Kreis Kusel Gesten wichtiger als Zeiten

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Schönenberg-Kübelberg. 146 Läufer, Walker und Rollstuhlfahrer waren am Samstag beim sechsten Integrationslauf der Lebenshilfe Kusel am Ohmbachsee dabei. Daniel Otto (11:35 Minuten) auf der 2,5-Kilometer- und Dirk Schummel (21:01 Minuten) auf der Fünf-KilometerStrecke überquerten jeweils als Erste die Ziellinie – vor allem aber zählte das Dabeisein.

Samstagmorgen, 9,45 Uhr in Schönenberg-Kübelberg. Schon auf dem Parkplatz des Ohmbachsees ist laute Musik zu hören. 300 Meter weiter, direkt an der Festwiese, wird in 15 Minuten der Startschuss für die sechste Auflage des Integrationslaufs der Lebenshilfe fallen. „So viele Teilnehmer hatten wir bisher noch nie“, erklärt Lebenshilfe-Mitarbeiter David Weber. Insgesamt 146 Läufer, Walker und Rollstuhlfahrer sind gekommen, um entweder eine Runde (2,5 Kilometer) oder zwei Runden um den Ohmbachsee zu absolvieren. Doch vor dem Start muss man sich richtig aufwärmen, wissen selbst die jüngsten Läufer. Zu lauter Musik werden hier ein paar Hampelmänner gemacht und dort auf der Stelle gelaufen und dann gedehnt. Dann geht’s los. Am Start wird gemeinsam von „fünf“ rückwärts gezählt, ehe Kuseline Nadine Sooss das Startband durchschneidet. Wie eine lange Schlange zieht das 93 Sportler große Teilnehmerfeld langsam davon. Doch lange brauchen die schnellsten nicht. Nach 11:35 Minuten erreicht Daniel Otto als Erster das Ziel. Um die Zeit alleine geht es allerdings nicht; es sind die zwischenmenschlichen Gesten, die beim Integrationslauf im Vordergrund stehen. „Es geht nicht ums Gewinnen, sondern ums Dabeisein“, sagt Dorota Bayer von der Lebenshilfe-Einrichtung in Kirchheimbolanden, nachdem sie Rollstuhlfahrerin Ilse Würth um den See geschoben hat. „Sie hat sich unterwegs so gefreut und so viel gelacht.“ Wenige Sekunden zuvor riss Würth auf der Zielgeraden die Arme nach oben und schenkte den applaudierenden Zuschauern ein breites Lächeln. Minuten später erreicht eine Kindergruppe der Integrativen Kindertagesstätte Kusel das Ziel. Doch anstatt nach der Ziellinie das Tempo herauszunehmen, sprinteten sie voller Stolz geradewegs in die Arme der wartenden und noch stolzeren Eltern. „Die Veranstaltung hat sich mittlerweile etabliert“, ist sich David Weber sicher. Immerhin nehmen Gruppen aus Speyer, Kirchheimbolanden, Worms den Anfahrtsweg in Kauf. „Erstmals waren dieses Jahr auch Teilnehmer der ,Special Olympics Saarland’, dem Haus am Westrich Kusel sowie ein Läufer aus Frankreich dabei“, freut sich Weber. Lebenshilfe-Geschäftsführer Benedikt Quack wirft ein: „Das ist die Veranstaltung, mit der wir uns im Landkreis präsentieren können. Gewinn machen wir an diesem Tag aber nicht.“ Dieses Jahr sei die Bilanz ausgeglichen, da man einen Zuschuss als Inklusionsveranstaltung von Aktion Mensch erhalten habe, ergänzt Quack. Über fünf Kilometer sichert sich der für den LSC Athlon Kusel startende Dirk Schummel in 21:01 Minuten den Sieg. „Mein Junior ist gelaufen, da musste ich auch“, erklärt er nach dem Zieleinlauf lachend. Zweiter wird Jens Lauter (22:03 Minuten), der den Integrationslauf viermal gewinnen konnte, und nun zum zweiten Mal in Folge Zweiter wurde. Dennoch ist er zufrieden: „Ich bin zu schnell losgerannt und konnte dann nicht mehr mithalten.“ Wie im Vorjahr belegt Christian Kaiser vom TV Kübelberg (22:45 Minuten) Rang drei. „Der Lauf liegt vor der Haustür und ist für einen guten Zweck, dann starte ich natürlich gerne“, sagt er und lobt die Lebenshilfe „für die gute Organisation“. „Wir hatten auch einfach Glück mit dem Wetter“, lautete Quacks Fazit. Nur einige Streckenteile waren noch matschig. Verbandsbürgermeister Karl-Heinz Schoon erklärte, dass nach dem schweren Unwetter vor einer Woche rund um den See viele Äste und Bäume von den Wegen entfernt worden waren. „Wir hatten alle Hände voll zu tun, um den Schaden zu beseitigen.“ Hat ja aber gerade noch rechtzeitig geklappt. (hlr)

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