Vor der Wahl
Freier Wähler Lebkücher fordert mehr Volksentscheide
Für die leicht verspätete Ankunft des Teams Lebkücher, das am Hutmacherbrunnen von Anhängern der Freien Wähler empfangen wird, gibt es eine einleuchtende Erklärung. Die Kids in der Radler-Gruppe hätten auf dem letzten Abschnitt der 20-Kilometer-Tour von Lauterecken in die Kreisstadt etwas geschwächelt.
Begleitet wird der Direktkandidat für die Wahl am 26. September von seinen Zwillingstöchtern sowie FW-Kommunalpolitikern wie Olaf Radolak aus Wolfstein und Matthias Doll aus Schwellweiler. Den Akku für sein E-Bike hat Lebkücher, der nicht das gelbe Trikot der Tour de France, dafür ein orangenes Biker-Shirt wie die niederländische Elftal trägt, schlicht vergessen.
Bei den Jüngeren punkten
Beflügelt von ihrem Einzug in den Mainzer Landtag hoffen die Freien Wähler, auch bei der Bundestagswahl punkten zu können, wie der 42-Jährige sagt. Die Freien Wähler hätten bei der Landtagswahl besonders gut bei Jüngeren abgeschnitten. Auch hätten Rheinland-Pfälzer, die zuvor CDU, SPD und FDP gewählt haben, laut Wahlanalysen für die Freien Wähler gestimmt. Zugleich räumt der Bundestags-Bewerber ein, in Kaiserslautern sei es relativ schwierig, mit jungen Leuten ins Gespräch zu kommen.
Zwischen der Bevölkerung an der Basis und der Politik in Berlin sei auch in der Corona-Krise Entfremdung und zunehmende Distanz zu beobachten, registriert der Wahlkreis-Kandidat. Deshalb machten sich die Freien Wähler für Bürgerbegehren und Volksentscheide stark, etwa in der Bildungspolitik oder bei Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Der Bundespräsident sollte direkt gewählt und die Bevölkerung im Parlament, wo Anwälte, Beamte und Lehrer überproportional stark vertreten sind, auch von Menschen mit anderen Berufserfahrungen repräsentiert werden.
Polizist in Kusel
Kusel ist für Lebkücher kein unbekanntes Terrain. War für den Polizeibeamten und „Star Trek“-Fan auch die Inspektion Kusel eine Station in seiner Laufbahn. Seit 2020 leitet er die Polizeiinspektion Worms.
Seit März ist der Bubenheimer Ortsbürgermeister im Wahlkampfmodus. Infostände auf Marktplätzen in dem ausgedehnten Wahlkreis 209, der sich vom Donnersberg im Osten bis zu den Preußischen Bergen im Westen erstreckt, Radtouren, Grillfeste, Seniorennachmittage, Treffen mit Gewerkschaftern und Mittelständlern sowie Präsenz in den Social Media gehören zu den Aktivitäten, mit denen der 42-Jährige um Erst- und Zweitstimmen wirbt. Dass die Freien Wähler derzeit in den Umfragen die Fünf-Prozent-Hürde nicht schaffen, dämpft sein Engagement nicht.