Leichtathletik RHEINPFALZ Plus Artikel Königsberglauf: Ein verirrter Läufer und die Gipfelstürmer

Ramon Bernardon (vorne) gehörte zu den Favoriten, lief zunächst an der Spitze des Feldes. Kurz vorm Gipfel des Königsberges wurd
Ramon Bernardon (vorne) gehörte zu den Favoriten, lief zunächst an der Spitze des Feldes. Kurz vorm Gipfel des Königsberges wurde er von Lukas Rheinheimer gestellt.

Lukas Rheinheimer heißt der Gesamtsieger des 18. Königsberglaufes in Hinzweiler. Schnellste Frau auf dem Weg zum Gipfel und zurück wurde Denise Böhres. Allerdings fehlten im Ziel drei Läufer. Zwei tauchten schnell wieder auf, einer blieb verschollen. Doch es gab ein Happy End.

Gleich vom Start weg setzte sich Ramon Bernardon (LTF Marpingen) an die Spitze des Feldes. Zeitweise konnte er seinen Vorsprung in den knackigen Steigungen gar noch ausbauen. Doch Lukas Rheinheimer (TV Rodenbach), der das erste Mal in Hinzweiler an den Start ging, lief kurz vorm Gipfel auf. Er passierte den in Gimsbach beheimateten Läufer und baute in den steilen Bergabpassagen seinen Vorsprung weiter aus, kam schließlich nach 52:41 Minuten ins Ziel. Bernardon verlor dann auch noch seinen zweiten Platz an Sascha Christmann vom LC Donnersberg, der seinen Kontrahenten knapp einen Kilometer vor dem Ziel überholte und die Ziellinie nach 55:14 Minuten überquerte. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ erklärte Bernardon seinen Leistungseinbruch mit aufkommenden Wadenkrämpfen: „Mir gingen einfach die Beine zu, ich wollte schon gehen.“ Die schnellste Frau, Denise Böhres, benötigte für die 13 Kilometer lange Strecke 1:08:12 Stunden.

Den Sechs-Kilometer-Lauf gewann in 27:25 Minuten Hannes Christiansen vom 1. FC Kaiserslautern. Bei den Frauen siegte Stefanie Merle-Christiansen, ebenfalls vom 1. FCK. Im 1000-Meter-Schülerlauf gab es nur zwei Anmeldungen. Im Ziel war dann Jakob Christmann vom TuS Olsbrücken vor Max Ziemer. Mit sieben Läufern war nicht nur die LG Ohmbachsee die teilnehmerstärkste Mannschaft, sie stellte mit Andreas Hüther auch den schnellsten Läufer aus dem Südkreis. Hüther wurde mit 59:48 Minuten Erster in der Altersklasse M50.

Mit 71 Jahren: Herausforderung Königsberglauf

Auch wenn viele Läufer um Platzierungen und den Sieg kämpften, für Annika Mettel stand der Spaß im Vordergrund. Gleichwohl war für die Fußballerin der SG Eßweiler-Rothselberg insbesondere der Abschnitt anspruchsvoll, der die Läufer über eine Wiese führte und sie dabei der prallen Sonne aussetzte. Als „glücklicher“ Letzter überquerte Hartmut Dec nach 53:17 Minuten die Ziellinie nach sechs Kilometern. Dec kommt aus Odenbach, läuft schon seit mehr als 30 Jahren für den TV Meisenheim und hat bisher noch keinen Lauf in Hinzweiler ausgelassen: „Auch wenn mir heute die Hitze etwas zu schaffen machte, bin ich glücklich mit 71 Jahren ohne Kniebeschwerden und sonstige Schmerzen mich noch dieser Herausforderung stellen zu können“, sagte er im Ziel.

Das Gros der Athleten schätzt den Lauf auch und gerade wegen der familiären Atmosphäre: Ein großes Kuchenbüffet wie auch ein reichhaltiges Essensangebot gehören dazu. Doch die Organisatoren, allen voran Werner Lang, waren enttäuscht angesichts von nur 37 Teilnehmern am Sonntag. Mühselig ergründen zu wollen, warum nicht einmal annähernd die letztjährige Teilnehmerzahl von 84 erreicht werden konnte.

In Wolfstein wieder aufgetaucht

Und dann gab es noch eine Schrecksekunde, fehlte im Ziel doch schließlich ein Starter. Der Läufer hatte wohl auf den schattigen Höhenwegen einen Richtungspfeil übersehen, verlor völlig die Orientierung und traf erst in Wolfstein, weitab des Hinzweilerer Sportplatzes, wieder auf Zivilisation. Von dort ging’s per Anhalter zurück nach. Beim Wiedersehen war Organisator Werner Lang die Erleichterung förmlich ins Gesicht geschrieben, hatte er doch zwischenzeitlich bereits eine Suchaktion gestartet. Am Ende waren alle im Ziel und für seine außergewöhnliche Odyssee gab’s für den „Orientierungsläufer“ noch einen kleinen Sonderpreis.

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