sie unter modernen Gesichtspunkten umgebaut. Bei der Pfarrversammlung am Samstag wurden die derzeitigen die Pläne vorgestellt.

An Allerheiligen feierte die Gemeinde St. Valentin zum vorläufig letzten Mal einen Gottesdienst in ihrer Kirche. Jetzt ist sie geschlossen. „Aber nur vorübergehend“, betonte Pfarreiratsvorsitzender Erwin Dilk in seiner Begrüßung. Mit Unterstützung der Diözese Speyer werde das Gotteshaus „verändert, an die Zahl der Gläubigen und an die aktuellen Erfordernisse angepasst“.

Wie die Kirche einmal aussehen wird, das zeigte anschaulich ein Modell sowie Pläne, die Architekt und Bauingenieur Klaus Meckler, Geschäftsführer des gleichnamigen Büros aus Kaiserslautern, mitgebracht hatte. Das sei, sagte er, schon der zwölfte Entwurf. Ein Zeichen dafür, dass die Aufgabe ziemlich schwierig ist.

Erhebliche Bauschäden

Meckler verwies auf ungezählte Sitzungen und Workshops, die vorausgegangen seien. Als Herausforderung bezeichnete er die Verantwortung „mit der Schöpfung und dem Kulturgut der Vorgänger umzugehen“ und gleichzeitig eine tragfähige Lösung für die Zukunft zu schaffen.

Die Kirche St. Valentin wurde 1702 eingeweiht. Im 19. Jahrhundert wurde die Sakristei an der Nordseite angebaut. Eine wahrlich gravierende Veränderung erfuhr die Kirche Mitte der 1960er-Jahre: Sie wurde nicht nur saniert, sondern auch massiv erweitert. Dabei wurde das Langhaus zum Chorraum umfunktioniert. Statt bisher 400 Plätzen wies sie nun etwa 770 auf.

Diese hohe Anzahl an Sitzplätzen wird heute nicht mehr gebraucht. Hinzu kommen erhebliche Bauschäden: Den dünnen Stahlbetonstützen haben Salze, Umweltgifte und saurer Regen massiv zugesetzt, wie Meckler ausführte. „Die Konstruktion ist nicht zu retten.“

Bis zu 250 Plätze

Unter der Prämisse, dass die Kirche sich nach außen öffnen und transparenter für die Menschen werden soll und will, wird der Raum nun völlig umgestaltet und verkleinert. Zunächst wird ein Umgang geschaffen, der den neuen Teil mit dem aus dem 17. Jahrhundert zusammenführt. Der Altar rückt nach Süden. Auf diesen werden die Gläubigen von drei Seiten blicken. Rund 200 Besucher finden künftig auf den Bänken Platz; mit zusätzlicher Bestuhlung bis zu 250. Begrenzt wird der Altarraum nach oben hin von einem Baldachin, der sich nach draußen fortsetzt. Den Abschluss bildet – Stand jetzt – eine Holzkonstruktion.

Geben wird es laut Meckler einen großzügigen Hofbereich. Auch hier könnten Gottesdienste gefeiert werden, für Veranstaltungen bietet er sich ebenfalls an. Gleichzeitig wird über diesen Hof eine Verbindung zum Valentinshaus und zur Kindertagesstätte hergestellt. Sollte die Kirchengemeinde wieder wachsen, wäre es möglich, das gesamte Areal zu überdachen. Die seitlichen Eingangstüren erinnern weitläufig an die jetzigen.

Materialien werden wiederverwendet

Die Sakristei wird unverändert bleiben. Die „Urkapelle“ der ersten Kirche wird als Andachtsraum und Vorraum der Sakristei gestaltet. Auch der Taufstein wird hier platziert. Die Heiligenfiguren werden an der Nordwand aufgestellt. Gewünscht ist, die Orgel wieder an ihre alte Stelle zu rücken. Ob das – wie auch ihre umfassende Restaurierung – möglich ist, hängt davon ab, ob die Kirchengemeinde Fördermittel erhält. Ein Antrag soll bei der Deutschen Stiftung Denkmalschutz gestellt werden.

Im Sinne der Ressourcenschonung und der Nachhaltigkeit würden die Materialien der bisherigen Kirche weitestgehend recycelt und wiederverwendet, führte Pfarrer Michael Kapolka aus. Altar, Ambo, Unterstand des Tabernakels, die Fliesen des Bodens würden geschreddert „und irgendwo eingebaut“. Die Glasfenster, Blickfänge der jetzigen Kirche, werden auf jeden Fall wieder zu finden sein.

Noch im November soll mit dem Ausräumen begonnen werden. Kapolka und Meckler rechnen mit einer Bauzeit von drei bis vier Jahren. Die Kosten belaufen sich laut Pfarrer „auf mehrere Millionen Euro“. Das Bistum Speyer übernimmt davon 85 Prozent, der Rest bleibe an der Kirchengemeinde hängen.

x