Kreis Kusel „Do kennt ich mich uffreesche!“
Mit seinem sechsten Bühnenprogramm, „In de Wertschaft“, trat Humorist Ramon Chormann am Freitag in Hinzweiler auf. Die Menge in der ausverkauften Königslandhalle tobte vor Lachen – es gab aber auch nachdenkliche Töne.
Sämtliche Auto-Stellplätze zugeparkt, alle 300 Sitzplätze belegt. Vergangenen Freitag feierte Hinzweiler die Rückkehr von Ramon Chormann, der zuletzt vor zwei Jahren im Schatten des Königsbergs aufgetreten war. Jedoch „gastierte“ er nicht, er war einfach „do“, wie er dem Publikum gleich zu Beginn erklärte. Vor einem blauen Vorhang im schwarzen Anzug besann sich „de Pälzer“ in dem zweistündigen Bühnenprogramm auf die eigentliche Schlichtheit des Lebens. Von „Mahlzeiten kredenzen“ hält er ungefähr genau so wenig wie von dem frühmorgendlichen Telefonweckruf einer überforderten Arzthelferin, dass man bedauerlicherweise seinen Termin auf exakt 8.05 Uhr verschieben müsse. Stattdessen „werd gess, was uff de Disch kummt“, und schon aus Trotz trifft er erst um 8.07 Uhr bei dem Mediziner ein. Alles könnte so einfach sein, doch unnötigerweise verzweifeln wir an hausgemachten Problemen des Alltags. „Do kennt ich mich uffreesche!“ Der Komiker weiß über den Sinn und Unsinn des Lebens Bescheid, scheint es. Mit unverblümt ehrlicher und manchmal auch derber Mundart teilte der Humorist seine Beobachtungen mit dem ausverkauften Haus. Die aus Amerika importierte Freundlichkeit einer mit Payback- und Treuepunkte-Karten herumschmeißenden Tankstellenbedienung, die niemals zufriedene Schwiegermutter oder ein an der Rezeptur eines Bacardi-Orange verzweifelnder Kneipenwirt … die Liste ist endlos lang. Bei seinen Veranschaulichungen war Chormanns Übergang zwischen den verschiedenen Humor-Stilrichtungen fließend. Erst erzählte er einen Witz, im nächsten Moment stellte er mit satirischen Übertreibungen Personen des öffentlichen Lebens an den Pranger, danach übte er als Kabarettist Kritik an politischen Ereignissen. Gerade dann regte er das Publikum erfolgreich zum Nachdenken an, so dass die Zuhörer gar nicht anders konnten, als ihm mit einem Extra-Applaus Anerkennung für die Verdeutlichungen zu zollen. Doch die humoristische Pause währte nur kurz: Schon im nächsten Atemzug bewies Chormann Improvisationstalent, einem Fauxpas bei seiner Garderobe geschuldet – ganz schön anstrengend für die Lachmuskeln des Publikums. Das bedankte sich für den gelungenen Abend mit viel Applaus.