Konken Ein Ort feiert 900. Geburtstag: Von Chonchis über Kuncken zu Konken

Konken von oben.
Konken von oben.

Mit einem großen Programm feiern die Konker am Wochenende vom 8. und 9. Juni, den 900. Geburtstag ihrer Ortsgemeinde. Neben einem Kommersabend hat das Vorbereitungsteam auch eine Ausstellung historischer Bilder auf die Beine gestellt.

Die erste namentliche Erwähnung Konkens geht auf das Jahr 1124 zurück. Damals hieß der Ort Chonchis, doch der Name änderte sich im Laufe der Zeit immer wieder: Ob Concha, Conka, Concen oder Kuncken – Heimatforscher leiten den Namen vom lateinischen Wort „conca“ (Muschel) ab. Und tatsächlich liegt das rund 900 Einwohner zählende Dorf südwestlich der Kreisstadt Kusel in einer muschelartigen Talsenke. Und eben diese Muschel ist zusammen mit dem Veldenz-Löwen auch im Wappen zu sehen.

Über die wechselvolle Historie hat Rudi Häßel bereits vor 25 Jahren zum 875. Jubiläum seiner Heimatgemeinde eine Chronik verfasst. Häßel ist so eine Art wandelndes Konken-Lexikon. Er weiß, wo in dem früheren Bauerndorf das älteste Haus steht – nämlich hinten in der Straße Im Eck –, und er hat auch schon manche „Weltmeister“ aus Konken ausfindig gemacht.

Chronik über Konken

Den runden Geburtstag nahm der pensionierte Pädagoge nun erneut zum Anlass, noch einmal tiefer in die Geschichte einzutauchen. Auf 160 Seiten hat er historische Eckdaten aber auch Amüsantes und manche Anekdote zusammengetragen. Häßel wirft einen Blick auf Einwohner und Kulturdenkmäler, erwähnt berühmte Familien und die Blüte der Landwirtschaft, hat Spannendes aus Kirche und von Zeitzeugen zusammengetragen – insbesondere auch aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.

Konken hatte einst auch eine jüdische Geschichte, die Häßel in seiner Chronik nicht vergisst. Künstler, Erfinder, Schule und historische Bilder von Kerwen und großen Hochzeiten ergänzen den Band. „Das hat mir viel Freude gemacht“, verrät der Autor, der schon vor rund zwei Jahren ans Werk ging und sich durch Aktenberge und Fotomaterial wühlte.

Das Layout der Chronik hat der Fotograf Sven Grajek übernommen. Bei der Bildauswahl nach dem Motto „alt und neu“ konnte Häßel auf Herbert Müller setzen. Müller hat insbesondere für die Bilderausstellung in der Turnhalle das Gros des historischen Materials zusammengetragen. Häuser, Höfe, Geschäfte, Feste, Menschen: Die Ausstellung ist am Sonntag, 9. Juni, zu sehen. Um 10 Uhr wird dort mit Kaffee und Kuchen das Buffet eröffnet. Und wählen kann man auch gleich gehen.

Schon am Abend zuvor findet in der Turnhalle um 19 Uhr der Kommersabend statt. Das Festprogramm sieht neben musikalischen Darbietungen des Musikvereins und Liedern auch Grußworte und einen Vortrag des Regionalhistorikers Jan Fickert vor, wie das Vorbereitungsteam um Amelie Amberg wissen lässt. Im Anschluss werde die neue Chronik verkauft, kündigt Häßel an. Die Kosten belaufen sich auf zehn Euro

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