Kusel RHEINPFALZ Plus Artikel Die Weichen für zweiten Forstzweckverband sind gestellt

Gabi Kleinhempel leitet seit fünf Jahren das Forstamt Kusel mit rund 30 Mitarbeitern.
Gabi Kleinhempel leitet seit fünf Jahren das Forstamt Kusel mit rund 30 Mitarbeitern.

Die Umsetzung der Pläne schreitet voran, auch für den Norden des Landkreises Kusel einen Forstzweckverband zu gründen. Forstamtsleiterin Gabi Kleinhempel will zum 1. Januar 2023 starten.

„Es gab zwei Info-Veranstaltungen für die Ortsbürgermeister und die Gemeinderäte. Ich denke, wir konnten viele Bedenken ausräumen“, berichtet die Chefin des Forstamtes Kusel. 41 Gemeinden gibt es in der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, darunter haben vier keine Waldflächen und in Kappeln und Rothselberg zwei ihren Wald an das Privatunternehmen Schmitz verpachtet. Kleinhempel geht davon aus, von den verbliebenen 35 Gemeinden etwa 30 für den Forstzweckverband gewinnen zu können.

Vorbild ist der Forstzweckverband im Oberen Glantal. Dort haben sich 14 der 23 Orte zusammengeschlossen, um 1400 Hektar Wald gemeinsam zu bewirtschaften. Damit sollen Personal und Maschineneinsatz eingespart werden. Außerdem geht der Forst davon aus, dass die einzelnen Holzarten so besser vermarktet werden können.

„Alle Fragen beantwortet“

Es hakte im Nordkreis anfangs bei einzelnen Orten. Grund waren die dortigen Forsteinrichtungswerke. Das ist eine Art Zehn-Jahres-Inventur und -Planung für die Forstwirtschaft, die gleichzeitig den Wert der jeweiligen Gemeindewälder beziffert. Die Gutachterstelle der Landesforstverwaltung hatte für sechs Ortsgemeinden einen deutlich geringeren Wert des Waldes festgestellt – im Vergleich zu den Zahlen bei der 2007 in Rheinland-Pfalz eingeführten kommunalen Doppik für Haushaltspläne. Laut Kleinhempel basierten die Pläne dieser Gemeinden teilweise auf den veralteten Forsteinrichtungswerken aus dem Jahr 1991. Die späteren Gutachten von 2008 und 2020 seien nicht berücksichtigt gewesen. Sie habe alle Fragen der Gemeindevertreter beantworten können. Jetzt müssten die einzelnen Räte abstimmen.

Andreas Müller, der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein, legt Wert auf die Feststellung, dass der Forst sich bei einigen Punkten auch korrigiert habe. Damit sei auch für ihn der Weg frei: „Ich war immer für den Forstzweckverband, nur ging bei mir die Qualität vor Schnelligkeit.“ Er finde auch gut, dass es Privatbetriebe wie Schmitz gibt, weil Konkurrenz das Geschäft belebe.

2023 zwei Azubis

Da der Fachkräftemangel auch in der Forstwirtschaft zu spüren ist, darf das Forstamt ab 2023 wieder zwei Forstwirte ausbilden. Die Ausbildung soll in Offenbach-Hundheim stattfinden. „Wenn wir dafür Leute aus der Region gewinnen, haben wir die Chance, dass sie nach der Ausbildung auch bei uns bleiben“, erklärt Kleinhempel.

x