Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Führungszwist bei der Linkspartei geht weiter

Alina Jurk.
Alina Jurk.

Die Linkspartei im Kreis Kusel muss bereits nach nur neun Monaten den Vorstand neu wählen. Notwendig ist die Neuwahl, nachdem zunächst Schriftführerin Denise Isenbruck (Herschweiler-Pettersheim) ihren Rückzug angekündigt hat. Daraufhin erklärte die Kreisvorsitzende Alina Jurk (Odenbach) ihren Rücktritt.

Die Linkspartei im Kreis Kusel muss bereits nach nur neun Monaten den Vorstand neu wählen. Notwendig ist die Neuwahl, nachdem zunächst Schriftführerin Denise Isenbruck (Herschweiler-Pettersheim) ihren Rückzug angekündigt hat. Daraufhin erklärte die Kreisvorsitzende Alina Jurk (Odenbach) ihren Rücktritt. Als einziges Vorstandsmitglied verblieb damit Schatzmeister Klaus Raddatz (Rehweiler). Erst im Januar war die Spitze der Linkspartei nach dem Rücktritt des Kreisvorsitzenden Oliver Naudsch neu gewählt worden.

Aus beruflichen und persönlichen Gründen müsse Isenbruck, die für die Linke dem Verbandsgemeinderat Oberes Glantal angehört, ihr Amt als Schriftführerin des Kreisverbandes niederlegen, teilte Jurk auf Anfrage der RHEINPFALZ mit. Da der Linken-Vorstand nur aus drei Mitgliedern bestehe, habe sie sich ebenfalls entschieden, zurückzutreten, um den Weg für rasche Neuwahlen des Vorstandes frei zu machen, ergänzte Jurk. „Dies sieht unsere Satzung so vor und liegt im Interesse unserer Mitglieder.“ Bis zur Neuwahl des Kreisvorstandes wollen Jurk und Isenbruck die Amtsgeschäfte kommissarisch weiterführen.

„Keine politischen Gründe“

Jurk versicherte, für ihren Rücktritt gebe es keinerlei politische Gründe. Zudem kündigte sie an, erneut für das Amt der Kreisvorsitzenden kandidieren zu wollen. Mitglied der Linken ist Jurk seit 2018, im selben Jahr rückte sie als Beisitzerin in den Landesvorstand. Seit vergangenem Juni ist sie Mitglied des Kreistages.

Schatzmeister Klaus Raddatz sagte auf Anfrage, eine Nachwahl sei besser als eine Neuwahl des kompletten Vorstandes gewesen. Er bedauerte, dass es keine Vorstandssitzungen, auch nicht virtuell, mehr gegeben habe. Jurks Haltung sei für ihn schwer nachzuvollziehen.

„Von Ulrich installiert“

In der Partei müsse die „demokratische Kultur“ vom Kopf auf die Füße gestellt werden, mahnte Raddatz mit Hinweis auf Verwerfungen und zahlreiche Vorsitzwechsel, die es in der Linkspartei im Kreis Kusel seit der Gründung des Kreisverbandes 2007 gegeben habe. Raddatz gehörte damals zu den Vorstandssprechern. Derzeit verfügt die Linke im Landkreis über knapp 30 Mitglieder.

Linken-Mitglied Manfred Schmitt (Etschberg) kritisierte in einer Stellungnahme Jurks Führungsstil. Ihr sei es nicht gelungen, die Finanzen des Kreisverbandes zu ordnen: „Sie widersetzte sich allen Anregungen, die undurchsichtige Kassenlage endlich transparent zu gestalten.“

Neuwahl am 28. November

Wie Raddatz rügte Schmitt die Rolle des Linken-Politikers und ehemaligen Landesvorsitzenden Alexander Ulrich (Reichenbach-Steegen) bei Personalentscheidungen im Kreisverband. Ulrich gehe es darum, Leute zu installieren, die in seinem Sinne entschieden. Jurk sei „von Ulrichs Gnaden in ihr Amt gehievt worden“ und setze damit die „unrühmliche Reihe von Fehlbesetzungen im Amt der Vorsitzenden“ durch Ulrich fort, schreibt Schmitt.

Die Neuwahl ist für den 28. November vorgesehen, wie Rudolf Uher der RHEINPFALZ mitteilte. Im September war Uher zum Direktkandidaten der Linken im Kreis Kusel für die Landtagswahl 2021 gewählt worden.

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