Konken RHEINPFALZ Plus Artikel Grundschul-Anbau: Kommt die Sparvariante?

Damit es genug Platz für die Ganztagsbetreuung gibt: Rechts vom Schulgebäude soll der L-förmige Anbau entstehen.
Damit es genug Platz für die Ganztagsbetreuung gibt: Rechts vom Schulgebäude soll der L-förmige Anbau entstehen.

Der Anspruch auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler rückt immer näher. Auch in Konken ist deshalb ein Anbau nötig – über dessen Ausmaße es aber geteilte Ansichten gibt.

Größer oder kleiner bauen? Diese Frage beschäftigte die Verbandsgemeinde Kusel-Altenglan (VG) im Hinblick auf den geplanten Anbau der Grundschule Konken. Wie an vielen anderen Schulen im Landkreis Kusel fehlt es dort an Raum, um dem Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung gerecht zu werden, der ab dem Schuljahr 2026/27 für Grundschüler gilt. Entstehen soll deshalb ein L-förmiger Anbau an das Schulgebäude – und parallel dazu eine kleine Erweiterung im Nachbargebäude, damit Kinder in der Mensa mehr Platz zum Essen haben.

Mehr Fläche, mehr Kosten

Bereits im Juni stellte das Architekturbüro Habermann aus Waldmohr einen Vorentwurf vor, der eine Nutzfläche von 220 Quadratmetern für den Erweiterungsbau vorsieht. Darin enthalten sind ein 80 Quadratmeter großes Klassenzimmer sowie ein Betreuungs- und Ruheraum, der 120 Quadratmeter umfasst und mit einer Trennwand unterteilt werden kann. Hinzu kommt ein Verwaltungsraum, der als Elternsprech- und Arztzimmer dienen soll.

Laut Bürgermeister Stefan Spitzer (CDU) wäre allerdings auch eine abgespeckte Alternative mit 140 Quadratmetern möglich. Hintergrund: Die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion hat den Vorentwurf geprüft und festgestellt, dass die bisher geplante Erweiterung größer ist als nach den Schulbaurichtlinien nötig.

Für eine mögliche Förderung durch das Schulbauprogramm des Landes bedeute das, dass nur rund 900.000 Euro für eine Erweiterungsfläche von 140 Quadratmetern gewährt werden könnten. Alles darüber hinaus müsste die Verbandsgemeinde aus eigener Tasche zahlen. Sprich: Für den größeren Anbau bleibt die VG auf einem Eigenanteil von 1,07 Millionen Euro sitzen, beim kleineren Erweiterungsbau spart sie 260.000 Euro.

„Bildung sollte im Vordergrund stehen“

Sowohl der Hauptausschuss als auch der VG-Rat waren sich jedoch einig, die größere und teurere Variante weiterzuverfolgen. Bürgermeister Spitzer verwies in der vergangenen Ratssitzung auf den Kita-Bereich: „Wir mussten oftmals die Erfahrung machen, dass wir die Erweiterungen zu klein geplant haben und die Nachfrage uns später überholt hat.“ Auch sei es bereits der Fall, dass die Klassenzimmer im Bestandsgebäude mit teilweise über 75 Quadratmetern die übliche Klassengröße überschreiten. „Die Bildung sollte für uns im Vordergrund stehen“, sagte Spitzer.

Nach Angaben der Verwaltung besuchen – Stand April 2024 – 101 Schüler in sechs Klassen die Grundschule Konken. An allen sieben Grundschulen in der VG gibt es bereits ein Betreuungsangebot, sodass der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung zu einem Großteil bereits erfüllt ist – allerdings geht die Verwaltung davon aus, dass künftig mehr Schüler die Ganztagsschule besuchen. Der Anspruch auf ein ganztägiges Betreuungsangebot in der Schule gilt ab dem Schuljahr 2026/27 zunächst für Erstklässler. In den Folgejahren wird er stufenweise ausgeweitet, sodass ab August 2029 allen Grundschülern von der ersten bis zur vierten Klasse ein Ganztagsbetreuungsplatz zusteht.

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