Matzenbach
Forstzweckverband – ja oder nein?
Gleichwohl warb am Dienstagabend Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel für einen Forstzweckverband, der noch dieses Jahr kommen soll. Mit keiner Silbe ging sie auf den Forstbetrieb Schmitz ein, der mit der Gemeinde derzeit Gespräche über eine Verpachtung seines Waldes führt.
Der Gemeindewald sei, wie Kleinhempel es ausdrückte, ein Generationenwald, der durch die Arbeit von Generationen von Forstleuten entstanden sei. Auch heute gelte es, für diesen Wald Verantwortung zu übernehmen – ihn weiter zu verjüngen, neue Baumarten zu etablieren, ihn zu pflegen und zu schützen.
Der Gemeindewald Matzenbach sei aber auch ökologisch wertvoll. Für Kleinhempel heißt das, den Wald in Wert zu setzen durch die Anlage eines Ökokontos. Flächen, die durch ihre Lage nur schwer zugänglich sind und deshalb seit Jahren nicht mehr bewirtschaftet werden, könnten als Biotopbaumgruppen oder Refugien ausgewiesen werden. Die sich dort entwickelnden Höhlenbäume und Tothölzer sichern nicht nur den Lebensraum zahlreicher Waldarten, sondern die Gemeinde könnte solche Flächen als Ausgleichsflächen an Kommunen oder aber auch Unternehmen langfristig verpachten, so die Forstamtsleiterin.
Geringere Kosten
Nach Aussage von Kleinhempel habe die Gemeinde für Verjüngung und Waldpflege sowie in Verkehrssicherungsmaßnahmen seit 2013 etwa 20.000 Euro investiert. Geld, das bei einem Forstzweckverband auf die Ausgabenseite gebucht würde. In Sachen Zweckverband merkte sie an, dass nicht nur der Beitrag zur Berufsgenossenschaft sinken würde; auch beim Unternehmereinsatz würde Matzenbach durch bessere Vertragsbedingungen pro Jahr zirka 2400 Euro sparen. Ebenfalls würden sich die Personalkosten um 1500 Euro verringern. Weiter erinnerte Kleinhempel daran, dass der Bund künftig für zertifizierte Waldbesitzer aus dem Energie- und Klimafonds eine CO2-Prämie ausschütten werde. Allerdings käme diese im Falle einer Verpachtung dem Pächter zugute.
Beschlossen wurde bei einer Nein-Stimme indes der Forstwirtschaftsplan 2021. Die Eckdaten kommentierte Förster Andreas Bonin: Unterm Strich rechnet er mit Einnahmen aus dem Holzverkauf von rund 34.700 Euro. Nach Abzug aller Kosten bleibt ein Überschuss von rund 1100 Euro. „Obendrauf“ wie es Förster Bonin formulierte, käme noch die vom Bund angekündigte Nachhaltigkeitsprämie. Für Matzenbach, mit einem Waldbesitz von rund 164 Hektar, beträgt die Einmalprämie zirka 16.000 Euro. Bonin sprach sich dafür aus, einen Teil des Geldes für die Pflege und den Schutz von Jungbäumen zu verwenden.
Nach Aussage von Ortsbürgermeisterin Andrea Müller werde sich der Rat in seiner nächsten Sitzung, voraussichtlich Ende Mai, entscheiden, welchen Weg man im Hinblick auf den Forstzweckverband gehen wolle.
