Thallichtenberg RHEINPFALZ Plus Artikel „Electronic Castle“-Festival: Moderne Vibes auf historischem Boden

Einen Plan B für schlechtes Wetter gibt es nicht bei „Electronic Castle“. Die Party, hier ein Foto aus den Vorjahren, steigt auc
Einen Plan B für schlechtes Wetter gibt es nicht bei »Electronic Castle«. Die Party, hier ein Foto aus den Vorjahren, steigt auch bei Regen.

Zum sechsten Mal auf Burg Lichtenberg und zum zehnten Mal insgesamt: Das „Electronic Castle“-Festival am 19. August markiert ein Jubiläum für Veranstalter Patrick Jacobi. Fünf Künstler legen auf, Schluss ist um 24 Uhr.

„Der Grundgedanke vor rund zehn Jahren war – und ist nach wie vor – all den Liebhabern elektronischer Tanzmusik aus der Region eine Möglichkeit anzubieten, zu dieser Musik feiern zu gehen, ohne sich dafür in einen Zug setzen und weit fahren zu müssen“, sagt der „Klangfragment“-Gründer, DJ und Fest-Organisator Patrick Jacobi. Mit dem „Electronic Castle“-Festival kam die große Techno-Party sozusagen direkt vor die „House“-Tür. Die allererste Veranstaltung lief am 26. Oktober 2013, damals noch im Dorfgemeinschaftshaus in Bledesbach. „Das war quasi die Geburtsstunde in kleinem Rahmen, mit etwa 150 bis 200 Besuchern.“ Seit sechs Jahren wird das Event in der historischen Kulisse von Burg Lichtenberg organisiert.

Am Tag ist er Bürokaufmann

Dass die Reihe kontinuierlich erfolgreich über die Bühne geht, verdankt Jacobi einem treuen Pool aus freiwilligen Helfern und regionalen Sponsoren. Jacobi – am Tag Bürokaufmann in Kaiserslautern und am Abend gewöhnlich als DJ unterwegs – genießt bei der jährlichen Electro-Party auf der Burg besonders die familiäre Atmosphäre. „Die meisten Helfer und Gäste sind von Anfang an dabei und waren auf allen Veranstaltungen.“ Das trifft auch auf viele der auftretenden Künstler zu.

Deshalb besteht das Line-up auch in diesem Jahr aus Namen, die dem „Electronic Castle“-Stammpublikum bekannt sein dürften. DJ Karotte aus Frankfurt gibt den ersten Headliner, DJ Sanel aus Stuttgart den zweiten. Stefan Hub und Jaycat sind zwei lokale Künstler, die langjährige Weggefährten des Festivals sind. „Sie legen immer wieder bei verschiedenen Veranstaltungen von mir auf, und dafür bin ich ihnen sehr dankbar“, lobt Jacobi. Er selbst bildet den fünften und letzten Künstler im familiären Kader.

„Die Leute wollen ein gute Zeit haben“

Natürlich zieht das Fest aber auch Neuankömmlinge auf und vor der Bühne an. Der Veranstalter sagt: „Wir konnten einige neue Menschen für unsere Musik begeistern, die vorher damit nichts anfangen konnten. Und wir haben es geschafft, den Radius der Besucher deutlich zu erweitern – von Trier über Saarbrücken bis nach Bitburg und Düsseldorf. Im vergangenen Jahr kamen sogar zwei Menschen aus München.“ Für diese sich erweiternde Fan-Basis gibt sich Jacobi jedes Jahr aufs Neue viel Mühe – auch während des Pandemie-Stillstands. „Wir konnten glücklicherweise auch in den Corona-Jahren veranstalten.“ Es sei zwar eine Herausforderung gewesen, aber die Kuseler Elektronikfans mussten auf das jährliche Event nicht verzichten.

„Die Leute wollen unterhalten und bespaßt werden und einfach eine gute Zeit haben. Und das ist die Aufgabe und die Kunst der DJs – den passenden Track im richtigen Moment zu spielen“, findet der Festivalmacher. Elektronische Musik, sagt er, stünde „schon immer für Fortschritt“, Trends und Zeitgeist. Die sprichwörtliche Spreu vom Weizen zu trennen, läge bei den Veranstaltern. „Nur weil einer auf Instagram und Co. zig Follower hat und eine große Reichweite, ist es noch lange kein Indikator dafür, dass er qualitativ gut ist“, spricht der Experte aus Erfahrung. Für Jacobi bedeutet das: „Viel Vorbereitung, viel Musik durchhören, viel Musik kaufen. Ich würde keinen Musiker einladen, den ich nicht kenne und gehört habe.“ Doch am Ende entscheide „die Stimmung vor Ort.“ Und die sei seit zehn Jahren jedes Mal grandios.

Party bis um Mitternacht

Auch am 19. August darf vor historischer Kulisse bis Mitternacht und „open air“ getanzt und gefeiert werden. Die Ticket- und Getränkepreise hält Jacobi nach eigenen Worten „im fairen Rahmen mit einem Euro Aufpreis“ und sagt: „Es soll für jeden bezahlbar bleiben. Das ist mein Anspruch.“

Ein Rahmenprogramm wird es auch geben – von Schmuckständen über Henna-Tattoos bis hin zu Festivalschminke vor Ort. Und ein bis zwei bildgewaltige Überraschungen erwarten die Besucher ebenfalls. Einen Plan B für schlechtes Wetter gibt es übrigens nicht – und gab es nie. „Es gibt bei Open-Air-Veranstaltungen keinen Plan B, nur Plan A. Ich sage immer: ,Es wird gutes Wetter.’ Punkt.“

Info

Das „Electronic Castle“-Event auf Burg Lichtenberg beginnt am Samstag, 19. August, um 14 Uhr und endet um Mitternacht. Tickets gibt es über Eventim. Die Besucherzahl ist limitiert; der Veranstalter empfiehlt, Tickets über den Vorverkauf zu sichern.

x