Thallichtenberg / Wolfstein
Jugendherbergen: Bis zu 63 Prozent weniger Übernachtungen
Im Vergleich zum Jahr 2019 sind die Übernachtungszahlen in allen 42 Jugendherbergen in Rheinland-Pfalz und im Saarland laut Geditz um mehr als 55 Prozent zurückgegangen. „Lagen wir 2019 noch bei 1.032.346 Übernachtungen, waren es im Jahr 2020 nur 455.708. Dies ist ein Rückgang von 576.656 Übernachtungen“, nennt der Vorstandsvorsitzende konkrete Zahlen.
Von dieser Entwicklung waren und sind auch die beiden Jugendherbergen im Kreis Kusel betroffen. „In Thallichtenberg haben wir im vergangenen Jahr 8801 Übernachtungen gezählt – das sind 10.363 weniger als im Jahr 2019 (19.164). Dies ist ein Rückgang von etwas mehr als 54 Prozent“, berichtet Geditz.
„In Wolfstein lagen die Übernachtungszahlen im vergangenen Jahr bei 8527 – gegenüber den Zahlen von 2019 (22.974) bedeutet dies einen Rückgang um 14.447 Übernachtungen – also fast 63 Prozent“, ergänzt der Vorstandsvorsitzende.
Gravierende Folgen
Dieser Trend lässt sich aufgrund der anhaltenden Pandemiesituation auch im laufenden Jahr beobachten. „2021 betrug der Verlust an Übernachtungen in den ersten vier Monaten in Thallichtenberg rund 5.400 und in Wolfstein rund 6.500 Übernachtungen“, bedauert Geditz. „Das bedeutet, dass infolge des Lockdowns von März bis Mai 2020 und des anhaltenden Lockdowns seit November 2020 in beiden Jugendherbergen insgesamt 36.710 Übernachtungen verloren gegangen sind.“
Der Rückgang der Übernachtungszahlen habe gravierende wirtschaftliche Folgen. Um diese abzumildern, hat das Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend kürzlich 100 Millionen Euro für den Erhalt der gemeinnützigen Einrichtungen aufgelegt. Geld, das die Jugendherbergen dringend benötigen. „Wie auch in anderen Bereichen, die von der Corona-Krise und insbesondere vom Lockdown erheblich betroffen sind, sind die Unterstützungsmaßnahmen zwingend notwendig, auch für den Bestand der Jugendherberge auf Burg Lichtenberg und der Jugendherberge Wolfstein“, erklärt Geditz.
Arbeit geht weiter
Ohne diese staatlichen Hilfsmaßnahmen könnten die Jugendherbergen nicht überleben, weil sie zurzeit wegen der Schließung keine Möglichkeit haben, Einnahmen zu erzielen. Dies bedeute auch, dass man alle Möglichkeiten nutzen müsse, um Geld einzusparen. Eine Möglichkeit ist laut Geditz, dass alle Mitarbeiter sich derzeit in Kurzarbeit befinden. Die Häuser aber einfach zu schließen und erst wieder zu öffnen, wenn man wieder Gäste empfangen dürfe, sei aber nicht möglich.
„Auch im Lockdown ist es notwendig, sich um die Häuser zu kümmern, damit keine Schäden entstehen und diese in einem idealen Zustand auf die Wiedereröffnung vorbereitet sind“, sagt der Vorstandsvorsitzende. Außerdem müsse der Kontakt mit den Gästen gehalten und Buchungsanfragen müssten bearbeitet werden. „Dafür wird die zur Verfügung stehende Arbeitszeit genutzt“, berichtet Geditz.
Sicherheit geht vor
Wann man wieder Gäste empfangen dürfe, sei aber noch unklar. „Annou Adelmann von der Jugendherberge Burg Lichtenberg, Christian Patsch von der Jugendherberge Wolfstein und ihre Mitarbeiter, für die diese Situation ebenfalls belastend ist, hoffen aber natürlich darauf, dass der Betrieb bald wieder aufgenommen werden kann“, weiß der Vorstandsvorsitzende.
Gerade über die jüngsten Feiertage hätten sich viele Familien auf ein paar unbeschwerte Ostertage in der Jugendherberge gefreut. „Wir hatten darauf gehofft, dass dies über Ostern wieder möglich ist. Diese Hoffnung hat sich wegen der derzeit wieder steigenden Infektionszahlen aber leider zerschlagen. Dies ist natürlich auch enttäuschend für unsere Gäste“, sagt Geditz.
Verständnis trotz Besorgnis
Allerdings liege das Augenmerk der Jugendherbergen auf der Fürsorge und der Sicherheit für die Gäste. „Das Hygienekonzept der Jugendherbergen, wie es auch schon im letzten Sommer in Wolfstein und Thallichtenberg umgesetzt wurde, sorgt für Sauberkeit und Hygiene in allen Bereichen und gewährleistet somit für unsere Gäste einen sicheren Aufenthalt“, verspricht Geditz.
Für die aktuellen Regelungen habe man deshalb Verständnis. „Wir tragen die Maßnahmen mit. Wichtig ist, dass die Grundregeln im Umgang mit Corona von allen eingehalten und auch kontrolliert werden. Ansonsten laufen alle Maßnahmen ins Leere und gehen zu Lasten derer, für die die Einhaltung der Regeln selbstverständlich ist, und deren Existenz davon abhängt“, sagt Geditz.
Es bleibe zumindest die Hoffnung, dass der Lockdown bald zum Erfolg führt. „Es muss alles daran gesetzt werden, dass der Sommerurlaub wieder möglich ist“, fordert der Vorstandsvorsitzende.