KUSEL RHEINPFALZ Plus Artikel Geplanter Campingpark: Von Interessenten und Problembergen

Im Mai vor acht Jahren wurde auf dem Rasenplatz der SG Blaubach-Diedelkopf letztmals regulär Fußball gespielt. Wenig später kam
Im Mai vor acht Jahren wurde auf dem Rasenplatz der SG Blaubach-Diedelkopf letztmals regulär Fußball gespielt. Wenig später kam die Idee auf, dort einen Campingplatz einzurichten.

Keine Dauercamper, die dort wohnen. Kein Wuchern über die Sportfeld-Grenzen hinweg. Kein Verkauf des Areals: Von diesen Bedingungen mal abgesehen ist vieles offen bei der Konzeption des künftigen Campingplatz in Diedelkopf. Ein kleiner Problemberg ist inzwischen weggeräumt.

Im Mai jährt es sich zum achten Mal, dass auf dem Rasenplatz der SG Blaubach-Diedelkopf letztmals regulär der Ball gerollt ist. Im September 2014 stand dann fest, dass die Stadt Kusel nun über ihr Grundstück verfügen kann. Das Nutzungsrecht des Vorort-Fußballvereins war mit dessen invsolvenzbedingtem Aus erloschen.

Schnell war klar: Die Stadt-Verantwortlichen wollten mit dem Grundstückspfund in bester Lage wuchern und das Areal für Zwecke nutzen, die zunächst mit „Sport, Erholung, Freizeit“ noch breit gefasst waren. Schnell hat sich dann herauskristallisiert, dass es wohl die beste Idee sei, nahe des Bade- und Freizeitparks einen Campingplatz anzulegen. Das heutige Vitalbad hieß damals noch so, die umfassende Sanierung war noch nicht angepackt.

Weiteres Bodengutachten

Inzwischen ist reichlich Wasser den angrenzenden Aalbach hinabgeflossen. Auf dem geplanten Camping-Areal aber ist – gut sechs Jahre nach dem Grundsatzbeschluss des Stadtrats, einen solchen zu errichten – noch kein Stein bewegt worden.

Und doch hat die Stadt jüngst einen kleinen Problemberg beseitigt. Im vergangenen Mai hatte der Verbandsgemeinderat Kusel-Altenglan die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans befürwortet. Doch war im Zuge der Planänderung ein weiteres Bodengutachten gefordert worden. Konkret geht es um einen Schutthaufen, unter dem alter Abraum schlummert. Beim Bau des Krankenhauses in den 1980er Jahren war dort sorglos abgeladen worden, was gegenüber der Straße Richtung Ruthweiler aus dem Boden gebaggert worden war.

Möglichkeiten ausloten

Die befürchteten bösen Überraschungen sind ausgeblieben, die das Gutachten womöglich hätte zutage fördern können. Also ist ein kleiner Problemberg abgeräumt. Keine Probleme bargen die Bedenken und Anregungen, die im Zuge der Offenlegung geäußert worden waren. Die hat der Kuseler Stadtrat gegen Ende vergangenen Jahres abgearbeitet.

Also steht dem Campingplatz nun nichts mehr im Weg? Stadtbürgermeister Jochen Hartloff äußert sich auf Anfrage optimistisch, dass im Laufe dieses Jahres Bewegung in die Sache komme. Gibt es Interessenten, nachdem das Ehepaar Burger den Landkreis verlassen hat? Burgers hatten damit geliebäugelt, auch den Kuseler Campingpark zu stemmen, hatten dann aber abgesagt und haben sich inzwischen auch von ihrem angestammten Campingplatz in Wolfstein verabschiedet. „Aber es kommen immer mal wieder Anrufe, auch aus den Niederlanden“, schätzt Hartloff das Interesse potenzieller Investoren durchaus hoch ein – auch wenn der Stadtbürgermeister einräumt: „Da sind sicherlich nicht alle seriös ...“

Dieses Jahr Gespräche?

Wenig seriös aber fände es Hartloff nach eigenem Bekunden, schon mit einem Investor zu verhandeln, ehe die Rahmenbedingungen festgeklopft sind. Deshalb sei in dieser Richtung auch noch nichts geschehen. Denn zunächst gelte es zu schauen: Was ist am Aalbach überhaupt machbar. Dann müsse ausgelotet werden: Wie sieht es mit Zuschüssen aus? Sei das geklärt, könne man mit möglichen Investoren noch in diesem Jahr Gespräche aufnehmen und in konkretere Planungen einsteigen.

Drei Pflöcke aber hat Hartloff bereits eingetrieben: „Wir wollen das Gelände nicht verkaufen.“ Dazu berge das Areal einen zu hohen Wert. Daher sei an Verpachtung oder eine Erbpacht-Regelung zu denken. Zum Zweiten: Auch wenn das Gelände nicht allzu groß sei: Eine Erweiterung über die vorgesehenen Grenzen hinweg sei nicht wünschenswert. Und zum Dritten: Man möchte keine Dauercamper, die auf dem Gelände regelrecht wohnen. Ein gewisser Anteil an festen Platzpächtern und ansonsten wechselnde Belegung sollten sich dort die Waage halten.

Ein Reh nahe des ehemaligen Rasenplatzes.
Ein Reh nahe des ehemaligen Rasenplatzes.
x