Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel Heller, freundlicher und praktischer: neugestaltete Roseninsel

An den Rankhilfen werden Rosen und weitere Pflanzen emporranken. Der Bereich könnte für freie Trauungen genutzt werden.
An den Rankhilfen werden Rosen und weitere Pflanzen emporranken. Der Bereich könnte für freie Trauungen genutzt werden.

Die Sanierung der Lauterecker Roseninsel zeigt viele Fortschritte. Sie soll ein Ort der Ruhe mitten in der Stadt sein. Welche Projekte bereits umgesetzt wurden.

Nach langer Planung sind nun Ergebnisse der Stadtsanierung an der Lauterecker Roseninsel zu sehen. Am Mittwoch erfolgte die mangelfreie Abnahme – auch wenn derzeit noch jeder Schritt knirscht. Der finale Feinschliff steht noch aus, weitere Sperrungen wird es keine geben und die nächsten Projekte stehen in den Startlöchern.

Heller, freundlicher und praktischer – so kommt die neu gestaltete Roseninsel, ein Ort der Ruhe mitten in der Stadt, jetzt daher. „Es hat alles reibungslos geklappt. Wir hatten immer gutes Wetter und es wurde viel bewegt“, bilanziert Stadtbürgermeisterin Isabel Steinhauer-Theis. Zu Beginn wurden Totholz und abgestorbene Bäume entfernt, um „mehr Lichtraum zu schaffen“.

Ab März ging es mit der Firma des Lautereckers, Andreas Jung, ans Eingemachte. „Es lief gut, es wird bestimmt keine Beanstandungen geben“, war Jung sicher. Der Rundweg ist weiter vorhanden, jedoch wurden die Wege gepflastert und deutlich breiter angelegt. Das Geländer in Flussrichtung rechts wurde entfernt, der Weg weiter in die Mitte versetzt, sodass nun freie Sicht auf das Gewässer herrscht.

Barrierefreier Zugang

Die Roseninsel ist weiterhin barrierefrei in Flussrichtung links über die Brücke erreichbar, barrierearm mit Fahrradschiene über die Treppen aus der Stadt kommend, da der Radtourismus deutlich zugenommen habe. Dominiert wird das Gelände von Grün – auch wenn der frisch eingesäte Rasen gerade erst zu keimen beginnt.

Besonders auffällig ist neben den breiten Wegen der zentrale Kommunikationsraum, an dem, passend zum Namen, Rosen, aber auch weitere Pflanzen ranken werden. Der Raum, umrahmt von großen Rankhilfen, könnte beispielsweise auch Ort freier Trauungen werden; dafür sei die Stadt schon häufiger angefragt worden, berichtet die Stadtbürgermeisterin.

LED-Lampen installiert

Sicher ist bereits, dass dort in der kommenden Woche noch vom Stadtbeigeordneten Karl-Josef Hammes Einbaustrahler angebracht werden. Vergangene Woche wurden LED-Lampen gesetzt, deren Abstrahlung gezielt nach unten zeigt und damit weniger sogenannte Lichtverschmutzung erzeugt, erklärt Steinhauer-Theis. Hammes hat für verschiedene Szenarien Kabel verlegt, um später größere Eingriffe zu vermeiden.

Um die Insel mit Wasser und Abwasser zu erschließen – das war bisher einer der Hinderungsgründe für Veranstaltungen dort – wurde, anstatt mit schwerem Gerät einen Graben durch die Lauter zu ziehen, die Insel durch eine Spülbohrung unter der Lauter hindurch erschlossen.

Wasserrechtliche Auflagen

Der Weg zur Stadtscheune ist angelegt, ein mit Vlies und Schotter ausgekleidetes Loch zur Dachentwässerung vorhanden, da ein Ableiten in die Lauter nicht zulässig sei, wie Michael Müller, Landschaftsarchitekt, und Manfred Sehy vom Planungsbüro BBP Kaiserslautern erklären. Die Insel habe gewisse wasserrechtliche Auflagen, denn sie sei im Hochwassergebiet – aber die geltenden Rahmenbedingungen seien eingehalten, alles „HQ100 verträglich“. Daher sollten Hochwasser, die alle 100 Jahre vorkommen, der Roseninsel nichts anhaben können.

Dort gibt es auch bereits einen Anschluss, um bei Festen beispielsweise einen Bierstand unkompliziert auf eine bereits gepflasterte Fläche an der Stadtscheune stellen zu können. Die Stadtscheune ist eines der kommenden Projekte, um sowohl private als auch städtische Feste zu feiern. Zuvor soll noch der geplante Jugendfreiraum am Marktplatz kommen.

Ziel sei die Eröffnung im Frühjahr, berichten Annemarie Lorenz von der Verwaltung und Steinhauer-Theis. Jedoch sei das abhängig von Faktoren wie Witterung, Firmen und Co. „Die Jugendlichen warten aber schon darauf“, weiß die Stadtbürgermeisterin. Zunächst wird ein Bauantrag für den Spielplatz, Sitzgelegenheiten, ein Volleyball-Feld und neue Fußwege gestellt, um den Bereich aufzuwerten.

Sitzgelegenheiten kommen noch

Doch zurück zur Roseninsel, an deren Spitze weiterhin der Freundschaftsstein steht. Eine Tanne wich, Büsche werden noch zurückgeschnitten, sodass der Blick auf die sich teilende Lauter sowie die historische Lauterbrücke offen wird. „Ein Postkartenmotiv“, zeigt sich Lorenz begeistert. Dort und an anderen Plätzen wird es künftig auch Sitzgelegenheiten geben.

Obwohl mit als Erstes bestellt, lassen die „robusten, aber auch edlen“ Bänke bis Ende Oktober auf sich warten, berichtet Steinhauer-Theis. Ihre Standorte sind bereits erkennbar an den rot gepflasterten Ausbuchtungen des Weges. Derzeit sind alle gepflasterten Bereiche eingesandet, sodass Schritte noch knirschen, jedoch wird erst Regen die Fugen füllen. Das finale Einkehren erfolgt, wenn die Bänke vor Ort sind.

Rosen am Freundschaftsstein

Das Planungsbüro BBP Kaiserslautern spendet noch einen weißblühenden Strauch. Am Freundschaftsstein sollen noch passend zur Freundschaft und den Stadtfarben Rosen gepflanzt werden. Für die Bepflanzung sorgte Blumen Sievers aus Lauterecken.

„Ohne Planungskosten und Bänke wurden bislang 260.000 Euro verausgabt“, berichtet die Stadtbürgermeisterin. Über die Stadtsanierung erhält Lauterecken 80 Prozent Zuschuss. Der Eigenanteil sei eine freiwillige Ausgabe, „aber nichts tun ist keine Option. Es bewegt sich etwas, das ist für die Zukunft gebaut. Und es hat einen Mehrwert für alle“.

Rechts im Bild der barrierefreie Zugang zur Roseninsel. Zur Innenstadt müssen Stufen bewältigt werden, mit einer Fahrradschiene
Rechts im Bild der barrierefreie Zugang zur Roseninsel. Zur Innenstadt müssen Stufen bewältigt werden, mit einer Fahrradschiene trägt die Stadt dem verstärkten Radtourismus Rechnung.
x