Kirrweiler
Höhere Friedhofsgebühren vom Tisch – Gemeinderat lehnt Verwaltungsvorschlag ab
Auftragsvergaben und eine ganze Reihe von Reibungspunkten mit der Verwaltung prägten die jüngste Sitzung des Gemeinderates. Da war zunächst die von der Verwaltung vorgeschlagene Erhöhung der Friedhofsgebühren, die der Gemeinderat ablehnte. Die Verwaltung hatte die Gebühren neu kalkuliert, um eine Kostendeckung zu erreichen. Das hätte zur Folge gehabt, dass die Gebühren für Gräber explodiert wären. Das wollte der Gemeinderat nicht mittragen. Steigerungen von mehreren hundert Prozent seien den Bürgern schlicht nicht zumutbar, argumentierten die Ratsmitglieder, die dem Verwaltungsvorschlag damit eine Absage erteilten.
Ein weiterer Vorschlag der Verwaltung kam an diesem Abend nicht gut an bei den Ortsvertretern: die Neufassung der Benutzungsordnung für das Gemeindehaus, die von der Verwaltung vorgelegt worden war, sah ebenfalls eine Gebührenerhöhung vor. Der Gemeinderat lehnte ab.
Keine Kooperation
Ebenso wenig vermochte man sich mit der Idee anfreunden, die eigene Feuerwehr mit der von Deimberg zusammenzulegen. Die räumlichen Verhältnisse im örtlichen Gemeindehaus sind sehr beengt, wodurch die Anschaffung eines Fahrzeuges als Ersatz für den vorhandenen Anhänger. In Deimberg dagegen ist nach der Sanierung der früheren Flakhalle genug Platz, auch für Schulungen. Aber „mit der Feuerwehr stirbt auch ein Stück Dorf“, argumentierte Ortsbürgermeister Ralf Schuster gegen eine Zusammenlegung mit der Nachbargemeinde. Daher denkt man in Kirrweiler über den Neubau eines Gebäudes für die örtliche Wehr nach. Zwei Standorte für einen Neubau hat man bereits ausgesucht. Die Gemeinde ist bereit, 50 Prozent der Kosten zu tragen, um die Verbandsgemeinde als Träger der Feuerwehr zu entlasten.
Kirrweiler ist bei der von Reinhard Wiedemann und Peter Gilcher initiierten Schaffung eines Aussichtsturms am „Husarenpötsch“ einen Schritt weiter. Da der Standort einst eine napoleonische Telegrafenlinie darstellte, soll sich der Bau architektonisch der historischen Vorlage anpassen und um eine Aussichtsplattform ergänzt werden. Die Finanzierung will die Gemeinde aus Windkrafteinnahmen stemmen, aber auch versuchen, an Fördermittel aus Leader-Programmen der Europäischen Union zu kommen.
Feldweg wird saniert
Für knapp 90.000 Euro erhielt die Firma Jung aus Sien den Auftrag zur Sanierung eines Feldwegeteilstücks „Auf der Fels“ und die Firma Partenheimer aus Obereisenbach bekam den Zuschlag für die Elektroarbeiten im Bereich der Leichenhalle.
Darüber hinaus präzisierte das Gremium die bereits in Angriff genommene Neuregelung des Pachtreglements, indem nach dem Verbot des Ausbringens von Klärschlamm auch Geflügeldung auf den Index verbotener Substanzen gesetzt wurde. Auch dem Grundstückstausch oder einer Unterverpachtung von landwirtschaftlich genutzten Flächen der Ortsgemeinde „unter der Hand“ wurde ein Riegel vorgeschoben.