Medard RHEINPFALZ Plus Artikel IGM-Erweiterungspläne: Warten auf das Gutachten

Die Erweiterung würde rechts neben die bisherigen Gebäude gebaut. Der Neubau wäre rund 400 Meter lang und etwa 50 Meter breit.
Die Erweiterung würde rechts neben die bisherigen Gebäude gebaut. Der Neubau wäre rund 400 Meter lang und etwa 50 Meter breit.

Es steht weiterhin in den Sternen, ob der Fassadenhersteller IGM sein geplantes Werk 4 am bisherigen Standort im Glantal bauen kann. Die Gutachten sind noch nicht fertig. Auch für einen Großauftrag wartet IGM noch auf die Entscheidung.

Die schnell wachsende IGM hatte bereits unmittelbar nach Eröffnung von Werk 3 vor drei Jahren angekündigt, wegen der gut gehenden Geschäfte und zur Erhöhung der Effizienz ein Werk 4 bauen zu wollen. Der Fassadenhersteller hatte sich mehrere mögliche Standorte im Landkreis und außerhalb angeschaut und war zu dem Schluss gekommen, dass eine Erweiterung am bisherigen Standort Priorität hat.

Allerdings: Die Expansion würde sich ins Glantal erstrecken – in Hochwasserschutz- und Überflutungszonen. Daher hat IGM im vergangenen Sommer hydrologische Gutachten in Auftrag gegeben, um herauszufinden, welche Auswirkungen ein solcher Bau – auch einer auf Stelzen ist im Gespräch – überhaupt sowohl auf die Hochwassersituation am Glan sowohl im vorgelagerten Lauterecken als auch in Medard und Odenbach haben würde und ob er dann wasserrechtlich genehmigt werden könnte.

„Ermutigende Zwischenergebnisse“

Zum Herbst hätten die Ergebnisse vorliegen sollen, doch die Gutachten lassen noch auf sich warten. Mehrheitseigner Michael Groß sagte auf RHEINPFALZ-Anfrage, es seien unter anderem noch Messungen für die „sehr umfangreichen Gutachten“ notwendig: „Wir wollen ja der Struktur- und Genehmigungsbehörde, die für das Wasserrechtliche zuständig ist, eine gute Grundlage für ihre Entscheidung liefern.“ Er rechne damit, dass die Gutachten Anfang März vorliegen.

Vom Inhalt dieser Gutachten hängt ab, ob IGM überhaupt im Glantal bauen oder sich ein anderes Gelände suchen muss. Allerdings hat Groß Hoffnung: „Die Untersuchungen sind sehr teuer und sie laufen in Abschnitten. Wenn die bisherigen Zwischenergebnisse nicht ermutigend wären, würden wir da kein weiteres Geld mehr investieren.“

Hoffen auf Luxemburger Großprojekt

Allerdings ist die wasserrechtliche Genehmigung nicht die einzige Hürde, die IGM nehmen muss. So hängt eine Expansion am bisherigen Standort unter anderem auch davon ab, ob sich eventuelle Auflagen für den Bau überhaupt wirtschaftlich darstellen lassen. Und ob beispielsweise sonstige Umweltschutzbelange dem Projekt im Wege stehen. „Bevor wir das angehen, warten wir die wasserrechtlichen Ergebnisse ab. Denn wenn es nach denen nicht geht, können wir uns auch alle weiteren Studien sparen.“

Warten muss IGM auch eine Entscheidung in Luxemburg. Dort sind die Medarder zusammen mit einem Mitbewerber in der Endausscheidung für ein Großprojekt. Dieses würde laut Groß ein Volumen von rund 30 Millionen Euro ausmachen – das wäre mehr als die Hälfte eines Jahresumsatzes, der sich für IGM zuletzt auf rund 50 Millionen Euro belief. Groß rechnet hier ebenfalls mit einer Entscheidung bis März.

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