Lauterecken
In der „Kinderstadt“ Berufe und Institutionen kennenlernen
„Kinderstadt“ bedeutet: Den Kindern sollen verschiedene Berufe und Institutionen einer Stadt nähergebracht werden. Ein Teil wurde im Gebäude der Janusz-Korczak-Schule nachgestellt, hierzu zählen beispielsweise Werkstätten, die Musikschule und ein Sport-Parcours. Andere Einrichtungen wie die Kirche und die Stadtbücherei werden hingegen tatsächlich besucht.
Veranstalter ist die evangelische Jugendzentrale Otterbach-Lauterecken. Deren hauptamtliche Mitarbeiter und Pfarrer Norman Roth werden tatkräftig von vielen Ehrenamtlichen unterstützt. Diese Hilfe sei unerlässlich, da nur so Veranstaltungen in diesem Rahmen möglich seien. 23 Kinder haben sich für das Programm angemeldet. Alleine, sagt Annette Junkes, wäre dieses Angebot nur für wesentlich weniger Kinder machbar. Sie ist eine der hauptamtlichen Mitarbeiter der Kirche. „Wir sind offen für alle“, erklärt Junkes, auch wenn die evangelische Kirche der Träger des Ferienprogramms sei.
Ein VIP-Ausweis für jedes Kind
Leider seien auch sie wegen der Corona-Pandemie eingeschränkt und müssten ihre einzelnen Projekte an die geltenden Regeln anpassen. Hierfür wurden die Kinder in drei feste Gruppen eingeteilt. Diese hätten jeweils einen Betreuer zur Seite gestellt bekommen. Jedes Kind habe einen so genannten VIP-Ausweis erhalten, auf dem der Familienname der Gruppe vermerkt ist. Neben dem regelmäßigen Lüften und Desinfizieren muss die Verpflegung in diesem Jahr selbst übernommen werden. So soll das Ansteckungsrisiko gesenkt werden.
Dennoch sind die Beteiligten überzeugt, dass das Ferienprogramm trotz der Umstände gelingt. Eine der ehrenamtlichen Helferinnen ist Fiona-Joy Schreiner. Sie erzählt im Gespräch mit der RHEINPFALZ, dass für die Kinder von 9 bis 13 Uhr Stationen bereitstehen, wo getanzt, gebastelt und gespielt wird.
Eine dieser Stationen ist die „Musikschule“, die in der Küche der Janusz-Korczak-Schule vorbereitet wurde. Hier wird mit sogenannten Boomwhackers Musik gemacht. Dabei handelt es sich um unterschiedlich lange Kunststoffröhren, die beim Aufschlagen verschiedene Töne erzeugen. Stellt man die Röhren der Länge nach auf, erinnert sie an eine Kirchenorgel.
Töne für die Musiksuppe
Da die Kinder wegen der Hygieneregeln nicht zusammen singen dürfen, begleiten sie mehrere Musikstücke mit dem Boomwhackers. Das macht sowohl den Jüngsten als auch den Ältesten große Freude. Während es der sechsjährigen Anna und dem siebenjährigen Jan besonders viel Spaß macht, wenn alle durcheinander schlagen, findet die elfjährige Samina das Spielen im Rhythmus besser. Luise, sieben Jahre alt, freut sich über die schöne Melodie, die gespielt wird und ist gespannt auf die Woche. Zu der für Musik eher ungewöhnlichen Atmosphäre in der Küche scherzt Konstanze Klein: „Wir spielen gute Töne zur Musiksuppe.“ Sie leitet die Station gemeinsam mit Cindy Gaulke.
Aber auch die anderen Stationen, die die Kinder bisher absolviert haben, gefallen ihnen gut. Dazu zählt neben der Werkstatt, in der gemalt und gebastelt wird, auch der Sport-Parcours. Dieser ist in dem Motorraum der Janusz-Korczak-Schule aufgebaut. Hier wird gelaufen, gerannt und gespielt. Dabei haben Magnus und Charlie, neun und zehn Jahre alt, besonders viel Spaß. „Hier kann man so schön herumtoben“, erzählt Magnus. Charlie findet vor allem das Klettern super.
Kirschkernkissen gefertigt
Ausgesprochen gut angenommen wurde auch der Besuch der Apotheke. Dort fertigten die Kinder ihre eigenen Kirschkernkissen.
Bei einer Sache sind sich aber alle Teilnehmer einig: Sie sind sehr gespannt darauf, was sie in der Woche noch erleben. Denn sie wissen nicht, was noch alles geplant ist. Das bleibt nämlich eine Überraschung.