Lauterecken RHEINPFALZ Plus Artikel Elternbeirat: Nicht rütteln an der Trägerschaft der Kindertagesstätte

Die Kindertagesstätte in Lauterekcen ist in protestantischer Trägerschaft.
Die Kindertagesstätte in Lauterekcen ist in protestantischer Trägerschaft.

Der bevorstehende Wechsel der Trägerschaft der protestantischen Kita in Hinzweiler, geht auch an der Kindertagesstätte in Lauterecken nicht spurlos vorbei. Der Elternbeirat sorgt sich um die Zukunft der Einrichtung. „Wir sind alarmiert“, schildert Mitglied Melanie Drumm.

Die Kita in Lauterecken besteht seit den 1950er Jahren und ist seither in kirchlicher Trägerschaft. Daran wolle der Elternbeirat keinesfalls etwas verändern, sagt Drumm. Wie berichtet, hatte die Ortsgemeinde Hinzweiler im August der örtlichen Kita den Vertrag gekündigt. Für die Einrichtung wird nun die Trägerschaft durch die Verbandsgemeinde erwogen. Das Vorgehen stieß bei Eltern, Pfarrern und kirchlichem Träger auf Kritik. Damit es nicht zu solch einem Szenario auch in Lauterecken kommt, macht sich der Elternbeirat jetzt aktiv für die kirchliche Trägerschaft stark.

„Alles läuft prima. Die Kinder werden gefördert und gefordert. Es herrscht eine familiäre Atmosphäre in der Kita. Das ist vor allem dem guten Personalschlüssel zu verdanken – und den verantwortet wiederum der Träger“, betonen die Mitglieder des Elternbeirates. Für die knapp 80 Kinder seien 14 pädagogische Mitarbeiter, eine Auszubildende, zwei Praktikantinnen, zwei Küchenfrauen, vier Reinigungskräfte und ein Hausmeister zuständig. Sollte sich die Trägerschaft ändern, sei neben einem schlechteren Personalschlüssel auch ein geringeres Mitspracherecht der Eltern zu erwarten. Damit seien „fast alle positiven Aspekte wie Zeit, Vertrauen, Unterstützung, Aufmerksamkeit, Atmosphäre, Förderung und vieles mehr dahin“, befürchtet der Elternbeirat.

Gute Zusammenarbeit

Die Kooperation von Kirche und Kita funktioniere auf allen Ebenen gut. Hervorheben will der Beirat in diesem Zusammenhang die Kooperationsvereinbarung mit der Musikschule Kusel, die hauseigene Kita-Küche sowie die idealen Gruppenräume im kirchlichen Gebäude. Die Kirche hat zudem einen Garten gekauft, wo außerhalb der Kita ein „Mehrgenerationen-Platz“ entstehen soll. „Die Projekte richten sich nach Bedürfnissen der Kinder. Die Kinder entscheiden mit“, erläutert Drumm. „Das wäre alles nicht möglich, wenn die Zusammenarbeit nicht klappen würde.“

Nach Angaben der Leiterin Britta Nowitzki kann die Kita bis zu 100 Kinder aufnehmen, davon 40 ganztags. Wegen Corona werden aktuell nur alle zwei Wochen jeweils zwei Neuzugänge aufgenommen. „Die Mitglieder unseres Teams haben sich bewusst für eine kirchliche Einrichtung entschieden, teils aus persönlichen Erfahrungen aus kommunalen Einrichtungen, aber auch durch ihren christlichen Grundgedanken“, stellt sie klar. Auch Nowitzki hebt die familiäre Atmosphäre und die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten hervor. „Pfarrer und Presbyter sind aktiv bei uns im Einsatz“, sagt die Leiterin, auch bei der Instandhaltung des Gebäudes und der Außenanlagen.

Von Trägerwechsel nichts bekannt

Die durch die Vorgänge in Hinzweiler ausgelöste Unsicherheit bei Eltern und Kitamitarbeitern spürt auch der Lauterecker evangelische Pfarrer Timo Schmidt. Über einen möglichen Trägerwechsel ist dem kirchlichen Trägerverbund beim Dekanat in Otterbach allerdings nichts bekannt. Dekan Matthias Schwarz ist aktuell in Gesprächen mit den Kommunen. Diese sollen in Zukunft vertieft werden, um den Austausch zu stärken und mehr Transparenz zu bieten, kündigte Schwarz auf Nachfrage der RHEINPFALZ an.

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