Lauterecken-wolfstein RHEINPFALZ Plus Artikel Die Siebenschläfer vertreiben – Sitz der Verbandsgemeinde wird saniert

Im Frühjahr soll es mit der Fassadensanierung am Lauterecker Verwaltungsgebäude losgehen.
Im Frühjahr soll es mit der Fassadensanierung am Lauterecker Verwaltungsgebäude losgehen.

Siebenschläfer haben sich seit Jahren in der Fassade des Lauterecker Verwaltungsgebäude eingenistet. Die Verbandsgemeinde Lauterecken-Wolfstein will das Problem 2021 angehen.

Die Verblendung bot Schutz vor Wind und Regen. Es ließ sich für die possierlichen Tierchen dort prächtig leben, und so vermehrten sie sich denn auch. Nicht zur Freude der Mitarbeiter. Die leiden seit Jahren unter einer erheblichen Geruchsbelastung durch die Ausscheidungen der Siebenschläfer. Seit 2017 befasst sich der Verbandsgemeinderat mit dem Thema einer Fassadensanierung.

Sanierung ab Frühjahr

Mittlerweile ist der Entscheidungsprozess soweit gediehen, dass in diesem Frühjahr mit dem Austausch der Fassade begonnen werden soll. Auf 600.000 Euro sind die Kosten für die neue Außenhülle geschätzt, 60 Prozent würden aus dem Investitionsstock des Landes beigesteuert, sagte Verbandsbürgermeister Andreas Müller im RHEINPFALZ-Gespräch. Aber bei derartigen Projekten wisse man nie, ob im weiteren Verlauf noch Arbeiten und damit Kosten hinzukämen. Neben der Außensanierung muss auch der Innenbereich des Gebäudes renoviert werden. Hierfür sind laut Müller noch einmal 400.000 Euro kalkuliert. Zuschüsse seien nicht in Aussicht.

32 Bohrpfähle im Boden

Vorangehen soll es auch mit dem Neubau einer Mensa für die Grundschule in Lauterecken. Ursprünglich sollte das Gebäude des Jugendtreffs, der für die Schüler auch als Mensa diente, modernisiert werden. Im Zuge der Planung stellte sich allerdings heraus, dass die Deckenhöhe nach heutigen Anforderungen zu niedrig ist. In der Folge entschied er Verbandsgemeinderat, den Jugendtreff abzureißen und an Ort und Stelle ein neues Gebäude zu errichten. Unterdessen ist der Anfang gemacht. Allerdings hatte niemand damit gerechnet, dass der Boden nicht tragfähig genug für die neue Mensa ist. Um eine ausreichende Tragfähigkeit zu schaffen, wurden im November 32 Bohrpfähle in den Boden eingelassen. Die unverhoffte Stabilisierungsprozedur schlug mit zusätzlichen Kosten von 110.000 Euro zu Buche. Insgesamt ist der Neubau mit 1,3 Millionen Euro kalkuliert. Es gibt eine 70-prozentige Förderung, wobei das Land 60 und der Landkreis zehn Prozent tragen. Wann die Mensa eingeweiht werden kann, dafür gibt es noch kein Datum. Die Fertigstellung sei momentan nicht abzuschätzen, sagte Müller. Viele Unternehmen hätten an mehreren Projekten gleichzeitig zu tun. Alles hänge davon ab, ob die Firmen rechtzeitig und kontinuierlich arbeiten würden.

Sanierung der Kioske

Weitere Baumaßnahmen kündigte Müller für das Freibad in Wolfstein und das Rüllbergbad zwischen Grumbach und Langweiler an. Die dortigen Kioske werden umgestaltet. Der in Wolfstein beispielsweise werde an den Eingangsbereich verlegt, der im Rüllbergbad müsse modernisiert werden. Insbesondere sei dort die Elektroverkabelung auf einem nicht mehr zeitgemäßen Stand.

Bürgerbusse fahren

Müller kündigte an, dass die beiden Bürgerbusse bereitstehen, um Mitbürger zum Impfzentrum nach Kusel zu fahren. Man verfüge über genügend Fahrer. Der Einsatz sei kein Problem. Geplant sind laut Müller Fahrten morgens und mittags.

Im Fokus die Glantalbahn

Nicht aus den Augen verlieren will Müller das Vorhaben, die Glantalbahn wieder zum Leben zu erwecken. Der Landkreis hat dazu bereits eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Vor dem Hintergrund des Klimaschutzes sei die Wiederentdeckung der Schiene ein wesentlicher Faktor, um den Ausstoß des Treibhausgases CO2 zu senken. Müller denkt dabei an die Belieferung größerer Unternehmen mit Material. Damit könnte ein Großteil des Lkw-Verkehrs vermieden werden, argumentiert er. Auch für eine Anbindung der Region an das Rhein-Main-Gebiet sei diese Strecke „für uns notwendig, sie wäre ein Segen“, ist Müller sicher. Aus einem Papier zur Reaktivierung der Glantalbahn, das wieder aufgetaucht sei, werde der Investitionsbedarf in die Strecke auf 40 Millionen Euro geschätzt. Selbst wenn es das Doppelte koste, sei es gut investiertes Geld in die Zukunft der Region und die Gesellschaft insgesamt. Im Vergleich zum Stuttgarter Bahnhofsbau, wo sehr viel Geld verbrannt werde, handele es sich hier um eine vergleichsweise kleine Summe, durch die aber viel bewegt werden könnte.

Der Boden, auf dem der Jugendtreff stand und die neue Mensa errichtet wird, musste aus Gründen der Tragfähigkeit mit 32 Bohrpfäh
Der Boden, auf dem der Jugendtreff stand und die neue Mensa errichtet wird, musste aus Gründen der Tragfähigkeit mit 32 Bohrpfählen aus Beton stabilisert werden.
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