Hohenöllen RHEINPFALZ Plus Artikel Gewürzmischungen aus der Kräuterwerkstatt Vierjahreszeiten

Ein Teil der Gewürze kommt aus dem eigenen Garten, die Grundzutaten für ihre Gewürzmischungen bezieht Lilian Kriebus aber von ei
Ein Teil der Gewürze kommt aus dem eigenen Garten, die Grundzutaten für ihre Gewürzmischungen bezieht Lilian Kriebus aber von einem Bio-Großhändler.

Lilian Kriebus kreiert Gewürzmischungen und verkauft sie auf Märkten. Die Idee dazu hatte sie schon vor vier Jahren. Mittlerweile umfasst das Sortiment bis zu zehn Mischungen. Doch auch ihr macht die Corona-Pandemie zu schaffen.

Noch ist die Sache kein großes Geschäft und läuft so nebenbei. Aber mit steigender Tendenz. Doch die Corona-Pandemie hat die gerade in Fahrt gekommene Geschäftsidee von Lilian Kriebus etwas gebremst.

Das Geschäft sei ganz gut angelaufen, berichtet Kriebus, die in Hohenöllen ihre Gewürzmanufaktur gegründet hat. Aber die Märkte, auf denen sie präsent war, finden derzeit nicht statt. Es sind eben nicht die Wochenmärkte, die Kriebus mit ihren Gewürzen besucht, sondern Themenmärkte. Der Burgfrühling auf Burg Lichtenberg zum Beispiel, Bauernmärkte, Gartenmärkte – aber gerade die finden in diesen Zeiten nicht statt.

Es hat sich vor vier Jahren so ergeben. Da kam die Idee auf, Gewürzmischungen zusammenzustellen und zu verkaufen. Damals war sie in Elternzeit und hatte Freiraum. Und den Wunsch nach mehr Eigenständigkeit hatte sie schon lange. Es war also die Gelegenheit, um einen vorsichtigen ersten Schritt in Richtung Selbstständigkeit zu wagen. Ob sich ihre Kreationen verkaufen, wusste sie ja nicht. Sie musste es erstmal ausprobieren. „Angefangen hat alles mit einem Bärlauch-Pesto“, erzählt ihr Ehemann Matthias.

Rezeptur braucht Zeit

Recht schnell merkte die Heilerziehungspflegerin, die bei der Lebenshilfe in Rockenhausen gearbeitet hatte, und heute in Teilzeit bei der Bio-Floristin Nicole Schenkel-Zureikat in Wolfstein beschäftigt ist, dass die Nachfrage nach den Produkten steigt. Und so baute sie ihre Produktpalette Stück für Stück aus. Mittlerweile umfasst das Sortiment bis zu zehn Mischungen, das je nach Nachfrage produziert wird.

Pfeffer, Meersalz, Zwiebel, Knoblauch, Chili, Rosmarin, Thymian, Schnittlauch, Senf, Sellerie, Fenchel, Basilikum, Paprika und viele andere Sorten zu einem stimmigen Gewürz zu mixen, war nicht einfach, aber langwierig. „Mein Mann und ich mussten sehr viel abschmecken, wiegen, alles notieren, um eine Rezeptur zu entwickeln“, schildert Kriebus. „Wir haben uns jedes Mal rangeschmeckt.“

Weil jede Mischung ihren individuellen Charakter hat, trägt auch jede einen eigenen Namen. Mit „Rapunzel“ lassen sich Salate verfeinern, „Pinocchio“ ist für Pizza und Pasta gedacht, „Schneeweißchen & Rosenrot“ für Kräuterquark, „Räuber Hotzenplotz“ dient zum Würzen und Marinieren von Fleisch, und der „Suppenkasper“ dient der Verfeinerung schmackhafter Gemüsesuppen.

Beim „Zwergengewürz“ hat die Kräutermutter an ihre Kinder gedacht. „Das Gewürz ist für die Kleinen, es ist milder im Geschmack“, schildert sie. Verpackt ist alles im Glas mit Schraubdeckel. Ehemann Matthias, von Beruf Sozialarbeiter bei der Sozialstation in Kaiserslautern und auch Mediengestalter, hat die Etiketten und das Logo entworfen, ebenso den Flyer, der bei den Märkten ausliegt.

Glas statt Plastik

Die Glasverpackung ist bewusst gewählt, weil Müll möglichst vermieden werden soll. Das Ehepaar versucht den Umweltgedanken in seiner Geschäftsidee umzusetzen. „Alle Gewürze sind frei von Chemie oder Bestrahlung und Konservierungsstoffen. Die Grundzutaten beziehen wir von einem Bio-Großhändler, weil wir so viele Gewürze in unserem Garten gar nicht haben.“ Weil sie Verarbeiter sind und nicht Produzent, dürfen sie ihre Produkte nicht mit dem Biosiegel versehen. „Wir sind nicht biozertifiziert, aber wir können den Bionachweis vom Lieferanten erbringen“, fügt die Kräuterfrau hinzu.

Mittlerweile sind die Gewürzkreationen auch im Erdmannshof in Heiligenmoschel und im kleinen Laden von Philipp Hoffers in Offenbach-Hundheim zu bekommen. Das sei auf jeden Fall ausbaufähig. Aber noch sei es nur ein kleiner Zuverdienst, da das Marktgeschäft bis auf Weiteres brachliege. Wegen der Marktbesuche ist das Geschäft lediglich als Reisegewerbe angemeldet. Aber mittlerweile denken sie für ihre Kräuterwerkstatt Vierjahreszeiten auch über die Eröffnung eines Onlineshops nach.

Stellen aus einzelnen Gewürzen Mischungen für unterschiedliche Zwecke her: Lilian und Matthias Kriebus, in der Mitte Töchterchen
Stellen aus einzelnen Gewürzen Mischungen für unterschiedliche Zwecke her: Lilian und Matthias Kriebus, in der Mitte Töchterchen Paula Luisa.
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