Lauterecken
Jenni Bearce betreut und vermittelt ausgesetzte Katzen
Jenni Bearce aus Lauterecken liebt Tiere. Deshalb widmet sie ihre gesamte Freizeit der Hilfe von Katzen, Hunden und Vögeln. Vor drei Jahren hat sie eine Streunerhilfe gegründet. Neben der 43-Jährigen gehören dieser Barbara Schummel, Tanja Theiß und Sarah Schmitt an. Das Quartett kümmert sich um streunende Katzen.
Bearce stammt aus dem US-Staat Colorado. Ihre Mutter wurde in Lauterecken geboren und kehrte 1996 mit ihrer Tochter in die Veldenz-Stadt zurück. Bereits als Kind habe sie ein Faible für Tiere entwickelt, sagt Bearce. „Eines Tages kommst du noch mit einem Elefanten nach Hause“, habe ihre Mutter einmal zu ihr gesagt. Soweit ist es natürlich nie gekommen, erzählt die gelernte Verkäuferin, die jetzt als Raumpflegerin tätig ist. Die Tiere, denen sie sich annimmt, seien deutlich kleiner. Die 43-Jährige hat schon aus dem Nest gefallene Jungvögel und auch junge Fledermäuse aufgepäppelt. Auch herrenlose Hunde habe sie schon aufgenommen und sich auf die Suche nach den Eigentümern gemacht.
Viele Jungtiere werden aufgegriffen
Bearce ist hauptsächlich in der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein aktiv – wobei sich in Lauterecken ein Schwerpunkt herauskristallisiert habe. Im Bereich des Lauterecker Bahnhofes tauchten immer wieder unkastrierte und kranke Katzen auf. Auch junge, manchmal nur wenige Wochen alte Katzen werden aufgegriffen. Bearces Wahrnehmung ist, dass es in den vergangenen zwei Jahren immer mehr ausgesetzte Tiere gebe. Vielleicht ein Nebeneffekt der Pandemie? „Während der Pandemie schafften sich viele ein Tier an, weil sie keine Gelegenheit hatten, etwas zu unternehmen. Danach seien einige Katzen ausgesetzt worden“, sagt sie. Eine Vermutung, die das Kreisveterinäramt mehrfach bestätigte.
Kürzlich hätten Passanten eine etwa fünf Wochen alte Katze im Bereich der Ampelanlage in der Saarbrücker Straße gefunden und Bearce um Hilfe gebeten. Das kleine Kätzchen mit rotem Fell hatte entzündete Augen, und Bearce brachte das Tier zu einer Kuseler Tierärztin, die zur Behandlung eine Salbe verschrieben habe. Nach dem Tierarztbesuch nahm die 43-Jährige das Tier mit nach Hause. „Bis die Katze zwölf Wochen alt ist, bleibt sie bei mir“, sagt sie. Während dieser Zeit begebe sich die 43-Jährige, die selbst sieben Katzen und einen Hund hält, auf die Suche nach einem Zuhause für das Jungtier. Dabei achte sie darauf, dass es den Samtpfoten Tier bei den neuen Besitzern gut geht, die Katze geimpft und nach einigen Monaten kastriert werde. Dies lasse sie sich auch vertraglich bestätigen, berichtet sie. Die Kastration sei wichtig. Denn durch die vielen neugeborenen Katzen entstünde viel Leid. Allerdings reagiere so mancher Katzenbesitzer harsch, wenn man sie auf die Notwendigkeit der Kastration aufmerksam mache: „Das geht Sie überhaupt nichts an“, bekomme Bearce immer wieder zu hören.
Bisher rund 60 Katzen vermittelt
Bis heute habe sie rund 60 Katzen vermittelt. Katzen, die mindestens zwei Jahre seien, seien nicht vermittelbar: Diese Katzen hätten auch einen großen Freiheitsdrang und würden häufig großen Schaden in ihrem neuen Zuhause verursachen. Seien diese älteren Tiere kastriert, werden sie wieder dort ausgesetzt, wo sie aufgegriffen wurden.
Bei ihren Aktivitäten werde sie von ihrer Mutter und ihren beiden Kindern unterstützt. Am Anfang ihrer Hilfe hat sie noch viel aus eigener Tasche bezahlt. Das habe aber ihre finanziellen Möglichkeiten überschritten. Deshalb habe sie sich an den Tierschutzverein Kusel gewandt, der sich wiederum bereit erklärt hatte, die Arztkosten zu übernehmen.
Info
Wer die Streunerhilfe unterstützten möchte, könne dies lediglich mit Sachspenden, wie Futter und Transportboxen tun. Geldspenden nehme sie keine an, , sagt sie.