Ramstein RHEINPFALZ Plus Artikel Jadis bietet viel Neues bei einzigem Deutschlandkonzert

Die Band Jadis gab in Ramstein ihr einziges Deutschlandkonzert (von links): Bassist Andy Marlow, Sänger Gary Chandler, Keyboarde
Die Band Jadis gab in Ramstein ihr einziges Deutschlandkonzert (von links): Bassist Andy Marlow, Sänger Gary Chandler, Keyboarder Martin Orford und rechts hinten Schlagzeuger Steve Christey.

Die britische Progrockband Jadis gab am Donnerstag in Ramstein ihr einziges Konzert in Deutschland. Ausverkauft war es trotzdem nicht.

Was passiert wohl, wenn jahrzehntelange Erfahrung auf anhaltende Kreativität trifft und das Ergebnis auf ein zwar relativ kleines, aber begeisterungsfähiges Publikum zur Begutachtung trifft? Nun, dann ergibt sich fast zwangsläufig so etwas wie jenes Konzert, das am Donnerstagabend mit der britischen Progrockband Jadis über die Bühne der Lounge im Congress Center Ramstein (CCR) ging. Das in diesem Jahr einzige Konzert in Deutschland hatte viele positive Elemente zu bieten.

Da ist einerseits und vor allem die Musik. Irgendwo auf dem weiten Feld zwischen (Neo) Progressive Rock und Hardrock präsentierten Sänger und Gitarrist Gary Chandler, Bassist Andy Marlow, Schlagzeuger Steve Christey und Keyboarder Martin Orford einen breit angelegten Querschnitt durch das Schaffen der Band in den letzten Jahrzehnten. Ja, so lange gibt es die Band tatsächlich schon: Ihre Ursprünge gehen auf die frühen 80er Jahre zurück. Auch wenn die Besetzung längst nicht mehr die originale ist – nur noch Frontmann Chandler ist dabei) –, zeigte das Quartett auch und gerade in den älteren Titeln wie dem druckvollen „This Changing Face“ und selbst noch in etwas zurückgenommenen Stücken à la „A Life Is All You Need“ hohe Qualitäten in Sachen Spieltechnik und Ausdruck.

Angenehm stark

Weil die Band sich stetig weiterentwickelt hat, konnte man nach einer erfreulich kurzen Pause im zweiten Set des Konzerts gut erkennen, wie angenehm stark und buchstäblich progressiv sich nun erst recht die jüngsten Jadis-Titel aus dem Album „More Questions than Answers“ (2024) anhörten.

Noch komplexer als früher im Aufbau, vielfach und verstärkt mit ausgesprochen melodiösen Strukturen versehen, erinnerte zwar manches durchaus schon mal an zuvor von der Band Gehörtes (wie könnte es bei der langen Bandgeschichte auch anders sein), man konnte zugleich aber sehr viel Neues, Überraschendes und Nachspürenswertes in Titeln wie „Do You Know“ heraushören. Ellenlange, sauber auslaborierte Gitarrensoli über tragende Keyboard-Klangwelten mit allerlei vertrackten Akkorden waren in diesem Part besonders wirkungsvolle Elemente.

Scherze mit den Fans

Zum guten Eindruck trug die Konzert-Atmosphäre in Ramstein bei. Die kleine, fast schon intime Lounge im CCR erlaubte einen ständigen und unmittelbaren Austausch mit dem (leider nicht allzu großen) Publikum, das sich allenthalben begeistert und applausfreudig zeigte. Auf der überschaubaren Bühne selbst fühlten sich die vier Musiker sichtlich wohl, machten untereinander und zur Freude der Fans kleine Scherze, sie mit und in jedem Titel pure Energie und Spielfreude aus.

Sogar die Lichttechnik war auf Zack. Als einmal die Farbe Grün in einem Song eine wichtige Rolle spielte, tauchte man glatt den ganzen Raum für die Dauer des Titels entsprechend in grünes Licht. So geht gute Unterhaltung. Und so gelang ein guter, hochwertiger, für Publikum und Band gleichermaßen zufriedenstellender Konzertabend zwischen Tradition und Moderne.

Info

Der nächste Progrock-Diamant vor Ort ist bereits terminiert: Am Donnerstag, 11. September, tritt die ebenfalls britische und nicht ganz unbekannte Band Pendragon für ihr einziges Konzert in Deutschland in diesem Jahr in Ramstein auf.

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