Lauterecken-Wolfstein RHEINPFALZ Plus Artikel Die Wasserpreise steigen

Trinkwasser wird um zehn Cent den Kubikmeter teurer.
Trinkwasser wird um zehn Cent den Kubikmeter teurer.

Die Bürger in der Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein müssen ab diesem Jahr mehr für ihr Trink- und Abwasser zahlen. Werks-, Finanz- und Hauptausschuss der Verbandsgemeinde haben sich für eine Erhöhung der Gebühren ausgesprochen.

Um zehn Cent auf 2,45 Euro pro Kubikmeter steigt der Wasserpreis, für das Schmutzwasser sind künftig 2,33 Euro – drei Cent mehr – je Kubikmeter zu zahlen. Verbandsbürgermeister Andreas Müller sprach von einer angemessen moderaten Erhöhung. Statt einer stärkeren Anhebung der Gebühren, wie sie auch in den Raum gestellt worden sei, halte er es für besser, in kleinen Schritten vorzugehen. Er erinnerte auch daran, dass es bei einer zu starken Anhebung von Gebühren zu einem Gewinn kommen könnte, was dem Prinzip der Kostendeckung widerspreche. Auch die Gebühr für das Niederschlagswasser wird sich etwas erhöhen. Und zwar um zwei auf 52 Cent je Quadratmeter bebauter und befestigter Fläche

Weniger Trinkwasser

Grund für die Gebührenanhebung ist ein zurückgegangener Verkauf von Trinkwasser im vergangenen Jahr. Es seien vor allem drei Großabnehmer, die aufgrund der Corona-Pandemie weniger Wasser benötigt hätten, sagte Werkleiter Fred Wolf. 100.000 Kubikmeter weniger seien es gewesen, die aber teilweise durch den privaten Verbrauch wieder kompensiert worden seien. Wolf geht davon aus, dass für die Steigerung im Privatbereich ebenfalls die Corona-Pandemie verantwortlich ist, weil sich die Menschen wegen Kurzarbeit und Arbeiten im Homeoffice überwiegend zu Hause aufhalten. Um 30.000 Kubikmeter ist laut Wolf der Privatverbrauch angestiegen. Unterm Strich also wurden im Corona-Jahr 2020 70.000 Kubikmeter weniger Wasser verkauft. Der durchschnittliche Wasserverkauf hat sich in den zurückliegenden Jahren bei über einer Million Kubikmeter eingependelt (2017: 1,07 Millionen Kubikmeter; 2018: 1,12 Millionen Kubikmeter). Zum Jahr 2019 sind die unterschiedlichen Gebührensätze der ehemaligen Verbandsgemeinden Lauterecken und Wolfstein vereinheitlicht worden, sodass es seither keine Preisunterschiede mehr in der fusionierten Verbandsgemeinde gibt.

Hoher Fixkostenanteil

Dass es bei einem Rückgang des Wasserverbrauchs zu einer Erhöhung des Preises kommt, hängt mit der Anlagenintensität des Wassersystems zusammen. Der überwiegende Teil der Kosten wird beispielsweise durch die Größe des Leitungsnetzes, der Hochbehälter und des Personals verursacht. Gleiches gilt für den Abwasserbereich mit seinem kilometerlangen Kanalnetz und der Kläranlage. Diese Kosten machen den größten Teil der Kosten aus, die nahezu immer gleich sind. Da dieser Fixkostenanteil durch Gebühren gedeckt werden muss, kommt es bei einem Rückgang des Wasserverkaufs zu einer Preiserhöhung.

x