Thallichtenberg RHEINPFALZ Plus Artikel Impressionen vom Mittelalterlichen Sommermarkt auf Burg Lichtenberg

Die Mischung macht’s: hier Gewandete, dort Zivilisten.
Die Mischung macht’s: hier Gewandete, dort Zivilisten.

Für Augen, Ohren und Nase war am Wochenende einiges geboten beim Mittelalterlichen Sommermarkt auf Burg Lichtenberg. Hier gab es etwas zu entdecken, dort etwas zu erleben und zu trinken – und nicht zuletzt boten sich allerlei Motive für Erinnerungsfotos. Auch die RHEINPFALZ hat Impressionen gesammelt.

Bei strahlendem Sonnenschein, der schon fast zu heiß niederbrannte, flanierten „Gewandete“ und Zivilisten unbekümmert nebeneinander über die Burg Lichtenberg: Der Mittelalterliche Sommermarkt bot übers Wochenende wieder die Möglichkeit einer Zeitreise, viel Vergnügen, Speis und Trank sowie viele Foto- und Filmmotive. Vor allem Kinder fanden immer wieder etwas Neues zu entdecken.

Mit Spiel und Spaß: Kuseline Lena Stutzkeitz probiert sich an einem Wurfspiel.
Mit Spiel und Spaß: Kuseline Lena Stutzkeitz probiert sich an einem Wurfspiel.

Wie zum Beispiel Helmut Drumm und seine beiden Esel, die vom Platz vor der Zehntscheune aus ihre Runden um die Burg drehten – ganz gemächlich, denn die Hitze machte nicht nur den Zweibeinern zu schaffen. Dazu klang die Bardenmusik von Absolem über die Burg, die an Bänkelsängerlieder erinnerte. Zum ersten Mal war diese Gruppe bei einem Mittelaltermarkt auf Burg Lichtenberg dabei – ganz im Gegenteil zu der Combo Spilldeyvel. Auch diese alten Bekannten waren aus Trier angereist.

Fotomotive allenthalben

Kühles Met floss den Gästen durch die Kehlen – um dann gestärkt das große Angebot erkunden zu können. Stilecht in handgenähte Gewänder einkleiden konnten sich die Besucher – vorausgesetzt, dass es den Mittelalterfans nicht schon beim Betrachten der langen Burgfräulein-Kleider oder Fellmäntel höllisch heiß wurde.

Eine stilechte mittelalterliche Hochzeit haben Birke und Frank gefeiert – wahrlich eine Erinnerung fürs Leben.
Eine stilechte mittelalterliche Hochzeit haben Birke und Frank gefeiert – wahrlich eine Erinnerung fürs Leben.

Hier wurde ein Foto am Pranger geschossen. Dort posierte ein Mädchen mit weißem Kleid und Wappenschild am Arm in einer Schießscharte. Wahrlich große Mengen an Bildmaterial sind dieses Wochenende gewiss entstanden.

Vergängliche Erinnerung

Etwas kürzer andauernd sind die Erinnerungen, die Gabriele Philipp alias Vayu schuf: mit Henna-Malerei auf die Haut vor allem von Kindern und Frauen. Beim Besuch der RHEINPFALZ gestaltete die Künstlerin gerade mit filigranen Strichen eine Waage über dem Knöchel einer Frau. „Eine persische Waage in selbst angerührter Hennafarbe“, erläuterte Vayu. Etwa drei Wochen wird das Symbol für den Ausgleich, zugleich Sternzeichen der Besitzerin auf Zeit, auf der Haut halten.

Es gibt viel zu entdecken.
Es gibt viel zu entdecken.

Gleich daneben gab es eine Parfümerie. „Das ist arabisches Parfüm, eingebettet in Wachs“, sagte Vayu und zeigte auf die bunten quadratischen Wachswürfel mit dem aromatischen Duft nach Rosen, Limone und Minze sowie Sandelholz. „So verfliegt der Duft nicht so schnell“, erläuterte sie diese Darbietungsform.

Authentisches Mittelalter-Ambiente

Für Augen und Nase gab es wahrlich vieles zu entdecken auf Burg Lichtenberg. An einem Handelskontor konnte man „Nützliches und Skurriles aus aller Welt“ erwerben. Im Museum Zehntscheune waren Ritterrüstungen, Wappenschilde und Holzschwerter ausgestellt. Auch für die Ohren gab es Unterhaltsames: Eine Dame spielte eine munter-beschwingte Weise auf einer Ocarina, einer hölzernen Gefäßflöte. Für authentisches Mittelalter-Ambiente sorgten auch Gaukler und die Samtschlangen mit ihren Tänzen. Spielmannszüge zogen über das Burggelände – Filmfans fühlten sich vielleicht an Szenen aus dem „Glöckner von Notre Dame“ erinnert.

Nicht zuletzt gab es Informatives, etwa über das Handwerk eines Steinmetzen. „Das ist das zweitälteste Gewerbe der Welt“, erklärte Thomas Mazur. „Wir wollen hier das Handwerk demonstrieren und zeigen, wie die Sachen aus Stein gemacht wurden, mit Knüpfel und Eisen, heute nimmt man dazu einen Meißel.“ Damit wurden Schriftzüge keilförmig vertieft in den Stein geschlagen. „Dazu hält man das Eisen leicht schräg. Heute macht man das mit technischer Unterstützung durch einen Presslufthammer. Aber ansonsten arbeiten wir heute noch ähnlich wie schon im Mittelalter.“

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