Schönenberg-Kübelberg / Lauterecken
Genesene im Nordkreis geimpft, im Südkreis nicht
Für Pro Seniore in Lauterecken – kurzfristig auch noch auf den Impfplan gerutscht – zog Pressesprecher Müller am Donnerstag gegenüber der RHEINPFALZ ein erfreutes Fazit. Rund 90 Bewohner und Mitarbeiter seien geimpft worden – auch jene Senioren, die derzeit nach dem Brand in Obrigheim für einige Wochen in der Schwestereinrichtung in Lauterecken untergebracht sind. „Die beiden betroffenen Landkreise haben sich da sehr schnell geeinigt. Es wäre ja auch unsinnig gewesen, sie nicht zu impfen, wenn sie schon hier sind – selbst wenn sie einem anderen Kreis zugeordnet sind.“
Nur elf statt 38
Während in Lauterecken auch jene Senioren geimpft wurden, die bei einem Corona-Ausbruch infiziert worden waren, ist genau das in Schönenberg-Kübelberg nicht passiert. Nach Angaben einer Mitarbeiterin erhielten gerade einmal elf der 41 Bewohner eine Injektion. 38 hatten sich für das Impfen angemeldet. Auch Mitarbeiter, die sich vor Wochen beim schweren Ausbruch angesteckt hatten, wurden vom Impfarzt abgelehnt.
Dieser folgte damit einer Empfehlung des Robert-Koch-Instituts, zuvor Infizierte zunächst nicht zu impfen, weil diese bei der früheren Infektion wahrscheinlich Antikörper gebildet haben. Allerdings handelt es sich nur um eine Empfehlung, nicht um eine Anweisung. Der jeweilige Impfarzt kann also selbstständig entscheiden.
Tatsächlich immun?
Das Nein in Schönenberg-Kübelberg hat allerdings für Unverständnis, Verunsicherung und auch Zorn gesorgt – bei Mitarbeitern, Bewohnern und deren Angehörige. Die wüssten nicht, ob sie nun tatsächlich immun seien oder nicht.
Die Verärgerung sei umso größer gewesen, weil damit sehr viele Impfdosen übrig blieben. 15 Ampullen waren nach Schönenberg-Kübelberg geliefert worden, was 75 bis 90 Impfungen bedeutet – je nachdem, ob fünf oder, wie inzwischen erlaubt, sechs Spritzen aus einer Ampulle aufgezogen werden. Für Bewohner und Mitarbeiter gebraucht wurden nur etwa 30.
Wer kriegt übrige Dosen?
Stattdessen seien Mitglieder des mobilen Impfteams inklusive des Impfarztes geimpft worden, erzählt die Mitarbeiterin. Das bestätigt Impfkoordinator Philipp Gruber. Auch Mitarbeiter der Impfteams stünden auf der Prioritätenliste für Impfungen ganz oben.
Allerdings widerspricht er, ebenso wie Bürgermeister Christoph Lothschütz, Äußerungen, die darauf hindeuten, es seien auch noch Mitarbeiter der nahen Verbandsgemeindeverwaltung in Schönenberg-Kübelberg herbeigerufen worden, um diese zu impfen. „Das ist nicht passiert“, sagten Gruber wie Lothschütz der RHEINPFALZ.
Vom Impftag in Lauterecken und Schönenberg-Kübelberg sind laut Gruber nun insgesamt 65 bis 78 Impfdosen – je nach Anzahl der Füllungen pro Ampulle – übrig geblieben. Die seien nun im Impfzentrum auf dem Windhof eingelagert worden. Sie müssten bis spätestens Sonntag verimpft werden, ansonsten würden sie unbrauchbar. „Und es ist unser oberstes Gebot, dass wir nichts verfallen lassen“, betont Gruber.
Als Konsequenz sind nun Mitarbeiter von Rettungsdiensten und weiteren mobilen Impfteams direkt angesprochen worden. Sie werden am Samstag auf dem Windhof geimpft.