Kusel Gesprächsrunde zu Frauen in der Kommunalpolitik
Eine Gesprächsrunde mit vier kommunalpolitisch aktiven Frauen findet am Donnerstag, 12. Oktober, in Kusel statt. Die Veranstaltung ist Teil der ersten langen Nacht der Demokratie, die mit dem Demokratie-Tag Rheinland-Pfalz stattfindet. Moderatorin ist Astrid Böhm, Redaktionsleiterin der Westricher Rundschau.
„Mehr Frauen in die Kommunalpolitik“ ist die Gesprächsrunde überschrieben, die von Kreisvolkshochschule, Gleichstellungsbeauftragter Uschi Sooß und der Partnerschaft für Demokratie im Landkreis Kusel organisiert wird.
Von ihren Erfahrungen in der Kommunalpolitik werden vier Mandatsträgerinnen aus dem Kreistag berichten: Pia Bockhorn ist SPD-Fraktionssprecherin und führt die SPD im Kreis Kusel. Isabel Steinhauer-Theis gehört der CDU an, ist Stadtbürgermeisterin von Lauterecken und Präsidentin des Landfrauenverbandes Pfalz. Margot Schillo von den Freien Wählern ist seit vier Jahren Ortsbürgermeisterin in Herschweiler-Pettersheim. Christine Fauß ist eine von zwei Kreisvorsitzenden der Grünen.
Niedriger Frauenanteil in Räten
„Unsere Zukunft beginnt heute!“ lautet das Motto des Demokratie-Tages in diesem Jahr, dessen Träger das Bündnis „Demokratie gewinnt!“ ist. Ministerpräsidentin Malu Dreyer ruft zu Zukunftsmut und Zuversicht auf. Sie wolle ermutigen, Herausforderungen in Chancen umzuwandeln, heißt es in der Ankündigung. Und: „Demokratie braucht Menschen, die mitsprechen und mitmachen. Demokratie braucht Bildung. Demokratie braucht Engagement.“
Warum es eben weniger weibliches als männliches Engagement in der Kommunalpolitik gibt, wie das geändert werden könnte und wie sich der Einfluss von Frauen auf die Politik vor Ort auswirken könnte – das sind nur einige der Aspekte, die bei der Gesprächsrunde thematisiert werden sollen: am Donnerstag, 12. Oktober, ab 19 Uhr im Horst-Eckel-Haus in Kusel.
Zum Hintergrund: Im Kreis Kusel gibt es 98 Ortsgemeinden – in 14 von ihnen werden die Geschicke von einer Ortsbürgermeisterin geleitet. Im Kreistag sind von 38 Sitzen sieben mit Frauen besetzt, das sind knapp 20 Prozent. In den drei Verbandsgemeinderäten liegt der Frauenanteil ähnlich niedrig – im Vergleich dazu, dass rund die Hälfte aller Menschen weiblich sind.
Weiterer Vortrag eine Woche später
Ein weiterer von der Kreisvolkshochschule organisierter Vortrag befasst sich ebenfalls mit Demokratie, ist jedoch erst eine Woche später terminiert: „Demokratie als Prozess“ lautet der Titel des Vortrags von Jasmin Fitzpatrick von der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz über die Entwicklung der repräsentativen Demokratie und die Eigenheiten des deutschen politischen Systems. Er findet am Donnerstag, 19. Oktober, 18.30 bis 20 Uhr, im Kuseler Horst-Eckel-Haus in Raum 115 statt.
Gerade das deutsche Wahlrecht könne mit seinen vielen Besonderheiten und ständigen Veränderungen verwirrend wirken, heißt es in der Ankündigung. Dabei seien Wahlen ein zentrales, aber nicht das einzige Merkmal einer liberalen, repräsentativen Demokratie. Obwohl die Demokratie die besten Antworten auf die Herausforderungen unserer Zeit liefern solle, werde sie immer wieder kritisiert, da sie Erwartungen und Versprechungen, etwa zu Mitbestimmung und Gerechtigkeit, nicht gerecht zu werden scheine.