Kusel
Digitaler Neustart der Kuseler Liberalen
„Es ist nicht einfach, aber es funktioniert ganz gut“, sagt Markgraf auf RHEINPFALZ-Anfrage, fast selbstverständlich per Videokonferenz. Zu der hat sich auch Klaus Mittelstaedt (57) dazu geschaltet, der Direktkandidat der FDP für die Landtagswahl aus Lauterecken. „Meine Pläne, mich vor allem im Südkreis bekannter zu machen, sind durch Corona sicherlich durchkreuzt worden“, sagt der Versicherungsfachwirt aus dem Nordkreis.
44 Mitglieder zählt der Kreisverband. Markgraf erklärt, es sei gelungen, Parteiaustritte wieder durch Eintritte auszugleichen. Unter anderem hatte Markgraf-Vorgänger Stephan Reiter die Partei verlassen. Man blicke nach vorne und erfahre positive Rückmeldungen in Gesprächen, erklärt der IT-Spezialist aus Lauterecken.
Auch parteiintern würde wieder auf Kusel gehört. Die aus Baumholder stammende Jana Braun Lambur (33), die mittlerweile in Kaiserslautern lebe, sei auf seinen Vorschlag hin als Direktkandidatin für den Bundestag nominiert worden, berichtet Markgraf. Auch die Nominierung von Mittelstaedt schreibt sich der Kuseler FDP-Vorsitzende auf seine Fahnen.
Bei der Delegiertenkonferenz am Samstag in Mainz rückte Mittelstaedt auf Listenplatz 49. „Für einen Fast-Neuling vollkommen normal“, hatte Markgraf nicht mehr erwartet. Der Kuseler FDP-Chef war in die Organisation der Veranstaltung eingebunden: „Acht Stunden waren wir in der Halle, um Abstandsregeln und Wahlregularien einhalten zu können.“ Dass 2021 Landtags- und Bundestagswahl anstehen, findet er gar nicht so schlecht. Das werde dem Bekanntheitsgrad der Liberalen in der Region guttun.
Trotz der steigenden Corona-Zahlen im Landkreis attestiert Markgraf Landrat Otto Rubly „eine ruhige und besonnene Hand“. Die FDP sei für regionale Lösungen, auch um die Unternehmer aus den Bereichen Gastronomie und Hotellerie nicht ins Bodenlose fallen zu lassen. Dass die Bürgerbusse eingestellt wurden, hält Markgraf für richtig.
Auch bei der Aufarbeitung des Rechnungshofberichtes zur Haushaltsführung unter Landrat Winfried Hirschberger, mahnt Markgraf zur Besonnenheit. „Ich halte da nichts davon, jetzt eine Hexenjagd zu gestalten. Das muss alles in Ruhe geprüft werden. Aber natürlich müssen Verantwortliche, wenn sie Gremien hintergangen haben, auch zur Rechenschaft gezogen werden.“