Kreis Kusel Kaum Zweifel am vierten Stern

Kusel/Rio de Janeiro. Deutschland gegen Argentinien. Das große Finale am morgigen Sonntag um 21 Uhr im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro nähert sich unaufhaltsam. Holen Jogis Jungs den vierten Weltmeister-Titel nach Deutschland, oder machen die Argentinier ihnen – wie 1986 in Mexiko – einen Strich durch die Rechnung? Wir haben uns bei Fußball-Experten aus dem Kreis Kusel umgehört. Der Glaube ans deutsche Team ist groß.
„Deutschland wird Weltmeister“, ist sich Timo Molter, Spieler und erster Vorsitzender beim TuS Schönenberg, sicher. Auf die Frage nach dem Warum, antwortet er mit einer trefflichen Gegenfrage: „Warum nicht?“ Die Deutschen seien die einzige Mannschaft, die sich im Turnierverlauf stetig gesteigert habe, befindet Molter. Bei anderen Teams sei die Entwicklung genau andersrum verlaufen, sagt er und liefert die Niederlande als Beispiel. Für das Endspiel hat er indes eine klare Erwartungshaltung: „Wenn beide Mannschaften ihre Leistungen aus dem Halbfinale wiederholen, kann der Weltmeister nur Deutschland heißen. Dann gibt es auch ein klares Ergebnis. 4:1 oder sowas in der Richtung.“ Auf den Fußballplätzen zuhause ist der aus Hinzweiler stammende Andreas Stuber. Lange Jahre als Greenkeeper beim FCK beschäftigt, verdient er inzwischen seine Brötchen in gleicher Funktion beim VfB Stuttgart. Er schlägt in die gleiche Kerbe wie Timo Molter: „Ganz klar, Deutschland gewinnt! Sie haben sich nach der Systemumstellung kontinuierlich gesteigert und hätten den Titelgewinn inzwischen auch echt verdient.“ Dass der Weltmeister nur Deutschland heißen kann, das ist auch die Ansicht von Jochen Pfaff, lange Jahre unter anderem beim SV Brücken und TuS Breitenbach zwischen den Pfosten und inzwischen Coach beim TuS. „Wir stellen einfach die beste Mannschaft, was Spielstruktur und auch Disziplin auf dem Platz angeht“, sagt Pfaff. Zudem strahle jeder einzelne Spieler mehr Torgefahr aus als sein jeweiliges Pendant bei den anderen Teams. In der Abwehr passe es seit dem Frankreich-Spiel auch, und über den Torwart brauche man gar nicht zu reden. Jochen Pfaff wünscht sich, „dass wir klar gewinnen und Miro Klose seine Laufbahn krönen kann. Wenn er den Deckel drauf machen würde, das wär´s doch.“ Deutschland als Weltmeister, das ist auch der Tipp und Wunsch des Fußballkreis-Vorsitzenden Karl-Heinz Scherer aus Ginsweiler. „Ich denke, dass das 7:1 gegen Brasilien auch psychologisch richtig wertvoll ist und wir im Vergleich zu den Argentiniern auch die besseren Einzelspieler haben.“ Wichtig sei es, den argentinischen Superstar Lionel Messi nicht ins Spiel kommen zu lassen. Defensiv wirke die Löw-Truppe stabiler, so dass er auf ein 3:1 für Deutschland tippt. Scherer erhofft sich von einem möglichen Titel aber auch einen Kick in Sachen Jugendfußball: „Vielleicht bekommen wir dann im Jugendbereich allgemein auch wieder mehr Zuspruch, und es stellt sich eine Art Kehrtwende ein.“ Das DFB-Team ist auch für Luisa Sander, Spielerin bei Frauen-Verbandsligist SpVgg Rehweiler-Matzenbach und Trainerin der B-Juniorinnen, der kommende Weltmeister: „Weil Jogi es geschafft hat, aus super Einzelspielern eine Mannschaft zu formen, in der jeder bereit ist, alles zu geben. Auch die, die nicht zu den ersten Elf gehören.“ „Argentinien ist schon eine andere Hausnummer. Eine technisch gute Mannschaft, die zudem auch defensiv stark ist“, befindet Karl Metzger, Vorstandsvorsitzender der TSG Wolfstein-Roßbach Natürlich hofft auch er, dass sich die deutsche Mannschaft am Sonntag den Titel holt. Ein schnelles Tor könnte dabei sehr hilfreich sein, meint Metzger, für den es auch ein Schlüssel sein wird, Messi aus dem Spiel zu nehmen. Damit und durch den wahrscheinlichen Ausfall von Angel di Maria würde Argentinien weniger Torfgefahr ausstrahlen, prognostiziert Metzger. Insgesamt bestätige sich bei dieser WM aber eine alte Weisheit: „Deutschland ist einfach eine Turniermannschaft. Wir haben uns von Spiel zu Spiel gesteigert. Deshalb tippe ich auch auf ein 2:0 für unsere Elf.“ (rax)