Spiel der Woche RHEINPFALZ Plus Artikel Hermannsberger wieder auf Kurs

Der Treffer zum 3:1: Samuel Schreiner schließt sein Solo im Fallen ab. Der Grieser Abwehrchef Marvin Müller kann nur zuschauen,
Der Treffer zum 3:1: Samuel Schreiner schließt sein Solo im Fallen ab. Der Grieser Abwehrchef Marvin Müller kann nur zuschauen, sein Torhüter Pascal Hennes ist ebenfalls machtlos.

Die SpVgg Welchweiler ist zurück in der Spur. Mit dem 4:1 (0:1) über den TuS Gries hat das schwach gestartete Team vom Herrmannsberg den zweiten Sieg in Folge in der C-Klasse Gruppe A 1 gefeiert. Die Grieser spielten nur eine Halbzeit lang mit.

In Minute 72 war’s Zeit für das schönste Tor des Tages. Denis Miller fädelte die Aktion ein, behauptete den Ball und spielte hinaus auf den linken Flügel. Dort war am Sonntagnachmittag ein steter Unruheherd mit Namen Samuel Schreiner unterwegs. Diesmal in Höhe der Mittellinie startend, ließ Schreiner locker seinen Kontrahenten Etienne-Joel Rübel stehen. Kurvte umgehend nach innen, um sich im Strafraum mit dem Grieser Abwehrchef Marvin Müller anzulegen.

Müller zog im direkten Duell merklich zurück, traute sich nicht, richtig in den Zweikampf – kaum verwunderlich, hatte er doch eine gute Viertelstunde zuvor an fast derselben Stelle denselben Gegenspieler über die Klinge springen lassen, seinem Team einen Elfmeter und sich selbst den gelben Karton eingehandelt.

Schreiners Solo

Schreiner jedenfalls nahm die Einladung an und brachte nach seinem Sololauf noch die Kraft auf, um konzentriert abzuschließen. Es war das 3:1 – und damit waren alle Zweifel am Sieg der Hausherren beseitigt.

Denn die Gäste – vor dem Wechsel stark – spielten zu diesem Zeitpunkt praktisch nicht mehr mit. „Wir haben aufgehört, Fußball zu spielen“, zürnte Roman Stiller. Dabei hatte der Spielertrainer immer wieder versucht, seine Mannen mitzureißen. Alleine aber konnte auch Stiller – auffälligster Spieler auf dem Rasenplatz in St. Julian – die Kastanien nicht aus dem Feuer holen.

TuS lässt Chancen verpuffen

Vor dem Wechsel hatte der wuchtige Offensivakteur noch Unterstützung erfahren. Da spielten die Gäste gut, nicht nur gut mit, gingen auch früh in Führung. Stiller, wer sonst, hatte den Treffer markiert. In der Folge rollten auch weiterhin vielversprechende Angriffe Richtung Jan Forsters Kasten. Allerdings überboten sich die Gäste beim Abschluss gegenseitig in Sachen Harmlosigkeit. Alles verpuffte – und das sollte sich rächen.

Denn schon ab Mitte des ersten Durchgangs sendeten die Hausherren deutliche Lebenszeichen. Der Grieser Keeper Pascal Hennes aber wendete zunächst Flurschaden ab. Die größte Tat zeigte er in der 39. Minute, als die Grieser erstmals Schreiner spazieren gehen ließen und schlichtweg nicht eingriffen. Der Flügelflitzer durfte hin- und herwuseln, sich den Ball zurechtlegen und abziehen. Hennes aber fischte die Kugel aus dem Winkel. Der Torhüter durfte sich mehrfach auszeichnen, vor wie nach der Pause. Entscheidender Unterschied: Nach dem Wechsel musste Hennes viermal hinter sich greifen.

Zwei Elfmeter

Für den Ausgleich musste der Elfmeter herhalten, nachdem Müller den flinken Schreiner unfair gestoppt hatte. Thomas Bolzer verwandelte sicher (55.). Zehn Minuten später schoss Spielertrainer Andre Stemler die Gastgeber in Front. Nach Schreiners Kraftakt war die Partie gelaufen. Stemler aber legte noch einen drauf, als er in der vierten Nachspielminute davonstob und nur mit unfairen Mitteln zu stoppen war. Diesmal verwandelte der stürmende Coach selbst.

Debakel schnell vergessen

„In der zweiten Halbzeit waren wir ja klar besser“, fand Stemler den Sieg letztlich verdient, wusste allerdings nur zu gut, dass sich sein Team Durchhänger wie in Hälfte eins nicht allzu oft leisten darf, will es in der Endabrechnung oben stehen. „Platz eins bis drei“, erneuerte Stemler das Saisonziel. Durchaus drin – immerhin scheint das 1:6-Heimdebakel vor zwei Wochen gegen die US-Soccer-Truppe abgehakt.

So spielten sie

SpVgg Welchweiler: Jan Forster – Brandt (46. Klinkenberg), Böser, Simon, Pfleger (34. Studt) – Braun, Eichmann, Denis Miller, Schreiner – Bolzer, Stemler (90.+5 Martin Miller)

TuS Gries: Hennes – Etienne-Joel Rübel, Müller, Michael Fauß – Boger (46. Samuel), Becker (65. Schulz) – Pascal Rübel, Steinhorst, Stiller, Biefeld – Frank Fauß (46. Schenke)

Tore: 0:1 Stiller (13.), 1:1 Bolzer (55. Foulelfmeter), 2:1 Stemler (65.), 3:1 Schreiner (72.), 4:1 Stemler (90.+4 Foulelfmeter) – Gelbe Karten: Böser, Stemler – Müller – Beste Spieler: Schreiner, Stemler, Miller – Hennes, Stiller – Zuschauer: 93 – Schiedsrichter: Grad (Kaiserslautern).

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