Kreis Kusel Für Kranke und Angehörige viel erreicht
Demenz – ein schwieriges und ernstzunehmendes Thema, da immer mehr Menschen davon betroffen sind. Durch das bundesweite Projekt „Lokale Allianz für Menschen mit Demenz“ bekommen Betroffene seit 2014 Informationen und Hilfestellung. Heike Lenhart, Leiterin des Caritas-Seniorenhauses in Schönenberg-Kübelberg, Manuela Wemmert von der Ökumenischen Sozialstation Brücken und Karl-Heinz Schoon, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg, haben ein Fazit der Arbeit gezogen.
Ins Leben gerufen wurde das Projekt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugendliche vor knapp zwei Jahren. Ziel sei es, so Karl-Heinz Schoon, bis zu 500 dieser Allianzen in ganz Deutschland zu schaffen. Dafür stünden vom Ministerium 10.000 Euro für jedes Netzwerk zur Verfügung. „Wir wollen Kompetenzen bündeln und Nachhaltigkeit erwirken, damit es auch nach Ende der Projektzeit weitergeht“, erklärt Heike Lenhart. Bisher wurden etliche Fachtagungen angeboten, bei denen Interessierte und vor allem Betroffene Informationen zur Krankheit Demenz und dem Umgang mit ihr erhalten konnten. „Wichtig war, dass Betroffene ihre demenzkranken Angehörigen mitbringen konnten und diese während der Infovorträge betreut wurden“, betont Wemmert. Das Interesse sei inzwischen so gewachsen, dass auch ein regionales Netzwerk für den gesamten Landkreis Kusel gebildet wurde. Es seien sehr viele Akteure vor Ort, die man mehr einbinden wolle, sagt Schoon. Damit sollten Fragen wie „Wie bekomme ich Hilfe?“ oder „Wo bekomme ich Informationen?“ geklärt werden. „Pauschale Hilfe ist natürlich eher schwierig“, fährt Lenhart fort, „da die Umstände von Fall zu Fall unterschiedlich sind.“ Daher sei es sehr wichtig, solche Infoveranstaltungen anzubieten. Das Thema Demenz werde immer noch oft „unter den Tisch gekehrt“, obwohl es nichts gebe, wofür man sich schämen müsse. „Viele sind mit den Problemen und Überforderungen alleine. Die Kunden müssen sich aber gut aufgehoben und informiert fühlen“, betonen Lenhart und Wemmert. Stolz zeigen sich die drei Federführenden vor allem auf das bisher Erreichte: Durch die Lokale Allianz sei im Kreis der Stein ins Rollen gekommen. Die Resonanz bei den Infoveranstaltungen sei ebenfalls sehr gut. „Gerade in den Selbsthilfegruppen Angehöriger von Demenzkranken ist die Anzahl an Teilnehmern mittlerweile gestiegen“, erläutert Heike Lenhart. Auch hätten sich die Mitarbeiter der beiden Einrichtungen kennengelernt und arbeiteten nun „untereinander zusammen“, lobt der Bürgermeister. Natürlich sei für die Teilnehmer dieses Projektes wichtig, eine positive Resonanz zu haben. Wie Lenhart erklärt, müssen Zwischenberichte an die Förderstelle geschickt werden, damit der Fortschritt dokumentiert werden kann. Denn: Nur wenn alle Rädchen der Organisation ineinander greifen, „kann das Uhrwerk laufen.“ Daher seien bis zum Ende der Projektphase weiter alle Interessierten und Angehörigen Demenzkranker zu den Vorträgen im Frühjahr und Herbst in der Sozialstation Brücken (die Termine werden noch bekanntgegeben) eingeladen. Themen sind „Menschen mit Demenz in unserer Verbandsgemeinde Schönenberg-Kübelberg hilfreich im Alltag begleiten“ und „Kraft schöpfen im Alltag mit demenziell veränderten Menschen“. Natürlich, so betonen die Frauen, sei ein Umzug in eine vollstationäre Einrichtung der letzte Schritt. Solange es möglich sei, wollten die Kranken in der gewohnten Umgebung bleiben. (uck)