Haschbach
„Im Winter fehlt der Umsatz“ – Pfarrei sucht neuen Pächter für Remigiusberg
Die Gastro-Szene der „Kulinarischen Landstraße“ – wie der Kreis sich selbst so gerne nennt - dünnt sich weiter aus. Wie die katholische Pfarrei Kusel auf ihrer Internetseite öffentlich macht, werden ab sofort Bewerbungen für den gastronomischen Betrieb auf dem Remigiusberg angenommen. Eigentümerin des Restaurants ist die katholische Kirchenstiftung der Pfarrei St. Remigius Remigiusberg.
„Ich höre zum 31. Dezember auf dem Remigiusberg auf“, bestätigt Pächter Frank Pilger der RHEINPFALZ. Seit elf Jahren hatte er das Lokal betrieben. Dass ein Wechsel kommen werde, sei schon klar gewesen, sagt Pilger. Der Verwaltungsrat der Pfarrei habe nach Auskunft des Gastronomen eine Neuverpachtung nach zehn Jahren angestrebt. Laut Pfarrer Nils Schubert wurde der Wechsel bereits vor längerer Zeit beschlossen, als die Corona-Situation noch nicht absehbar gewesen sei. Zu den weiteren Gründen konnte Schubert nichts sagen.
Abendgeschäft fehlte
Doch Pilger verlässt den Remigiusberg auch auf eigenen Wunsch, wie er berichtet. „Im Sommer kann man hier Geld verdienen, im Winter aber fehlt der Umsatz“, schildert er das Problem. Zu seinen Spezialitäten gehörten Flammkuchen, Steaks und Hausmannskost. Zudem habe ihn die Corona-Krise in seinem Entschluss gestärkt. Die Krise habe ihm stark zugesetzt, sagt Pilger, der einen Umsatzeinbruch von 50 Prozent registriert: „Das komplette Abendgeschäft fehlte, daraufhin mussten wir die Öffnungszeiten ändern und haben den Betrieb abends eingestellt.“ Seither war an sechs Tagen der Woche nur noch von 12 bis 19.30 Uhr geöffnet.
Ab kommendem Frühjahr will Pilger das Restaurant Silbersee in Landstuhl betreiben. Für den 48-Jährigen, der von Bruchmühlbach-Miesau nach Haschbach pendelte, liegt dies wesentlich näher. Die drei Mitarbeiter vom Remigiusberg will er in Landstuhl übernehmen.
Der in attraktiver Lage gelegene Gastronomiebetrieb sei eines der touristischen Anziehungspunkte im Kreis Kusel, wirbt die Pfarrei auf ihrer Internetseite. Zudem sei der Ausflugsort angebunden an ein hervorragendes Wandernetz. Ferner wird die große Terrasse mit attraktivem Ausblick ins Glantal hervorgehoben.
Kirche will Konzept sehen
Das Pachtverhältnis soll für die Dauer von fünf Jahren mit Option auf Verlängerung geschlossen werden. Die Kirchengemeinde verlangt vom Pächter, ein Konzept über den ganzjährigen Betrieb der Propstei vorzulegen. Darin sei auch darzulegen, wie die Kirchengemeinde mit eingebunden werden könne und welche Veranstaltungen – etwa im Hinblick auf kirchliche Festtage – geplant seien. Der Bewerbungsschluss ist für 31. Oktober festgesetzt.
Das Gasthaus ist 1842 als Pfarrhaus gebaut worden und steht unter Denkmalschutz.