Lauterecken
Erst die Pfähle, dann die Mensa – Untergrund muss stabilisiert werden
Verbandsbürgermeister Andreas Müller drückte in der Sitzung des Verbandsgemeinderates, der am Montagabend den Mehrkosten zustimmte, aufs Tempo. Müller fürchtet, dass die Standfestigkeit weiter beeinträchtigt werden könnte, wenn es zu stärkeren Regenfällen komme. „Wir müssen jetzt handeln, der Boden ist offen“, mahnte Müller.
Erst ab zehn Metern tragfähig
Dass die mangelnde Standfestigkeit nicht schon früher aufgefallen ist, begründete der planende Architekt Klaus Wagner damit, dass es am damaligen Gebäude weder Setzungen noch Risse gegeben habe. Auch an der benachbarten Grundschule seien keine Beeinträchtigungen festzustellen gewesen. Erst nachdem das ursprüngliche Gebäude, in dem der Jugendtreff untergebracht war, abgerissen war und der Kampfmittelräumdienst das Gelände unter die Lupe nahm, weil dort eventuell noch Munitionsreste aus dem Zweiten Weltkrieg liegen könnten, wurden Bodenproben entnommen. Deren Analyse durch ein geologisches Büro ergab, dass es dem Boden an Standfestigkeit mangelt. Daraufhin ließ das planende Ingenieurbüro weitere Untersuchungen (Rammsondierungen) vornehmen, wobei sich herausstellte, dass erst in einer Tiefe von zehn bis zwölf Metern eine tragfähige Bodenschicht vorliegt.
Mehr als 30 Bohrpfähle
Nun soll der Untergrund mit mehr als 30 Bohrpfählen stabilisiert werden. Die künftige Mensa an einem anderen Standort zu errichten, wurden untersucht. Aber keine Alternative – Verschiebung in Richtung Schulgelände, Verschiebung in Richtung Verwaltung – oder eine einstöckige Bauweise stellte sich als geeignet heraus, und wurde daher wieder verworfen. Immerhin, so sagte Architekt Klaus Wagner, könne durch den Einbau der Pfähle auf eine Bewehrung verzichtet werden.
Für den Mensabau gibt es einen Landeszuschuss von 60 Prozent aus der Schulbauförderung, zehn Prozent steuert der Landkreis bei. Den Rest muss die Verbandsgemeinde finanzieren.
Akt der Solidarität
Die Verbandsgemeinde wird 22 Gemeinden, die mit schnellem Internet versorgt werden, finanziell entlasten. Letztendlich profitiere die gesamte Verbandsgemeinde von einer leistungsfähigen Breitbandversorgung, argumentierte Andreas Müller. Daher sei es legitim, dass die Verbandsgemeinde den Gemeinden hierbei auch finanziell unter die Arme greift. „Ich bin ein Verfechter der Solidarität,“, sagte Müller, „wir müssen an einem Strang ziehen.“
Es geht um rund 500.000 Euro, von denen der Landkreis vertragsgemäß 30 Prozent übernimmt, rund 150.000 Euro. Blieben noch 350.000 Euro, die von den 22 Gemeinden getragen werden müssten. Nach einstimmigem Beschluss wird die Verbandsgemeinde ebenfalls einen 30-Prozent-Anteil übernehmen. Damit reduziert sich der Betrag für die 22 Gemeinden von 350.000 auf 200.000 Euro. Änderungen in der Höhe der Beträge könnten sich ergeben, da das Projekt noch nicht abgeschlossen und abgerechnet ist.
Keine Mehrheit fand der Vorschlag von Susanne Heer, die gerne einen Passus eingefügt haben wollte, wonach künftig auch den anderen Gemeinden geholfen wird, die nun nicht in den Genuss dieser Förderung kommen. Als Gegenargument wurde ins Feld geführt, dass es eine Selbstverständlichkeit sei, bei gegebenem Anlass auch die anderen Gemeinden zu unterstützen.