Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Gymnasium und Realschule plus mit neuer Orientierungsstufe

Das Gymnasium in der Walkmühlstraße.
Das Gymnasium in der Walkmühlstraße.

Siebenpfeiffer-Gymnasium und Realschule plus bilden weiter eine gemeinsame Orientierungsstufe (GOS), auch wenn sich spätestens 2022 vieles ändert. Zum Schulstart am Montag besuchen zwei Drittel der bisherigen Sechstklässler das Gymnasium. Das entspricht in etwa dem langjährigen Durchschnitt.

166 Schüler gehörten der sechsten Jahrgangsstufe der GOS an. 109 davon verbleiben am Gymnasiumsstandort. Da es noch zwei Wiederholer gibt, startet laut Schulleiter Marco Schneider also die „Siebte“ mit 111 Schülern.

Von den 57 Schülern und Schülerinnen, die sich gegen das Gymnasium entschieden haben, gehen künftig 43 an die Realschule plus Kusel. Die übrigen 14 haben sich eine neue Schule gesucht. „Diese Abgänge sind üblich. Wer sich nach der GOS gegen das Gymnasium entscheidet, besucht dann manchmal lieber eine wohnortnähere Realschule plus“, erklärt dazu Nina Dahlke, die Rektorin der Kuseler Realschule plus.

Mehr Abgänge von Gymnasien

Dass die Realschule plus trotzdem weiterhin auf insgesamt 242 Schüler kommt, hängt mit zahlreichen Zugängen in den Klassenstufen acht bis zehn zusammen. Dort gibt es künftig Jahrgänge mit 62, 70 und 67 Schülern, was jeweils Dreizügigkeit bedeutet. Damit können in den Klassenstufen neun und zehn zwei zusätzliche Klassen eingeführt werden. Die künftige „Achte“ war bereits dreizügig. „Es gibt mehr Abgänge von Gymnasien, die sich bei uns anmelden. Ich glaube, das ist eine Folge der Corona-Pandemie“, erklärt dazu Dahlke.

Corona hat auch die Planungen erschwert. In normalen Schuljahren war das freiwillige Wiederholen eines Jahrganges nur bis zu den Osterferien möglich. „Das ging diesmal noch bis zur Zeugnisausgabe“, erklärt Schneider.

Gymnasium: Keine Französisch-Klasse

Für die 170 Grundschüler, die sich nun für die GOS angemeldet haben, gelten neue Regeln, spätestens in der sechsten Klasse. In der Vergangenheit wurden jene Schüler, die ein berufsorientiertes Wahlpflichtfach in Klasse sechs belegten, für diese Doppelstunden zur Realschule plus auf den Roßberg gefahren. Künftig wird es so sein, dass in der „Sechsten“ vier von acht Klassen komplett auf den Roßberg ziehen. Das hängt mit der Raumnot des Gymnasiums in der Walkmühlstraße zusammen. Es ist aber auch Ergebnis des Kompromisses, auf den sich der Kreis als Schulträger und die Schulaufsicht geeinigt haben. Auslöser der Debatte war der Antrag des Gymnasiums, die gemeinsame Orientierungsstufe aus pädagogischen Gründen aufzugeben, weil die Leistungsbreite viel zu groß sei.

Das neue Konzept sieht mit der sechsten Stufe für jeden Standort vier Klassen vor, für die sich die Eltern schon bei der Anmeldung zur fünften Klasse entscheiden müssen. Die vier Klassen des gymnasialen Zweiges legen ihren Schwerpunkt auf die Sprachen (Englisch sowie Französisch oder Latein), unter anderem auch bilingual. Außerdem gibt es eine Bläserklasse mit spezieller Musikförderung. Die geplante Klasse mit Französisch als erster Fremdsprache kam nicht zustande. Es gab dafür nur eine Anmeldung.

Realschule: Keine Bläserklasse

Auch für den „Realschulzweig“ war eine Bläserklasse geplant, die mangels Nachfrage nicht zustande kam. Eine Klasse setzt auf Englisch und Französisch, zwei betonen die Wahlpflichtfächer. Eine weitere Klasse nimmt eine Sonderrolle ein. Sie wird in Ganztagsform angeboten und soll Schüler mit besonderem Förderbedarf unterstützen.

Für den Teil des gymnasialen Zweiges gab es 97 Anmeldungen. Für den Realschulzweig 73. „Das hat den Vorteil, dass die Klassen, die den Roßberg besuchen werden, tendenziell kleiner sein können“, erklärt Nina Dahlke. Die Realschule plus kann noch freie Lehrerstunden zusätzlich einsetzen, um ebenfalls vier Klassen bilden zu können. Wobei Dahlke ausdrücklich betont, dass nach der sechsten Klasse für die Schüler der Weg für beide Schulen offen bleibt.

Auch Marco Schneider nennt die Aufteilung gelungen. Die Elternwünsche seien erfüllt worden. In wenigen Fällen hätte es einen Beratungsbedarf gegeben. Außerdem habe man versucht, die Lehrkräfte der Realschule verstärkt in dem Zweig einzusetzen, der später auf den Roßberg wechsele, um das Pendeln zu reduzieren.

Die Realschule plus im Schulzentrum auf dem Roßberg.
Die Realschule plus im Schulzentrum auf dem Roßberg.
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