Spiel der Woche
Kalte Dusche für den FV Kusel in der 65. Minute
Der TuS Schönenberg, der in der vergangenen Saison noch in der Bezirksliga spielte, hat nach der Auftaktniederlage gegen Burglichtenberg den ersten Dreier geholt. Der FV Kusel, der zum Saisonstart ein 2:2 gegen Landstuhl erkämpft hatte, wartet hingegen weiter auf den ersten Sieg.
Die Rollen waren zu Beginn klar verteilt: Schönenberg übernahm sofort die Initiative, Kusel stand tief und versuchte, die Räume eng zu machen. Doch bereits in der sechsten Minute schlug der Bezirksliga-Absteiger zu. Nach einer schnellen Kombination durchs Zentrum kam der Ball zu Niklas Buhles, der nicht lange fackelte und aus rund 20 Metern wuchtig ins linke Eck schoss – ein sehenswerter Treffer zum 0:1.
Chancen Mangelware
Die Gastgeber wirkten zunächst geschockt, fanden dann aber überraschend schnell eine Antwort. In der zwölften Minute leitete Sascha Theis einen Angriff aus dem Mittelfeld ein. Sein präziser Pass in den Lauf von Nick Sullenberger setzte den Kuseler Angreifer in Szene. Von der rechten Strafraumseite zog dieser ab und traf per Flachschuss ins linke untere Eck zum 1:1. Danach entwickelte sich ein Spiel, in dem die Gäste zwar feldüberlegen blieben, klare Chancen jedoch Mangelware blieben.
Nach der Pause verflachte das Spiel zunächst. Viele Ballverluste, ungenaue Zuspiele und kaum strukturierte Angriffe prägten die Partie. Kusel hatte in dieser Phase jedoch die Riesenchance, das Spiel zu drehen: In der 61. Minute schickte Theis mit einem Steilpass Moritz Bernd auf die Reise. Schönenbergs Keeper Felix Denzer eilte aus dem Strafraum, trat jedoch am aufspringenden Ball vorbei. Bernd hatte freie Bahn, schoss aus spitzem Winkel aber nur an den Außenpfosten.
Nur eine Minute später fast der nächste Paukenschlag: Kusels Angriff über die rechte Seite, flacher Pass in die Mitte, Daniel Alexander kam frei zum Abschluss – doch sein harter Schuss prallte von der Querlatte zurück ins Feld.
Die kalte Dusche
Statt Kuseler Führung folgte die kalte Dusche: In der 65. Minute setzte sich Dennis Becker auf dem rechten Flügel gegen zwei Gegenspieler durch und flankte präzise in den Strafraum. Dort standen gleich drei Schönenberger völlig frei, und Benedikt Jakobi nickte aus kurzer Distanz zur erneuten Gästeführung ein. In der Schlussphase fehlte Kusel die Kraft, noch einmal zurückzukommen. Schönenberg nutzte die Räume konsequent. In der 87. Minute erhöhte erneut Buhles per direkt verwandeltem Freistoß auf 1:3. Den Schlusspunkt setzte Erik Scheer in der Nachspielzeit mit einem satten Distanzschuss zum 1:4-Endstand.
Kusels Spielertrainer Suren Hovsepyan sparte nach der Partie nicht mit Kritik: „In der ersten Halbzeit haben wir fast keine Zweikämpfe geführt und nicht das umgesetzt, was wir seit Wochen trainieren. Unser Ausgleich kam durch einen Ballverlust des Gegners – das war unsere einzige Aktion vor der Pause. In der zweiten Hälfte haben wir zwei Riesenchancen. Machen wir das 2:1, kann das Spiel kippen. Stattdessen kassieren wir das 1:2 und brechen danach ein.“
Schönenbergs Coach Dennis Göddel freute sich über den Sieg, warnte jedoch vor zu viel Euphorie: „Man merkt, dass wir uns in der A-Klasse noch anpassen müssen. Der Fußball ist einfacher, direkter, körperbetonter. Heute haben wir in der ersten Halbzeit dominiert, am Ende vielleicht ein Tor zu hoch gewonnen. Kusel hatte zwei sehr große Möglichkeiten – da hätten wir uns nicht beschweren dürfen, wenn es anders läuft.“